Gewaltentwicklung in Deutschland
Die bittere Wahrheit hinter den Erfolgsmeldungen der Kriminalstatistik (WELT+)
Die bittere Wahrheit hinter den Erfolgsmeldungen der Kriminalstatistik (WELT+)
Die neue Kriminalstatistik zeigt: Die Gewaltkriminalität ist insgesamt
zurückgegangen, Mordfälle und schwere Sexualdelikte hingegen sind
gestiegen. Es gibt jeden Tag rund 80 Messerstraftaten; nichtdeutsche
Tatverdächtige sind deutlich überrepräsentiert. Insbesondere im Bereich der Gewaltkriminalität zeigt sich eine große Differenz: Hier liegt die TVBZ der nichtdeutschen Tatverdächtigen bei
628, die der deutschen bei 158. Die Belastung ist also um den Faktor 4,0
höher. Auch hier sticht eine Gruppe besonders hervor: Die TVBZ der
nichtdeutschen männlichen Jugendlichen beträgt 3.710. Demgegenüber steht
die Zahl der deutschen männlichen Jugendlichen: 1.070. Bei männlichen
Heranwachsenden liegen die Werte bei 2.698 zu 942, bei männlichen
Erwachsenen bei 808 zu 194.
WELT kennt die Details.
WELT kennt die Details.
Wenn Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) diesen Montagmorgen die neue Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) vorstellt, kann er zunächst Positives verkünden: Die Kriminalität in Deutschland ist 2025 deutlich gesunken. Doch der Teufel steckt, wie so oft, im Detail. WELT kennt den Bericht bereits und hat ihn analysiert.
Der Rückgang hat vor allem einen statistischen Grund: die Teillegalisierung von Cannabis im April 2024. Sie sorgt dafür, dass deutlich weniger Drogendelikte erfasst werden und drückt so die Gesamtzahlen nach unten. Insgesamt registrierte die Polizei rund 5,5 Millionen Straftaten, ein Minus von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Konkret heißt das: Die Gesamtzahl ist mit denen der Vorjahre nur eingeschränkt vergleichbar. Die Aufklärungsquote liegt für Straftaten insgesamt bei 57,9 Prozent (2024: 58,0 Prozent).
Auch bei der Gewaltkriminalität zeigt sich auf den ersten Blick ein Rückgang. Die Zahl der Delikte sank leicht um 2,3 Prozent. Allerdings: Bei besonders schweren Taten geht die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung.
So stieg die Zahl der Fälle von Mord und Totschlag um 6,5 Prozent. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei Vergewaltigungen und besonders schweren sexuellen Übergriffen aus. Hier verzeichneten die Behörden ein Plus von 8,5 Prozent. Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern nahm weiter zu.
Hinzu kommt ein weiterer Trend, der Experten zunehmend Sorgen bereitet:
Die Tatverdächtigen werden jünger. Zwar ist die Jugendkriminalität
insgesamt rückläufig, doch bei Kindern zeigt sich ein gegenläufiger
Trend. In dieser Altersgruppe stieg die Gewaltkriminalität um 3,3
Prozent, wenn auch weniger stark als im Vorjahr.







