Kommunikationsstörung: Mehrheit versteht Merz nicht
Gabor Steingart, 10.07.2026
Gabor Steingart, 10.07.2026
Guten Morgen,
knapp eine Woche, nachdem die Regierung ihr Reformpaket als „den großen Sprung“ (Merz) gepriesen hat, liegen erste demoskopische Befunde von Forsa vor, die den Kanzler demütig stimmen müssten.
knapp eine Woche, nachdem die Regierung ihr Reformpaket als „den großen Sprung“ (Merz) gepriesen hat, liegen erste demoskopische Befunde von Forsa vor, die den Kanzler demütig stimmen müssten.
Zunächst die gute Nachricht für Friedrich Merz: Der Kanzler kann sich über mangelndes Interesse an seiner Arbeit nicht beklagen. Die Aufmerksamkeit der Bürger bewegt sich auf einem neuen Höchststand.
Bedeutet: Für 72 Prozent der Bundesbürger waren die Regierung und ihre Reformanstrengungen das wichtigste Thema der Woche. Das ist – angesichts von Nagelsmanns WM-Debakel, Trumps Fifa-Intervention und zwei Kriegen – keine Kleinigkeit.
Das Problem:
Was bei den Verhandlungen genau beschlossen wurde, hat kaum jemand
verstanden. Eine große Mehrheit der Befragten (70 Prozent) versteht
weder Neuanfang noch Wirtschaftswunder, sondern Bahnhof.
Auch im eigenen Lager herrscht Verwirrung – ein
Großteil der Anhänger von CDU und SPD betrachtet die Reformen als einen
politischen Escape Room, aus dem es nur für Clevere und Kundige ein
Entkommen gibt. Man hört den Kanzler, aber versteht ihn nicht. Man sieht
Bärbel Bas, aber kann sie nicht lesen.
Entsprechend
ist das Vertrauen in die Regierung gering ausgeprägt. 65 Prozent der
Befragten glauben nicht, dass die Reformen die wirtschaftliche Lage
verbessern werden. Merz, der sich in diversen Instagram-Postings selbst
als „Reformkanzler“ bezeichnet, ist demnach der große Unverstandene dieser Zeit.
Es sind im Wesentlichen fünf Fehler, die zeitgleich begangen wurden,
die den Kommunikationsarbeitern der Regierung ein Armutszeugnis
ausstellen. Wer von sich behauptet, er habe an maßgeblicher Stelle den
Reformkanzler unterstützt oder gar beraten, gehört später in die
Kategorie „schwer vermittelbar“.
#1: Wo ist das Leitbild?








