trotz Weltkrise heute mal was Lustiges, was ich über die Feiertage bei der Business-Plattform LinkedIn las: „Ostern findet nicht statt. Die Regierung hat keine Eier.“ So fing dort ein Kommentar zum wirtschaftspolitischen Status Quo der Bundesrepublik an, den man kaum präziser hätte auf den Punkt bringen können, oder?
Sie ist wirklich entnervt, und da wird es dann doch wieder ernst, denn es hat sich ja einfach nichts geändert in bald einem Jahr Schwarz-Rot. Zumindest nichts zum Guten. Null Wachstum. Bleierne Apathie. Und kaum noch ein Industriekonzern, der seit vergangenem Frühjahr ohne Jobabbaupläne auskam.
Allein beim VW-Konzern könnten es bis 2030 rund 50.000 werden. Bosch will im gleichen Zeitraum bis zu 22.000 Stellen streichen. ZF Friedrichshafen: 14.000 bis 2028. Selbst der Börsenstar SAP will rund 10.000 Arbeitsplätze abbauen. Seit Start der Koalition sind gut 20.000 Firmen in die Insolvenz getrudelt. In Spitzenzeiten verschwand alle 20 Minuten ein Unternehmen. Die meisten sterben eher leise.
Die Lohnnebenkosten bleiben hoch.
Die oberen zehn Prozent der arbeitenden Bevölkerung zahlen rund 60
Prozent aller Lohn- und Einkommensteuern. „Man könnte also sagen, sie
sind bereits relativ engagiert.“ Sagt Julia Neuen, die ein fatales Fazit
zieht: „Viele mir bekannte Leistungsträger beginnen allmählich, sich
eine sehr schlichte Frage zu stellen: Wofür eigentlich noch?“
Was tut die Bundesregierung? Die SPD steckt in einer Identitätskrise,
da will offenbar nicht mal die Union stören. Also wird über
Ehegattensplitting gestritten und Homöopathie-Zuzahlungen. Und
SPD-Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sorgt derzeit mit der Idee für Verblüffung, Schwarzfahren zu „entkriminalisieren“.
Das alles wirkt, als rase ein Meteorit auf Berlin zu,
und die Regierung denkt darüber nach, ob die Fenster im Bundestag wohl
ausreichend Schallschutz bieten beim Aufschlag. Ich habe Frau Neuen noch
nicht gefragt, kann mir aber vorstellen, was sie davon hält.

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