Frauen gefährden die DemokratieDaniela Niederberger, 11.02.2026, Weltwoche Viele wichtige Institutionen sind heute von Frauen dominiert. Das ist nicht nur positiv. Frauen ziehen Empathie der Rationalität vor. Und: Sie zensurieren lieber als Männer.
Wir leben in einer Zeit der grossen Feminisierung. An den Unis sind Frauen in der Mehrheit, in den Medien vielerorts auch, in den Firmen sind weibliche Verhaltensmuster zum Massstab geworden, seit die Personalabteilungen fest in Frauenhand sind. «The Great Feminization» nennt das die amerikanische Autorin Helen Andrews in ihrem Essay, der grosse Beachtung fand. Ist das nicht eine gute Sache?, werden viele fragen. Nein, sagt sie. Die Feminisierung gefährdet wichtige Institutionen.
Es bilden sich Parallelwelten.
Die Art, wie der Präsident der Harvard-Universität von Frauen gecancelt worden sei, war für sie ein Augenöffner. Er hielt 2005 einen Vortrag darüber, wie man technische Fächer wie Engineering diverser gestalten könne. Frauen seien dort unterrepräsentiert, weil es «im High-End-Bereich unterschiedliche Verfügbarkeiten in puncto Fähigkeiten gebe». Was heisst: Bei den super Begabten finden sich weniger Frauen. Eine Biologin aus dem Publikum sagte danach, sie habe «fast nicht mehr atmen können». Alles Entschuldigen und Verweisen auf Studien zu biologischen Unterschieden half nichts.
Keine Ideologie, sondern Demografie
Der Mann sei auf feminine Art gecancelt worden, sagt Andrews. Mit Emotionen statt logischen Argumenten. Canceln sei weiblich. Cancel-Culture passiere, sobald es in einem Bereich oder in einer Organisation genügend Frauen gebe. Und Wokeness sei keine Ideologie, sondern Demografie. Wokeness bedeute, das Weibliche dem Männlichen vorzuziehen: Empathie vor Rationalität, Sicherheit vor Risiko, Zusammenhalt vor Wettbewerb. Die Differenzen betreffen Frauen und Männer als Gruppen. Natürlich gibt es auf beiden Seiten Ausnahmen. Aber Frauen als Gruppen ziehen Konsens und Kooperation vor. Männer tragen Konflikte aus. Frauen unterminieren und ächten ihre Kontrahentinnen im Verdeckten.
Wichtige Institutionen sind heute mehrheitlich weiblich. An der Universität Zürich gibt es mehr Studentinnen (60 Prozent) als Studenten. Viel mehr Frauen sind es in den Rechtswissenschaften (67 Prozent), in der Medizin und mit gegen 80 Prozent in der Psychologie. In Deutschland ist es nicht anders.
Studentinnen sind häufiger für Zensur und Sprechverbote. Umfragen an amerikanischen Unis zeigen dies. Gefragt, was wichtiger sei, die freie Meinungsäusserung oder Inklusion, sagten 61 Prozent der Männer die freie Rede, aber nur 35 Prozent der Frauen. Ausserdem können oder wollen Frauen objektive Wissenschaft und Anwaltschaftlichkeit oft nicht trennen. Soziologieprofessoren wurden 2018 danach gefragt, und bloss 31 Prozent der Frauen waren für eine klare Trennung; 57 Prozent waren dagegen. Bei den Männern war es umgekehrt.
Männer tragen Konflikte aus. Frauen unterminieren ihre Kontrahentinnen im Verdeckten.