Rekordflut an Bewerbungen wegen KI:
Die Chancen jedes Einzelnen sinken und die Generation Z trifft es besonders hart (NZZ)
Die Chancen jedes Einzelnen sinken und die Generation Z trifft es besonders hart (NZZ)
Die
Wirtschaft läuft schleppend, Firmen schreiben weniger Stellen aus. Auch
wegen der KI gibt es mehr Konkurrenz um weniger Jobs.
Wer
derzeit einen Job sucht, kann viel Frust erleben. Absage, Absage,
Absage, nichts gehört, Vorstellungsgespräch, Funkstille, neue Runde.
Junge Hochschulabsolventen trifft dies besonders hart. Viele geben der
künstlichen Intelligenz die Schuld. Denn typische Jobs für Einsteiger
übernehmen heute Programme, etwa das Erstellen von Präsentationen oder
Marktanalysen.
Doch die Misere greift tiefer.
Aus Unsicherheit wird Aktionismus
Die
Digitalisierung hat das Bewerben massiv beschleunigt. Früher stellten
Bewerberinnen und Bewerber aufwendige Mappen zusammen, verfassten
Motivationsschreiben, kopierten Dokumente und brachten alles zur Post.
Heute lädt man die Dokumente auf der Website des Unternehmens hoch. Auf
erklärende Anschreiben wird häufig verzichtet. Wenn es sie doch braucht,
kann die KI beim Formulieren helfen. Die Kosten pro Bewerbung sinken.
Das führt zu mehr «Output».
Gerade
als KI-Assistenten wie Chat-GPT, Claude und Gemini diese Entwicklung
nochmals auf ein neues Level hievten, lief der Nach-Corona-Boom aus. Das
Wirtschaftswachstum geriet ins Stocken, und die Unternehmen traten bei
den Neueinstellungen auf die Bremse. Weniger Jobs, mehr Konkurrenz.
Schweizer
Unternehmen schrieben 2025 im zweiten Jahr in Folge weniger Stellen
aus. Die Erwerbslosenquote stieg im vierten Quartal nach Zahlen der
Internationalen Organisation für Arbeit (ILO) auf 5 Prozent nach 4,4
Prozent im Vorjahr. In Deutschland liegt sie wegen der vielen Minijobs mit 3,6 Prozent tiefer, aber ebenfalls höher als vor Jahresfrist.
Weil
die Lage ungemütlicher geworden ist, schalten die Bewerber drei Gänge
höher. Sie schreiben Bewerbungen im Akkord, streuen weiter und laden
ihre Dossiers auch bei Unternehmen hoch, zu denen sie erst in zweiter
Linie hinmöchten. Aus Unsicherheit wird Aktionismus.
73 Prozent mehr Bewerbungen pro Stelle











