"Deutschland
kann seinen Bürgern keine Sicherheit bieten, nur Phrasen mit immergleichen Trauerfloskeln und die rituellen Bekundungen, die Freiheit zu verteidigen."
Der andere Blick
Der andere Blick
Das grosse Versagen: warum der Terror in Deutschland alltäglich geworden ist (NZZ)
Seit
einem Vierteljahrhundert gehört der Jihadismus zu Deutschland. Doch die
Politik schaut weg, beschwichtigt und sucht nach Ausreden fürs
Nichtstun.
von Eric Gujer, 31.07.2026, 6 Min
Vor 400 Jahren tobte in England ein Bürgerkrieg: zwischen den
Religionen, zwischen Monarchisten und Republikanern. Thomas Hobbes, ein
Überlebender des Gemetzels, verfasste daraufhin das Werk, das bis heute
unsere Vorstellung vom Staat prägt. Dessen wichtigste Aufgabe sei es,
die physische Sicherheit der Bürger zu garantieren.
Der
Staat benötigt dafür laut Hobbes ein Machtmonopol, mehr noch: absolute
Machtfülle. Auch wenn diese inzwischen zu Recht eingeschränkt ist,
müsste der Philosoph heute feststellen, dass der deutsche Staat bei
seiner zentralen Aufgabe spektakulär versagt.
Ein
Bürgerkrieg findet in der Bundesrepublik nicht statt. Aber wieder
ermordete ein Islamist, diesmal bei einer Grossveranstaltung im Berliner
Tiergarten, eine Frau und verletzte 31 Menschen – wie beim
Weihnachtsmarkt in Berlin oder beim Stadtfest in Solingen.
Hinzu kommen im Monatsrhythmus Messerattacken auf Einzelpersonen, jüngst der tödliche Angriff eines afghanischen Migranten auf einen Studenten in Trier.
Ein Ende gibt es nicht, nur die immergleichen Trauerfloskeln und die rituellen Bekundungen, die Freiheit zu verteidigen.
Deutschland
kann seinen Bürgern keine Sicherheit bieten, nur Phrasen. So auch
Kanzler Friedrich Merz zum Terror im Tiergarten: «Wir, die Vertreter der
staatlichen Institutionen, werden alles tun, um die Freiheit unseres
Landes und unserer Gesellschaft zu schützen – alles.»
Alles? In der Vergangenheit war dieses «alles» erschreckend wenig.
Hass treibt eine Armee der verlorenen Seelen an
Um
den Umfang des Versagens zu ermessen, muss man sich die historische
Dimension vor Augen führen. Es geht inzwischen ein Vierteljahrhundert
so. Als sich die Flugzeuge am 11. September 2001 ins World Trade Center
und ins Pentagon bohrten, war bald klar, wo sich die Täter auf den
Massenmord vorbereitet hatten: in Hamburg.
Seit
damals ist evident, dass der Jihadismus zu Deutschland gehört. Am
Anfang waren es zum Islam konvertierte Deutsche sowie wenige Türken und
andere muslimische Migranten, die in den Krieg der Islamisten in
Tschetschenien zogen, die Kaida unterstützten oder Anschläge
vorbereiteten.
Das
änderte sich schlagartig mit dem Beschluss der schwarz-roten
Bundesregierung im Spätsommer 2015, alle Scheunentore für die
ungeregelte Zuwanderung zu öffnen.
Seither
lebt in Deutschland eine zusätzliche Population von über einer Million
Menschen, die latent für die islamistische Ideologie empfänglich sind.









