Die Verantwortung für das, was nach der Bluttat in Belfast geschieht,
trägt keine Rotte maskierter Männer – sondern eine politische Klasse,
die eine katastrophale Einwanderungspolitik betrieben hat.
Es sind Bilder von Unruhen aus Belfast, die man mit dem vergangenen Jahrhundert verbindet. Wieder brennen Busse und Autos. Doch dieses Mal geht es nicht um die gewaltsamen Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten. Maskierte Männer durchkämmen Straßen auf der Suche nach Häusern, in denen angeblich oder tatsächlich Asylsuchende wohnen. Ein Lebensmittelladen aus dem Nahen Osten steht in Flammen. Und 300 Menschen beider Konfessionen knien an einer Straßenecke im Shankill und beten gemeinsam das Vaterunser für einen Mann, den sie nicht kennen – einen Briten in seinen Vierzigern, der zwei Nächte zuvor auf dem Pflaster festgehalten und beinahe geköpft wurde. Von einem Asylbewerber aus dem Sudan, der über Dublin ins Land kam und seit September 2023 ein Aufenthaltsrecht besaß.
Das ist das gesellschaftliche Bild, das sich dieser Tage in Großbritannien abzeichnet. Und die Frage, die sich stellt, ist nicht, ob die Gewalt auf den Straßen Belfasts zu verurteilen ist. Sie ist es. Die Frage ist, was eine Regierung, die diese Lage mitverursacht hat, daraus lernt – oder ob sie, wie so oft, den einfacheren Weg wählt und alle, die schreien, als „Rechtsradikale“ oder „Rechtsextreme“ bezeichnet. Es wäre fatal.
Es ist bekannt, dass der Sudanese über die sogenannte „Irish Route“ ins Land kam – eine seit Jahren bekannte Lücke im Asylsystem, bei der Migranten mit gefälschten Papieren nach Dublin fliegen und dann per Bus unkontrolliert über die offene Grenze nach Nordirland einreisen. Das gemeinsame Reiseabkommen zwischen Großbritannien und Irland erlaubt freie Bewegung – ohne Grenzkontrollen. Seit Jahren wird gewarnt, dass diese Route systematisch ausgenutzt wird. Seit Jahren passiert nichts. Nun liegt ein Brite mit schweren Verletzungen im Krankenhaus, und Belfast brennt.
Als Extremisten abgestempelt
Die Szene, die sich ins kollektive Gedächtnis einbrennen wird, ist kaum zu überbieten in ihrer symbolischen Wucht: ein weißer Brite, auf dem Boden fixiert, ein Messer an seinem Hals – während Nachbarn mit Hurling-Schlägern eingreifen, weil der Staat nicht da ist. Und das nur Wochen, nachdem Großbritannien sehen musste, wie Henry Nowak, 18 Jahre alt, durch vier Stiche tödlich verletzt, in Handschellen auf dem Pflaster starb, weil die Polizei dem Wort seines Mörders mehr glaubte als seinen eigenen.







