Neue Details im Fall Nord Stream: Waren die Amerikaner früher als bislang angenommen in die Pläne eingeweiht? (NZZ)
Laut
einem Medienbericht sollen sich Vertreter der CIA bereits im Frühjahr
2022 mit ukrainischen Spezialisten in Kiew getroffen haben. Deren
Sabotagepläne unterstützten die Amerikaner offenbar zunächst.
Anna Schiller, Berlin 19.02.2026, 3 Min
Für
die deutschen Ermittler gilt als weitgehend geklärt, wie die
Nord-Stream-Pipelines gesprengt wurden – und von wem. Der mutmassliche
Anführer der Operation, Serhi Kusnezow, Offizier einer Spezialeinheit
der ukrainischen Streitkräfte, sitzt seit vergangenem Jahr in
Deutschland in Untersuchungshaft.
Der
Tathergang wird folgendermassen rekonstruiert: Anfang September 2022
reiste Kusnezow über Polen nach Deutschland. In Wiek auf Rügen bestieg
er mit seiner Truppe – einem Schiffsführer, einem Sprengstoffexperten
und vier Tiefseetauchern – die gecharterte Jacht «Andromeda». Die Gruppe
fuhr in die Nähe der dänischen Insel Bornholm, wo sie vier Sprengsätze
mit Zeitzündern an den Pipelines platziert haben soll. Am 23. September
kehrte Kusnezow in die Ukraine zurück. Drei Tage später endete das
Pipelineprojekt in Explosionen in der Ostsee.
Doch zwei entscheidende Fragen bleiben bislang unbeantwortet: Wer gab den Auftrag? Und wer war in die Pläne eingeweiht?
Treffen mit der CIA in Kiew
Im
Dezember vergangenen Jahres äusserte sich erstmals ein deutsches
Gericht zu den mutmasslichen Drahtziehern. Der Bundesgerichtshof (BGH)
musste sich mit einer Haftbeschwerde von Kusnezow befassen. Deutschlands
oberstes Gericht kam zu dem Schluss, dass er und die anderen Männer
«hochwahrscheinlich» in fremdstaatlichem Auftrag gehandelt hätten.
Sprich: dass die Ukraine für die Sabotage verantwortlich ist.
Schon
länger gibt es allerdings auch Berichte zu möglichen Mitwissern. Eine
neue Recherche des «Spiegels» legt nun nahe, dass der amerikanische
Geheimdienst CIA deutlich früher über die Pläne informiert war als
bislang angenommen.






