Morning Briefing
Die fünf unbequemen Wahrheiten der Wahlnacht
Gabor Steingart, 07.09.2026
Die fünf unbequemen Wahrheiten der Wahlnacht
Gabor Steingart, 07.09.2026
Guten Morgen, die Sehnsucht der Mächtigen, die Wirklichkeit gedanklich so lange zu verschönern, bis sie dem eigenen Wunsch entspricht, gab’s zu allen Zeiten. In dieser Hinsicht zumindest gleicht das politische Berlin der Weimarer Republik. Kurt Tucholsky hat es 1930 in seinem Gedicht „Zuckerbrot und Peitsche“ so auf den Punkt gebracht:
„Das Bürgertum erliegt der Wucht:
Flucht, Flucht, Flucht.
Sie wollen sich mit Kunst betäuben,
sie wollen nur noch Märchen sehe an
sie wollen ihre Welt zerstäuben
und neben der Epoche gehen.“
Dieses „neben der Epoche gehen“ war gestern Abend in Kompaniestärke zu besichtigen. Aus den Parteizentralen von CDU und SPD, aber auch aus Kanzleramt, Unionsfraktion und Bundesregierung waren in den TV-Studios von ARD und ZDF professionelle Beschwichtiger unterwegs, die nur das sahen, was sie sehen wollten.
Flucht. Flucht. Flucht.
Da aber Demokratie zuweilen nur ein anderes Wort für Tapferkeit ist, hier fünf unbequeme Wahrheiten, die sich aus dem Ergebnis von gestern Abend ableiten:
#1 Hochamt der Demokratie







