Rund um Buckelwal Timmy hat sich ein riesengroßes
Spektakel entwickelt. Eine Mischung aus Politkrimi, Umweltschutz und
Psychiatrie. Nichts gegen ein bisschen Empathie mit einem Wal. Eine
Frage hätte Ben Krischke auf Cicero aber doch: Wie bekloppt ist Deutschland?
Santiano dazu auf FB:
In den letzten Tagen mehren sich die Aufforderungen an uns, zum Buckelwal in der Ostsee doch bitte eine Stimme abzugeben. Auch in unserer Funktion als Botschafter des deutschen Komitees der UN- Ozeandekade.
Das machen wir jetzt und es wird nicht Jedem gefallen.
Zunächst einmal verstehen wir natürlich die Anteilnahme und das Bedürfnis, diesen einen Wal zu retten, der offensichtlich eine Projektionsfläche bietet, für unsere tiefe Schuld, in der wir Menschen gegenüber der Tierwelt seit Langem stecken. Daher auch die hochgekochten Gemüter.
Es kann aber nicht sein, dass sich hieraus zum wiederholten Mal eine gesellschaftliche „Debatte“ entwickelt, die weit über die Diskussion zum Tierschutz und das Finden einer guten Lösung hinausgeht.
Hier wird wieder die Wissenschaft und entsprechende Expertise infrage gestellt. Von Leuten, die, wie es die neue Unart ist, immer schon alles besser wussten und in Wort und Tat den inneren Frieden dieses Landes aufs Spiel setzen, Spaltung vorantreiben, das Vertrauen in Wissenschaft und demokratische Institutionen zerstören und damit weit über das eigentliche Problem hinausgehen.
Uns beunruhigt sehr, dass wir solche Dinge nicht mehr sachlich und fachlich diskutieren können, sonders das jeder dahergelaufene Trouble-Junkie seine Chance auf der große Bühne der Arroganz, der Eitelkeit und des Pseudorevolutionären nutzt, um sich in den Mittelpunkt einer aberwitzigen Diskussion zu stellen. Was dann aktuell in der Summe dazu führt, dass völlig überforderte Politiker nun einen weiteren „Rettungsversuch“ anordnen, der nie und nimmer einer sein wird und sich gegen jeden Expertenrat stellt.
Diese strapaziöse, für den sterbenden Wal extrem stressige und auch physisch hochgradig verletzende Unternehmung, zeigt das ganze ethische Dilemma, in dem wir Menschen in unserem Verhältnis zur Natur stecken.Unser schlechtes Gewissen kriegen wir bestenfalls noch auf irgendein Spendenkonto eingezahlt oder wir gehen mit einer derartigen Selbstüberhöhung in solche Diskussionen, dass wir gar nicht mehr merken, dass dieser Wal stellvertretend für ein Problem steht, welches so viel größer ist.
Sehr früh bereits haben wir als Santiano unseren Blick auf die Situation mit denen synchronisiert, die unseres Erachtens dazu wirklich etwas sagen können. Und das sind unsere Freunde von diversen Meeres - und Tierschutz-Organisationen, unter anderem Sea Shepherd Deutschland, deren Expertise wir vertrauen. Dieser Wal hat sich, aus welchen Gründen auch immer, verschwommen. Er hat sich auf seinem Weg ein großes, von Menschen gemachtes, Netz einverleibt und niemand weiß, wie weit es hineingeht und um wieviel Organe es sich bereits gewickelt hat. Man kann es also nicht entfernen.
Großflächige Hautabplatzungen, die mit jeder Berührung größer und mehr werden, sprechen sehr dagegen, jetzt noch einmal so tätig zu werden, wie es die selbsternannten „Walretter“ nun vorhaben. Das Tier ist so geschwächt und gestresst, dass es, wenn es überhaupt gelingt, es „frei“ zu bekommen, nur ein Frage von wenigen Stunden sein wird, bis es in der nächsten Untiefe hängen bleibt.
Selbst wenn es die Nordsee erreicht - glauben wir dann wirklich einen Wal gerettet zu haben?
Nein. Wir bekommen nur sein elendes Verrecken nicht mehr mit.
Hier geht es schon lange nicht mehr um den Wal. Es geht um uns Menschen und wie wir in der Welt stehen.
An wie vielen Tiertransporten fahren wir täglich vorbei? Wieviel Steaks, Schnitzel und Würste werden demnächst wieder in den Gärten auf dem Grills der deutschen Männerkochkunst verbrannt?
Wieviel Fischbrötchen knallt sich wer in diesem Sommer beim Spaziergang um den Hafen bedenkenlos in die Figur?
Da fängt Tierschutz an!
Dieses Verhalten infrage zu stellen und vielleicht mal etwas weniger über Vegetarier und Veganer lästern und lachen, sind immer noch geeignetere Maßnahmen, statt sich als Möchtegernfreiheitskämpfer*in, moralinsauer in den nächsten medialen Supergau zu stürzen. Während der blutige Grind auf den Faröern lediglich eine kleine mediale Randbemerkung darstellt. Wo uns die täglichen Toten im Mittelmeer egal sind und wir uns im Regal der Unerträglichkeiten nur noch das raussuchen, was gut in unser Empörungseinerlei hineinpasst.
Das, liebe Freunde, ist für uns das wahrhaft Unerträgliche an dieser „Debatte“!
Das machen wir jetzt und es wird nicht Jedem gefallen.
Zunächst einmal verstehen wir natürlich die Anteilnahme und das Bedürfnis, diesen einen Wal zu retten, der offensichtlich eine Projektionsfläche bietet, für unsere tiefe Schuld, in der wir Menschen gegenüber der Tierwelt seit Langem stecken. Daher auch die hochgekochten Gemüter.
Es kann aber nicht sein, dass sich hieraus zum wiederholten Mal eine gesellschaftliche „Debatte“ entwickelt, die weit über die Diskussion zum Tierschutz und das Finden einer guten Lösung hinausgeht.
Hier wird wieder die Wissenschaft und entsprechende Expertise infrage gestellt. Von Leuten, die, wie es die neue Unart ist, immer schon alles besser wussten und in Wort und Tat den inneren Frieden dieses Landes aufs Spiel setzen, Spaltung vorantreiben, das Vertrauen in Wissenschaft und demokratische Institutionen zerstören und damit weit über das eigentliche Problem hinausgehen.
Uns beunruhigt sehr, dass wir solche Dinge nicht mehr sachlich und fachlich diskutieren können, sonders das jeder dahergelaufene Trouble-Junkie seine Chance auf der große Bühne der Arroganz, der Eitelkeit und des Pseudorevolutionären nutzt, um sich in den Mittelpunkt einer aberwitzigen Diskussion zu stellen. Was dann aktuell in der Summe dazu führt, dass völlig überforderte Politiker nun einen weiteren „Rettungsversuch“ anordnen, der nie und nimmer einer sein wird und sich gegen jeden Expertenrat stellt.
Diese strapaziöse, für den sterbenden Wal extrem stressige und auch physisch hochgradig verletzende Unternehmung, zeigt das ganze ethische Dilemma, in dem wir Menschen in unserem Verhältnis zur Natur stecken.Unser schlechtes Gewissen kriegen wir bestenfalls noch auf irgendein Spendenkonto eingezahlt oder wir gehen mit einer derartigen Selbstüberhöhung in solche Diskussionen, dass wir gar nicht mehr merken, dass dieser Wal stellvertretend für ein Problem steht, welches so viel größer ist.
Sehr früh bereits haben wir als Santiano unseren Blick auf die Situation mit denen synchronisiert, die unseres Erachtens dazu wirklich etwas sagen können. Und das sind unsere Freunde von diversen Meeres - und Tierschutz-Organisationen, unter anderem Sea Shepherd Deutschland, deren Expertise wir vertrauen. Dieser Wal hat sich, aus welchen Gründen auch immer, verschwommen. Er hat sich auf seinem Weg ein großes, von Menschen gemachtes, Netz einverleibt und niemand weiß, wie weit es hineingeht und um wieviel Organe es sich bereits gewickelt hat. Man kann es also nicht entfernen.
Großflächige Hautabplatzungen, die mit jeder Berührung größer und mehr werden, sprechen sehr dagegen, jetzt noch einmal so tätig zu werden, wie es die selbsternannten „Walretter“ nun vorhaben. Das Tier ist so geschwächt und gestresst, dass es, wenn es überhaupt gelingt, es „frei“ zu bekommen, nur ein Frage von wenigen Stunden sein wird, bis es in der nächsten Untiefe hängen bleibt.
Selbst wenn es die Nordsee erreicht - glauben wir dann wirklich einen Wal gerettet zu haben?
Nein. Wir bekommen nur sein elendes Verrecken nicht mehr mit.
Hier geht es schon lange nicht mehr um den Wal. Es geht um uns Menschen und wie wir in der Welt stehen.
An wie vielen Tiertransporten fahren wir täglich vorbei? Wieviel Steaks, Schnitzel und Würste werden demnächst wieder in den Gärten auf dem Grills der deutschen Männerkochkunst verbrannt?
Wieviel Fischbrötchen knallt sich wer in diesem Sommer beim Spaziergang um den Hafen bedenkenlos in die Figur?
Da fängt Tierschutz an!
Dieses Verhalten infrage zu stellen und vielleicht mal etwas weniger über Vegetarier und Veganer lästern und lachen, sind immer noch geeignetere Maßnahmen, statt sich als Möchtegernfreiheitskämpfer*in, moralinsauer in den nächsten medialen Supergau zu stürzen. Während der blutige Grind auf den Faröern lediglich eine kleine mediale Randbemerkung darstellt. Wo uns die täglichen Toten im Mittelmeer egal sind und wir uns im Regal der Unerträglichkeiten nur noch das raussuchen, was gut in unser Empörungseinerlei hineinpasst.
Das, liebe Freunde, ist für uns das wahrhaft Unerträgliche an dieser „Debatte“!

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