Ich werte Medien aus, die dem Mainstream nicht immer entsprechen. Vorsicht: leichte Kontaktschuldgefahr (WELT, NZZ, Pioneer, Cicero, Focus) - Vorsicht: große Kontaktschuldgefahr: Alternative Medien (NIUS, Tichys Einblick, EpochTimes, Apollo News)
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31 März 2026
Der Fall Fernandes und die Gefahr der Empörungsgesetzgebung (Cicero+)
100 Jahre zurück - Deutsche Unternehmensgründungen in den USA (Netzfund)
The Pioneer - Der stille Tod des Industriearbeiters
Business Class Edition
Der stille Tod des Industriearbeiters
Gabor Steingart, 31.03.2026
30 März 2026
The Pioneer - SPD-Klingbeil: Reformen oder Rhetorik?
„Der Mensch ist nur Mensch durch Sprache“, so Wilhelm von Humboldt in seiner berühmten Rede vor der Berliner Akademie am 20. Juni 1820.
Deshalb erklärt der Chirurg seinen Eingriff und operiert nicht stumm drauflos. Der Verkäufer erläutert sein Produkt, der Architekt seinen Entwurf, auch der Friseur fragt höflich nach: Waschen, legen, föhnen?
Wichtig: Das Sprechen ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung im Berufsleben. Der Mensch, so müsste man den älteren Humboldt-Bruder ergänzen, ist wirkmächtig über die Sprache hinaus. Im Zentrum steht die Aktion: Der Chirurg operiert. Der Architekt zeichnet. Der Friseur schneidet, der Koch kocht. Der Bauarbeiter baut und der Installateur flickt das Rohr.
Nur der Beruf des Politikers – und deshalb sprechen wir heute darüber – scheint sich von dieser Logik entkoppelt zu haben. Er spricht und verspricht, doch die „Lieferung“ hat er aus seinem Leistungskatalog gestrichen. Die Kommunikation ist hier nicht mehr der Begleiter der Tat, sondern deren Ersatz.
Es gab auch in der Politik eine Zeit, da wurde mit großer Selbstverständlichkeit geliefert. Wenn Willy Brandt seine Entspannungspolitik ankündigte, flog er anschließend nach Moskau und wenig später konnten Millionen Westdeutsche ihre Ost-Verwandtschaft in Erfurt, Karl-Marx-Stadt oder auf Rügen besuchen.
Wenn Helmut Schmidt eine Sicherheitslücke in unserer Landesverteidigung erspäht hatte, wurde unverzüglich gehandelt. Er rief keine Zeitenwende aus, aber bald darauf wurden amerikanische Pershing-Raketen stationiert.
Wenn Helmut Kohl sagte, wir müssten den Gürtel enger schnallen, begann zeitnah der Sozialabbau. Als Gerhard Schröder seine Reformagenda 2010 („Fördern und Fordern“) ankündigte, wussten die Faulpelze, was die Stunde geschlagen hatte.
Es geht hier nicht darum, ob diese oder jene Maßnahme sinnvoll war. Es geht darum, dass es einen untrennbaren Zusammenhang gab zwischen Ankündigung und Vollzug, zwischen Rhetorik und Realität. Regieren war nie nur rhetorisch. Der politische Mensch war Mensch, nie nur durch Sprache.
In Deutschland ist die Entkoppelung von Wort und Tat mittlerweile das Erkennungszeichen der Politik geworden. Es kommt nicht mehr zum Richtungswechsel, sondern nur noch zum Ämtertausch. Die Granaten, die im Wahlkampf und im Bundestag gezündet werden, enthalten keine Munition. Die Militärs würden von Blendgranaten sprechen.
Der Wachstumsturbo von Scholz? Eine Attrappe. Der von Friedrich Merz angekündigte Herbst der Reformen: politische Pyrotechnik. Sein Bekenntnis zur Schuldenbremse? Leuchtmunition für den Wahlkampf.
29 März 2026
Der andere Blick NGO-Förderung in Deutschland: Endlich werden Mittel gestrichen (NZZ)
Desinformation durch linke Medien - Wenn Haltung mehr zählt als Wahrhaftigkeit (Cicero+)
27 März 2026
Merz zu "Explodierende Gewalt" (WELT, Tageschau.de u.a.)
Um etwas dagegen zu tun, müsse aus Sicht des CDU-Politikers darüber gesprochen werden, woher die Gewalt komme. Merz sagte dazu wörtlich: "Ein beachtlicher Teil der Gewalt kommt aus der Gruppe der Zuwanderer." Das gehöre zur Vollständigkeit dazu und solle das Problem nicht relativieren.
Die Äußerung über Zuwanderer bringt dem Bundeskanzler Kritik ein.Der Koalitionspartner sagt, Merz verkenne ein tieferes Problem.
Demnach sind Zugewanderte, in Relation zu ihrer Bevölkerungszahl, um ein Vielfaches häufiger als sexuelle Gewalttäter gegenüber Frauen registriert als Deutsche, und zwar pro 100.000 von 20 (für Deutsche), über 80 (für Bulgaren), bis 209 (für Algerier). Selbst wenn Sie argumentieren, soviele Zugewanderte aus den einzelnen Nationen gäbe es gar nicht, dann nehmen Sie als Bezugsgröße 10.000 Einwohner und streichen jeweils eine Stelle weg. Das Verhältnis bleibt das Gleiche.
Darüber hinaus gestatten Sie mir den Hinweis, dass sogenannte Femizide zu 49 % von Nichtdeutschen mit einem bestimmten religiös-kulturellem Hintergrund verübt werden und das bei einem Bevölkerungsanteil von knapp 15 %, wobei die meisten Opfer (45 %) ebenfalls Migrantinnen sind.
Gewaltkriminalität gibt es auch von Frauen.
Demnach sind zugewanderte Frauen im Verhältnis zur Bervölkerungszahl gewalttätiger als deutsche Männer. Bei gleicher Bezugsgröße von 100.000 Einwohner waren 272 deutsche Männer Gewalttäter, gefolgt von 336 syrischen Frauen bis zu 394 irakischen Frauen. Es ist also kein reines Männerproblem, sondern sehr wohl ein Problem von Herkunft und insbesondere religiöser Erziehung und Prägung.
Merz erwiderte, dass nicht nur „die Frauen“ über dieses Problem diskutierten, sondern auch Männer, er selbst zähle sich dazu.
Nach einer weiteren Frage zum Thema Sicherheit sagte Merz dann: „Wir haben eine explodierende Gewalt in unserer Gesellschaft, und zwar im analogen wie im digitalen Raum, und dagegen müssen wir gemeinsam etwas tun.“
Man müsse dann aber auch darüber sprechen, wo diese Gewalt herkomme. „Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt.“ Auch das gehöre zur Vollständigkeit des Bildes dazu, sagte er. Linke und Grüne reagierten verärgert auf Merz’ Worte.
Zuspruch bekam Merz dagegen aus seiner Unionsfraktion: „Ich bin froh, wenn der Kanzler die gesellschaftlichen Probleme anspricht und sich nicht die Wahrheit in sein Weltbild biegt, wie es Linke so gerne machen“, sagte der innenpolitische Sprecher der Union, Alexander Throm zu WELT. „Wer angesprochen auf Gewalt gegen Frauen darauf verweist, dass auch diese Gewalt überproportional bei Nichtdeutschen auftritt, der hat nichts Böses im Sinn, sondern der kann eine BKA-Statistik lesen.“
Der Kampf gegen die Atomkraft ist eine Lebenslüge alternder Umweltschützer. Die kann sich Europa nicht mehr leisten (NZZ)
Dieser Sinneswandel ist kaum verwunderlich. Deutschland wollte mit seiner Energiewende ein leuchtendes Beispiel für die Welt sein. Daraus ist ein abschreckendes geworden. Das Land hat die erneuerbaren Energien seit der Jahrtausendwende mit mehr als 200 Milliarden Euro gefördert und hat doch einen der
Dabei stehen die eigentlichen Herausforderungen erst bevor. Netze müssen ausgebaut, Speicher und Gaskraftwerke errichtet und bezuschusst werden. Es braucht Lückenfüller, die einspringen können, wenn Flaute und Dunkelheit herrschen. All das treibt die Preise. Früher war Strom rund um die Uhr erschwinglich. Nun zwingen Politiker dem Land den Rhythmus der Naturgewalten auf.
Nun könnte man das für ein rein deutsches Problem halten. Kein Land der Erde wird schliesslich so weit gehen, seine bestens ausgestattete und ausgebaute nukleare Kraftwerksflotte stillzulegen und dann auch noch sofort mit ihrer Zerstörung zu beginnen. Aber damit macht man es sich zu einfach. Die Lebenslüge des Atomausstiegs ist vielmehr tief im Westen verankert.
26 März 2026
„Die SPD verliert die x-te Wahl und bleibt trotzdem die mächtigste Partei“
- Ehemalige SPD-Ministerin erhält Anschlussjob. Klara Geywitz wird Vizechefin des Bundesrechnungshofes: Die SPD festigt ihre Netzwerke im Staat.
Netzfund. Ich sage es nur ungern - aber viele liberale weiße Frauen verlieren gerade den Verstand
Ich sage es nur ungern - aber viele liberale weiße Frauen verlieren gerade den Verstand
Ismael Joas auf FB
Ich bin traurig und berührt.
Während in Deutschland gerade Ricarda Lang, Luisa Neubauer und Hundert andere prominente Frauen durch die sozialen Medien hetzen – angeblich aus Liebe zur Demokratie und gegen digitale Gewalt an Collien Fernandes –, starb gestern in Spanien die 25-jährige Noelia Castillo Ramos.
Sie wurde 2022 Opfer einer brutalen Gruppenvergewaltigung in einer betreuten Einrichtung und versuchte danach, sich das Leben zu nehmen.
Die Täter wurden nie verurteilt.
Gestern bekam sie auf eigenen Wunsch aktive Sterbehilfe – weil der Schmerz und die Depressionen unerträglich geworden sind.
Kein Aufschrei. Keine Demo. Kein Hashtag.
Kein „Feminist Fight Club“ für sie.
Denn es passt nicht ins Narrativ. Der weiße Mann ist der einzige erlaubte Täter.
Reale, oft migrantische Gruppenvergewaltigungen an jungen Frauen? Totenstille.
Im neuen „Feminist Fight Club“ haben sich die neuen Feministinnen zusammengeschlossen und fordern schärfere Gesetze. Auf den ersten Blick klingt das edel.
Doch dann sagt Luisa Neubauer einen Satz, bei dem mir schlecht wird: „Männer haben Glück, dass wir keine Vergeltung wollen – sondern Gleichberechtigung.“
Das ist keine Forderung nach Gleichheit mehr. Das ist eine kaum verhüllte Drohung: „Wir könnten auch Rache nehmen – aber wir sind ja so gnädig und tun es (noch) nicht“.
Etwas Dunkles und Rachsüchtiges bricht hier durch.
Und während sie demonstrieren, gibt die Spiegel-Journalistin Juliane Löffler seelenruhig zu, dass ihre Titelgeschichte über Collien Fernandes gezielt auf das neue Zensur-Gesetz von Stefanie Hubig abgestimmt war.
Ein Einzelfall wird instrumentalisiert, um Gesetze zu schaffen, die vor allem unliebsame Meinungen treffen sollen.
Das ist kein Zufall. Das ist ein Muster. Das ist ein weiterer Schritt in Richtung eines totalitären Denkens.
Auf Instagram und Co. rollt derweil eine regelrechte Hasswelle gegen Männer.
Kleinste Streitigkeiten werden dort zu „toxischer Männlichkeit“ hochstilisiert, Frauen pushen sich gegenseitig zur Trennung, und jede weinende Story bekommt Tausende Likes: „Lass den Loser gehen!“
Und während das alles läuft, postet die linke Influencerin „Frau Löwenherz“ ein Video, in dem sie offen die Hängung und Kastration von Christian Ulmen fordert und pauschal alle Männer als Kern des Problems brandmarkt.
Das ist kein Ausrutscher. Das ist die logische Konsequenz dieses entgrenzten Hasses.
Das ist die bittere Realität hinter der selektiven Empörung.
Emotion siegt über Ratio. Selektive Empörung ersetzt jede sachliche Debatte. Mitgefühl gibt es nur noch in eine Richtung.
Viele dieser Frauen leben in sicheren Blasen, wählen fanatisch links und blenden unangenehme Fakten einfach aus. Das eigene moralische Selbstbild ist wichtiger als die Realität.
Das Ergebnis: Mitgefühl ohne Grenzen, ohne Verantwortung, ohne Realitätssinn. Junge Männer rücken nach rechts, junge Frauen nach links. Die Geschlechterkluft wächst rasant. Familien zerbrechen, Geburtenraten sinken, Vertrauen schwindet.
Ich sehe das bei Freundinnen, in der Familie, auf der Straße. Früher haben wir noch diskutiert. Heute reicht eine kritische Frage – und du bist raus. Der Dialog ist tot.
Wie sagte kürzlich eine alte Freundin zu mir: „Du bist ja jetzt Rechts, kein Bedarf mit dir zu diskutieren.“
In ihrem Gesicht war kein Mitgefühl zu erkennen – nur blanke Wut.
Ich dachte mir: Was früher echte Empathie war, wirkt heute oft nur noch wie moralische Überlegenheit, gepanzert mit einem undurchdringlichen Schutzschild.
Wenn moralische Identität mit bestimmten Weltbildern verschmilzt, dann wird jede abweichende Perspektive zur Bedrohung.
Man nennt das affektive Polarisierung.
Wenn Männer und Frauen sich immer mehr als Feinde statt als Verbündete sehen, zerfällt am Ende wirklich alles.
Es wird Zeit, dass wir wieder ehrlich miteinander reden. Mit Herz und mit Verstand. Bevor es wirklich zu spät ist.
Noelia stirbt heute um 18 Uhr – während in Hamburg gegen „digitale Vergewaltigung“ demonstriert wird
Nach einer Gruppenvergewaltigung begeht Noelia Castillo einen Selbstmordversuch. Seitdem ist sie querschnittsgelähmt. Gerichtlich setzt sie durch, am 26. März assistierten Suizid begehen zu dürfen. Täter werden geschützt, das Opfer muss sterben: Ein Fall, der fassungslos macht.
«Virtuell vergewaltigt»: Der Fall Ulmen und die Medien (NZZ)
Reflexartige Empörung
25 März 2026
Fernandes Gallionsfigur einer Kampagne?
Die Demonstrationen am Wochenende? Aber nein, das war keine Kampagne. Hier wurde nichts orchestriert, inszeniert oder vorbereitet, hier bricht sich zufällig das gesunde deutsche Volksempfinden seinen Weg.
Die Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Mann sind öffentlich bekannt. Werden von ihr jetzt aber relativiert. Gegenüber NIUS räumte sie ein, dass es nicht darum ginge, dass ihr Ex-Mann DeepFakes von ihr verschickt habe:
„Das sind verschiedene Punkte. Zum einen gibt es Menschen, die Deepnudes von mir online gestellt haben, zum anderen gibt es die pornografischen Videos (Anm: also echte?), die der Täter (Anm. Ulmen?) unter meiner Identität verschickt hat.“
Wer über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren Täter war, er brauchte enormes Expertenwissen und die Softwarewerkzeuge, die es in dieser Form erst seit kurzem gibt.
Noch mehr Erklärung braucht man, um darzulegen, warum kein einziger der Arbeitskollegen Fernandes darauf angesprochen hat; schließlich dachten sie ja, sie wären von ihr überdeutlich zum Sex aufgefordert worden. Und noch viel mehr, wie kein einziger Beweis davon je ins Internet geschafft hat.
Alles nur Kulturkampf von rechts? Wie sich ARD, ZDF, SRG und andere öffentliche Medien unangreifbar machen (NZZ)
Wie sich ARD, ZDF, SRG und andere öffentliche Medien unangreifbar machen (NZZ)
24 März 2026
The Pioneer - Die Lehren des AfD-Erfolges
Die Lehren des AfD-Erfolges
Gabor Steingart, 24.03.2024
Guten Morgen,
der Tag nach einer Wahl ist der grausamste, denn dann rollen die Köpfe. Der von FDP-Chef Christian Dürr ist gestern Mittag gefallen, die von Lars Klingbeil und Bärbel Bas wackeln noch.
The Pioneer - SPD: Nacht der Niederlage
Business Class Edition
SPD: Nacht der Niederlage
Gabor Steingart, 23.03.2026,
die Albträume von Lars Klingbeil wurden gestern in Rheinland-Pfalz wahr: Die SPD hat verloren. Wieder verloren. Nach Rudolf Scharping, Kurt Beck, Malu Dreyer und Alexander Schweitzer gibt die SPD nach 35 Jahren als regierende Kraft die Staatskanzlei in Mainz an die CDU ab.
Die Politik der Bundes-SPD hat geholfen – aber den Konservativen. Klingbeil und seine Co-Chefin Bärbel Bas sitzen vor den Trümmern ihrer gemeinsamen Arbeit. Die SPD arbeitet unter ihrer Führung offenbar an der Selbstauflösung. Die bittere Bilanz des Wahlabends:
Mit 25,9 Prozent (minus 9,8 Prozentpunkte zur vorherigen Wahl) erreichte man das schlechteste Ergebnis in Rheinland-Pfalz.
Vor allem bei seiner einstigen Kernwählerschaft musste man einstecken. Arbeiter minus 15 Prozent; Angestellte minus 13 Prozent.
Knapp 40 Prozent der Arbeiter wählten die AfD. Für die SPD, die sich selbst als Arbeiterpartei bezeichnet, stimmten knapp 20 Prozent. Das liegt auch daran, dass über 70 Prozent sagen, die SPD „steht heute nicht mehr eindeutig auf der Seite der Arbeitnehmer“.
Spitzenkandidat Alexander Schweitzer konnte als Persönlichkeit überzeugen, die Inhalte nicht, vor allem die der Bundespartei nicht. Ein Wunder, dass der Mann bei diesem Gegenwind überhaupt stehenblieb.
Der ehemalige SPD-Kanzleramtsminister unter Gerhard Schröder, Prof. Bodo Hombach, hat das gestrige Wahlergebnis für The Pioneer eingeordnet – wortgewaltig, präzise, dem freien Denken verpflichtet, nicht dem Parteibuch. Hier die Kurzfassung:
23 März 2026
Der andere Blick - Die CDU siegt in Rheinland-Pfalz. Den Erfolg der AfD sollte sie aber nicht auf die leichte Schulter nehmen (NZZ)
Denn eine Mehrheit der Wähler hat in dem westdeutschen Bundesland mit dem Votum für CDU und AfD für Mitte-rechts-Politik gestimmt, wird nach Lage der Dinge aber wie bei der Bundestagswahl auch ein Bündnis von CDU und SPD erhalten. Darin werden die Christlichdemokraten Zugeständnisse nach links machen müssen. Das wird der dortigen pragmatischen CDU nicht so schwerfallen wie andernorts. Die Übereinstimmung mit der SPD ist dort grösser. Zudem spielten bei der Wahl in Rheinland-Pfalz vor allem landespolitische Themen eine Rolle, wo die Differenzen oft nicht so ausgeprägt sind wie auf Bundesebene.
Dennoch kann unter diesen Umständen der von der CDU versprochene Politikwechsel nicht eingelöst werden. Die nach 35 Jahren eigentlich abgewählte rheinland-pfälzische SPD wird weiter mitregieren. Dank der Brandmauer erhält sie so wie auf Bundesebene auch ein Abo auf Regierungsbeteiligung. Das beschädigt das Vertrauen in die parlamentarische Demokratie nachhaltig. Schliesslich lässt sich durch Wahlen nur noch begrenzt Einfluss auf den Kurs des Landes nehmen.
Unter diesen Umständen wird die AfD wenig überraschend zur Hoffnung derjenigen, die einen Politikwechsel wünschen. Die AfD verdankt ihren Wahlerfolg vor allem der hohen Mobilisierung im Lager der Nichtwähler. Den politischen Mitbewerbern sollte zudem zu denken geben, dass die unter 35-jährigen Wähler der AfD attestieren, die besten Antworten auf die Fragen der Zukunft zu haben.



















