Der Fall Eralp – und die Folgen für Rot-Rot-Grün
, Pioneer Editor, Ressortleiter Wirtschafton , 30.10.2026
, Pioneer Editor, Ressortleiter Wirtschafton , 30.10.2026
Guten Morgen,
es gibt Interviews, die nie erscheinen – und trotzdem alles sagen. Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linken, hat das gestern bewiesen.
Eine gestrichene Antwort, eine interne Notiz und ein Sprecher, der zu schnell auf „Senden“ gedrückt hat, werfen eine Frage auf, die Berlin jetzt beschäftigt: Wer hat hier eigentlich Angst vor wem?
Eralp fühlt sich von Hamas-Radikalen bedroht. Die Berliner sorgen sich nun, dass eine von der Linken geführte Regierung den Kampf gegen die Organisierte Kriminalität nie wird gewinnen können.
Der Fall Eralp und seine Folgen. Unser Top-Thema heute.
Der Fall Eralp und seine Folgen. Unser Top-Thema heute.
Kann Elif Eralp Berlin regieren? Ist die Linke ein Sicherheitsrisiko? Nach dem gestrigen Tag gehen die Meinungen darüber noch weiter auseinander als zuvor.
Der Grund: Die Spitzenkandidatin der Linken scheut sich offenbar, einen Unterstützer einer Terrorgruppe aus dem Umfeld ihrer Partei beim Namen zu nennen.
Die Berichterstattung des Spiegel zeige „eine neue Dimension des Problems, das die Berliner Linke offensichtlich mit Kontakten in das extremistische Milieu“ habe, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Schätzl meinem Kollegen Maximilian Beer.
„Unsere Befürchtungen der letzten Wochen sehen wir bestätigt“, so der Innenpolitiker, der kürzlich eine Erklärung mehrerer SPD-Abgeordneter gegen Rot-Grün-Rot in Berlin unterzeichnet hatte.
Und weiter:
Mit der Berliner Linksfraktion ist es aus meiner Sicht nicht möglich, auf Basis eines gemeinsamen Wertekompasses konstruktive Koalitionsverhandlungen zu führen.
Hintergrund ist ein ungewöhnlicher Vorgang: Nach einem Interview mit Eralp erhielt der Spiegel die autorisierte Fassung des Gesprächs, allerdings enthielt das Dokument auch interne Notizen.
Als es um „Grenzüberschreitungen“ im Wahlkampf der Linken ging, stellte das Magazin nach eigenen Angaben eine Nachfrage: ob Eralp damit Ibrahim Ibrahim meine, „der den Chefplaner des Hamas-Überfalls auf Israel am 7. Oktober 2023 als ‚Märtyrerhelden‘ bezeichnet hat und in Neukölln auf der Wahlparty war“.
Eralp habe das bejaht. Doch sowohl die Frage als auch ihre Antwort seien in der freigegebenen Version gestrichen gewesen.







