Kommen die Proteste aus Frankreich nach Deutschland? Die Gruppe «Gen Z steht auf» plant im ganzen Land Demonstrationen (NZZ)
Die Gruppe gibt sich idealistisch und lehnt Gewalt ab. Doch vieles deutet darauf hin, dass Extremisten die Schülerproteste für ihre Zwecke nutzen wollen.
Anna Schiller, BerliN, 21.10.2026, 4 minAuf Instagram kursiert ein Video, das den Turm des Rathauses von Limoges in Flammen zeigt. Er wurde bei den Ausschreitungen am Wochenende in Frankreich mutmasslich von einem Linksextremisten in Brand gesetzt, später fiel er unter dem Gejohle der Menge zusammen. Die Szene wird von der Stimme eines jungen Mannes aus Deutschland durchbrochen: «Liebe Regierung, wollt ihr, dass es so auch bei uns aussieht?»
Der Mann, der die deutsche Regierung warnt, hat sich ein dunkles Tuch um den Kopf gebunden, er trägt einen schwarzen Nietengürtel, an einer Hosenlasche hängt ein Karabinerhaken mit einem Mercedes-Stern. Auch in Deutschland seien die Schulen verwahrlost, die Lebenskosten stiegen, und dann solle man auch noch im Krieg für Deutschland töten und sterben. «Das reicht», sagt er und blickt dabei ernst in die Kamera.
Den Beitrag hat eine Gruppe geteilt, die sich «Gen Z steht auf» oder manchmal auch «Gen Z regelt» nennt. Sie ruft für den 31. Oktober zu einem Protest der sogenannten Generation Z nach dem Vorbild Frankreichs auf. Damit sind in der Regel die Geburtsjahrgänge von 1995 bis 2012 gemeint. Laut der Website der Gruppe sind Demonstrationen in 21 deutschen Städten geplant.
Gegen Wehrpflicht und Überwachung
Die Gruppe selbst gibt sich idealistisch. Als Logo nutzt sie ein orangefarbenes Eichhörnchen. «Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden», schreibt sie auf ihrer Website. In einem Positionspapier heisst es, man protestiere gegen Kürzungen im Bildungs- und Gesundheitssystem, für ein bezahlbares Leben und Klimaschutz, gegen Wehrpflicht, Überwachung und Fachkräftemangel. Man lehne jede Form von Gewalt an den Demonstrationen ab.
Allerdings gilt das nicht für jeden der potenziellen Teilnehmer. Die internen Planungen der Demonstrationen klingen deutlich rabiater. Auf dem Messenger-Dienst Telegram gibt es Gruppen, in denen sich Interessierte zu den geplanten Protesten in einzelnen Städten austauschen können. Man kann ihnen einfach per Einladungslink auf der Website beitreten.
In der Gruppe für Berlin äussern einige Unmut über das Gewaltverbot. «Wenn es wieder ‹nur› eine friedliche Demo wird, wird das nichts», schreibt eine Person. «Es muss diesmal abgehen.» Eine andere pflichtet ihr bei: «Wenn wieder alle nur laufen und rufen, ist das für die Politik einfach ein ganz normaler Tag, und die sitzen es aus, und es interessiert niemanden.»
Einige denken laut über Plünderungen nach











