Kennen Sie den Streisand-Effekt? Wie der funktioniert hat der SPIEGEL in eindrucksvoller Weise vorgeführt: Der Streisand-Effekt bezeichnet ein soziologisches Phänomen, bei dem der ungeschickte Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken, das genaue Gegenteil bewirkt, weil er die öffentliche Aufmerksamkeit auf ebendiese Information lenkt und so ihre allgemeine Verbreitung fördert. Als der SPIEGEL nebenstehende Schlagzeile postete, stieg das Interesse am Postcast "ungescriptet" von durchschnitllich 800.000 auf über 3 Mio. Aufrufe in 6 Tagen.
Dazu "Der schwarze Kanal"
Höcke-Podcast zeigt: Linke Diskurswächter verlieren Hoheit (Focus-Online)
Carolin Blüchel, Jan Fleischhauer, Sonntag, 10.05.2026
Höcke-Podcast zeigt: Linke Diskurswächter verlieren Hoheit (Focus-Online)
Carolin Blüchel, Jan Fleischhauer, Sonntag, 10.05.2026
Während
der Höcke-Podcast von „ungeskriptet” drei Millionen Mal gesehen wurde,
fordert die SPD-Frau Saskia Esken einen Wirtschaftsboykott. Jan
Fleischhauer ist überzeugt: Den Kampf haben die linken Diskurswächter
längst verloren.
Mehr als viereinhalb Stunden hat der Podcaster Benjamin Berndt den Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke interviewt und damit ein Millionenpublikum erreicht. Jan Fleischhauer sieht hinter dem Boykottaufruf der ehemaligen SPD-Vorsitzenden Saskia Esken ein Ziel:
"Linkes Lager will digitalen Raum neu ordnen"
Letztlich
gehe es darum, "das Ding zu erledigen. Niemand dürfe mehr in diesen
Podcast gehen, weil da saß mal Björn Höcke." Und: "Aufrufe an die
Werbeindustrie. Da durfte jetzt keine Werbung mehr statt finden, um den
finanziell den Stecker zu ziehen".
Für
Fleischhauer ist das letztlich "ein Ausdruck der Ohnmacht, die man im
linken Lager empfindet". Obendrein sei es "undemokratisch, dass man zu
diesen Methoden greifen muss, um auch den digitalen Raum in seinem Sinne
jetzt neu zu ordnen."
Es gebe eine Reihe von Angeboten, "die sich an bestimmte Sprachregelungen
nicht mehr halten, an bestimmte Vorgaben nicht mehr halten." Und die
auch "diesen Leuten Raum geben, wie es so schön heißt" für ein Publikum,
das es interessiert.
Leichter Zugang zu Podcasts passt Diskurswächtern nicht
Diese
Medienangebote der Podcastwelt seien aber im Grunde
"superdemokratisch": Die Eintrittsbarriere in diese Welt sei relativ
gering. Jeder könne das machen: "Und das passt natürlich den
Diskurswächtern nicht."
Doch
die Boykottaufrufe bewirken laut Fleischhauer das Gegenteil. Die
Diskurswächter verlieren am Ende: Er spricht vom "Streisand-Effekt": Wer
aufgefordert wird, nicht hinzuschauen, schaue erst recht hin.
