Meinungsfreiheit in Deutschland:
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jan Fleischhauer wegen einer ironischen Bemerkung (NZZ)
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jan Fleischhauer wegen einer ironischen Bemerkung (NZZ)
Der bekannte Journalist ist mit einem Strafverfahren konfrontiert. Sein Vergehen: ein Spruch zur Jugendorganisation der AfD. Der Fall wirft einmal mehr die Frage nach dem Zustand der Redefreiheit auf.
Rico Bandle 06.03.2026, 15.44 Uhr, 3 Leseminuten
Mitte Januar erhält der deutsche Kolumnist Jan Fleischhauer Post vom Kriminalfachdezernat 4 in München. Betreff: «Einleitung eines Strafverfahrens». Ihm wird vorgeworfen, in einem Podcast die Nazi-Parole «Deutschland erwache» geäussert zu haben. Bei dem Wortlaut handle es sich «um eine verbotene Parole gem. § 86a StGB», heisst es in dem Brief.
Fleischhauer hatte die Parole tatsächlich ausgesprochen. Allerdings als Witz. Es ging in dem Podcast um den Gründungskongress der neuen AfD-Jugendorganisation in Giessen vom November 2025. Fleischhauer fragte ironisch, ob der Verband künftig «Generation Hoffnung» oder «Generation ‹Deutschland erwache›» heissen werde.
Vierstelliger Betrag wegen eines Spruchs
Der Fall erinnert an jenen des Philosophen Norbert Bolz, der sich auf Twitter über eine Schlagzeile der linken Zeitung «TAZ» («AfD-Verbot und Höcke-Petition: Deutschland erwacht») lustig machte. «Gute Übersetzung von ‹woke›: Deutschland erwache!», schrieb er. In der Folge wurde wegen des Verdachts «der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen» ermittelt, sogar eine Hausdurchsuchung wurde angeordnet. Dass Bolz bloss eine Schlagzeile satirisch kommentiert hatte, war den Behörden egal. Das Verfahren wurde erst letzten Dezember «nach Zahlung einer Geldauflage (im unteren vierstelligen Bereich) an eine gemeinnützige Organisation» eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Rico Bandle 06.03.2026, 15.44 Uhr, 3 Leseminuten
Mitte Januar erhält der deutsche Kolumnist Jan Fleischhauer Post vom Kriminalfachdezernat 4 in München. Betreff: «Einleitung eines Strafverfahrens». Ihm wird vorgeworfen, in einem Podcast die Nazi-Parole «Deutschland erwache» geäussert zu haben. Bei dem Wortlaut handle es sich «um eine verbotene Parole gem. § 86a StGB», heisst es in dem Brief.
Fleischhauer hatte die Parole tatsächlich ausgesprochen. Allerdings als Witz. Es ging in dem Podcast um den Gründungskongress der neuen AfD-Jugendorganisation in Giessen vom November 2025. Fleischhauer fragte ironisch, ob der Verband künftig «Generation Hoffnung» oder «Generation ‹Deutschland erwache›» heissen werde.
Vierstelliger Betrag wegen eines Spruchs
Der Fall erinnert an jenen des Philosophen Norbert Bolz, der sich auf Twitter über eine Schlagzeile der linken Zeitung «TAZ» («AfD-Verbot und Höcke-Petition: Deutschland erwacht») lustig machte. «Gute Übersetzung von ‹woke›: Deutschland erwache!», schrieb er. In der Folge wurde wegen des Verdachts «der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen» ermittelt, sogar eine Hausdurchsuchung wurde angeordnet. Dass Bolz bloss eine Schlagzeile satirisch kommentiert hatte, war den Behörden egal. Das Verfahren wurde erst letzten Dezember «nach Zahlung einer Geldauflage (im unteren vierstelligen Bereich) an eine gemeinnützige Organisation» eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.








