Deutschlands Leistungsträger wollen weg – und viele für immer (WELT+)
Von Felix SeifertRedakteur im Ressort Wirtschaft & Innovation, 19.07.2026, 4 Min.
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als 288.000 Deutsche zogen binnen eines Jahres ins Ausland. Neue Daten
zeigen: Besonders Spitzenverdiener suchen nach Jobs jenseits der Grenze –
angelockt von höherer Lebensqualität und niedrigeren Abgaben.
Laut den neuesten Erhebungen
des Statistischen Bundesamts (Destatis) sind im vergangenen Jahr mehr
als 288.000 Deutsche ins Ausland fortgezogen. Die Zahl der Auswanderer
ist damit so hoch wie nie zuvor. Bisher gingen Experten davon aus, dass
viele von ihnen nur temporär dortbleiben und einmal besser qualifiziert
zurückkommen würden. Neue Zahlen lassen an dieser Annahme jetzt aber
zunehmend zweifeln.
Sie zeigen: Vor allem Spitzen-Experten
interessieren sich für einen Wegzug – und viele planen eben nicht,
zeitnah wieder zurückzukommen. Das stellte das Job-Portal Indeed in
einer repräsentativen Umfrage unter 1000 Beschäftigten fest. Zwei
Drittel der Deutschen denken der Erhebung zufolge allgemein über einen
Job im Ausland nach. 30 Prozent sahen sich schon konkret nach Stellen um
oder schrieben bereits eine Bewerbung. Unter den Auslands-Interessenten
sagten mehr als drei Viertel (77 Prozent) aus, für mehrere Jahre oder
dauerhaft wegziehen zu wollen.
Sprachen Ökonomen etwa am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Analysen im Jahr 2022 noch davon, dass eher keine negativen Auswirkungen durch die Wegzüge zu befürchten seien, sieht man dort heute durchaus Gefahren für den Standort insgesamt. „Typischerweise sind die Spitzenverdiener hoch qualifiziert oder haben leitende Positionen inne“, sagt Wido Geis-Thöne vom IW auf WELT-Anfrage. Deutschland würde aktuell „Stützen der Gesellschaft verlieren“.
Marketing- und Tech-Experten suchen im Ausland
Sprachen Ökonomen etwa am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Analysen im Jahr 2022 noch davon, dass eher keine negativen Auswirkungen durch die Wegzüge zu befürchten seien, sieht man dort heute durchaus Gefahren für den Standort insgesamt. „Typischerweise sind die Spitzenverdiener hoch qualifiziert oder haben leitende Positionen inne“, sagt Wido Geis-Thöne vom IW auf WELT-Anfrage. Deutschland würde aktuell „Stützen der Gesellschaft verlieren“.
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