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Das Land braucht eine Revolution – und bekommt neue Steuern (Cisero)
Das Land braucht eine Revolution – und bekommt neue Steuern (Cisero)
Zuckersteuer, Tabaksteuer, höhere Sozialabgaben: Statt die stagnierende Wirtschaft anzukurbeln, sucht die Bundesregierung nach immer neuen Einnahmequellen für ihre überteuerten Ideen. Damit wird die Politik selbst zu einer Gefahr für dieses Land.
VON CARSTEN KORFMACHER am 16. Oktober 2026 5 min
Wenn dieser Tage über die Tabaksteuer oder die Zuckersteuer diskutiert wird, scheint es fast so, als hätten wir es hier mit politischen Einzelthemen zu tun. Man kann sich fragen, ob die Zuckersteuer die Gesundheit der Bürger beeinflusst. Oder ob man Rauchern den Glimmstengel finanziell madig machen sollte. Und man kann sich natürlich fragen, wie viel Geld durch Steuererhöhungen oder die Einführung neuer Steuern eingenommen werden kann. Ja, all das kann man machen. Und in guten Zeiten sind solche Fragen sicherlich auch angebracht.
Wir leben aber nicht in guten Zeiten. Ganz im Gegenteil. Die Bundesrepublik durchläuft derzeit die längste wirtschaftliche Krise ihrer Geschichte. Und in dieser Krise muss die Frage lauten: Was geschieht eigentlich nicht, während die Bundesregierung immerneue Finanzierungsmöglichkeiten für ein System sucht, dessen Fundament längst bröckelt? Und was sagt uns das über die Krisenführung einer Bundesregierung, die dieses Land ursprünglich mal übernommen hat, um es zurück in die Spur zu bringen?
Neue und höhere Steuern
Lassen wir einmal Revue passieren, was allein in den vergangenen Wochen und Monaten so alles passierte. Erstens wurden einige neue Steuern oder höhere Steuersätze auf den Weg gebracht. Erst am Mittwoch stellte das Kabinett die Weichen für eine Zuckersteuer. Ab Juli 2027 sollen für zuckerhaltige Getränke bis zu 32 Cent je Liter fällig werden. Am gestrigen Donnerstag beschloss der Bundestag zudem eine schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer. Bis 2030 könnte der Preis für eine Schachtel Zigaretten dadurch von durchschnittlich rund acht auf dann zwölf Euro steigen. Und auch bei der Einkommensteuer sollen zukünftig zumindest Gutverdiener stärker zur Kasse gebeten werden: Es ist vorgesehen, dass der Reichensteuersatz von 45 Prozent bereits ab 250.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen greift, ab 280.000 Euro sollen sogar 47 Prozent fällig werden.
Zweitens steigen die Sozialabgaben, was insbesondere Arbeitnehmer und Arbeitgeber belastet und Arbeit an sich unattraktiver macht. Zum Jahreswechsel sollen nämlich die Beitragsbemessungsgrenzen steigen. Bedeutet: Wer gut verdient, muss auf einen größeren Teil seines Einkommens Beiträge entrichten. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass die Anhebung sowohl bei der Krankenversicherung als auch bei der Pflegeversicherung über die gewöhnliche jährliche Anpassung an die Lohnentwicklung hinausgeht. Für Kinderlose steigt der Pflegebeitrag ab Januar 2027 zusätzlich um weitere 0,3 Prozentpunkte.
Der Staat ist Teil des Problems












