Wo Millionen auf verschlungenen Wegen fliessen: die fragwürdige Förderpraxis der Bundeszentrale für politische Bildung (NZZ)
Die deutsche Regierung hat veröffentlicht, wem die Bundeszentrale für
politische Bildung Geld zuwendet. Eine Recherche der NZZ zeigt, wie
verfilzt das Fördergeflecht ist.
Die
Ziele der Bundeszentrale für politische Bildung können kaum grösser
sein. Es geht ihr um den Bestand des Gemeinwesens schlechthin, um nichts
weniger, als die Demokratie zu stärken und die Zivilgesellschaft zu
fördern, so steht es auf ihrer Website.
Selbst
konservative Politiker sind gerne bereit, dafür viel Geld auszugeben.
Der christlichsoziale Innenminister Alexander Dobrindt hob kürzlich
hervor, wie wichtig eine «moderne, zuverlässige Demokratiebildung»
sei. Denn Desinformation und «Hass im Netz» bedrohten den Zusammenhalt
der Gesellschaft.
Die
dem Innenministerium unterstehende Bundesbehörde bekommt deshalb viel
Geld aus dem Staatshaushalt: Während ihr Budget im Jahr 2016 noch bei
rund 50 Millionen Euro lag, ist es im laufenden Jahr doppelt so
hoch: über 100 Millionen Euro.
Wer
sollte dagegen etwas einzuwenden haben? Schliesslich dienen die
Ausgaben doch dem guten Zweck. Mit dem Geld fördert die Bundeszentrale
etwa das Rote Kreuz, den Deutschen Fussball-Bund oder Universitäten.
Recherchen
der NZZ zeigen ein anderes Bild. Sie verdeutlichen, dass das hehre
Selbstbild der Behörde nicht in allen Fällen zutrifft. Vielmehr haben
sich über die Jahre verfilzte Strukturen um die Bundeszentrale gebildet.
Beispielhaft dafür steht ein Geflecht aus drei Organisationen, die auf
so verschlungenen Pfaden Geld erhalten haben, dass sich die Finanzflüsse
kaum nachvollziehen lassen. Schwere Vorwürfe stehen im Raum: Hat die
Bundeszentrale für politische Bildung altgediente Mitstreiter bei der
Mittelvergabe bevorzugt? Dienten die Ausgaben wirklich alle dem guten
Zweck?
Die Bundesregierung legte Zahlen offen
Die Bundesregierung legte Zahlen offen








