20 Juli 2026

Auswanderungsrekord - Deutschlands Leistungsträger wollen weg – und viele für immer (WELT+)

Auswanderungsrekord
Deutschlands Leistungsträger wollen weg – und viele für immer (WELT+)
Von Felix SeifertRedakteur im Ressort Wirtschaft & Innovation, 19.07.2026, 4 Min.
Mehr als 288.000 Deutsche zogen binnen eines Jahres ins Ausland. Neue Daten zeigen: Besonders Spitzenverdiener suchen nach Jobs jenseits der Grenze – angelockt von höherer Lebensqualität und niedrigeren Abgaben.
Laut den neuesten Erhebungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) sind im vergangenen Jahr mehr als 288.000 Deutsche ins Ausland fortgezogen. Die Zahl der Auswanderer ist damit so hoch wie nie zuvor. Bisher gingen Experten davon aus, dass viele von ihnen nur temporär dortbleiben und einmal besser qualifiziert zurückkommen würden. Neue Zahlen lassen an dieser Annahme jetzt aber zunehmend zweifeln.
Sie zeigen: Vor allem Spitzen-Experten interessieren sich für einen Wegzug – und viele planen eben nicht, zeitnah wieder zurückzukommen. Das stellte das Job-Portal Indeed in einer repräsentativen Umfrage unter 1000 Beschäftigten fest. Zwei Drittel der Deutschen denken der Erhebung zufolge allgemein über einen Job im Ausland nach. 30 Prozent sahen sich schon konkret nach Stellen um oder schrieben bereits eine Bewerbung. Unter den Auslands-Interessenten sagten mehr als drei Viertel (77 Prozent) aus, für mehrere Jahre oder dauerhaft wegziehen zu wollen.
Sprachen Ökonomen etwa am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Analysen im Jahr 2022 noch davon, dass eher keine negativen Auswirkungen durch die Wegzüge zu befürchten seien, sieht man dort heute durchaus Gefahren für den Standort insgesamt. „Typischerweise sind die Spitzenverdiener hoch qualifiziert oder haben leitende Positionen inne“, sagt Wido Geis-Thöne vom IW auf WELT-Anfrage. Deutschland würde aktuell „Stützen der Gesellschaft verlieren“.
Marketing- und Tech-Experten suchen im Ausland

Messerangriff auf Studenten „Es muss sich in Deutschland etwas ändern“ (WELT+)

Messerangriff auf Studenten
„Es muss sich in Deutschland etwas ändern“ – Eltern des Opfers von Trier appellieren an die Politik (WELT+)
Der Student, der in Trier von einem gleichaltrigen Afghanen mit einem Messer getötet wurde, war laut Polizei ein „Zufallsopfer“. Der 22-jährige Marius Dick war gerade auf dem Rückweg vom Supermarkt – kurz darauf dann tot. Täter und Opfer kannten sich laut Polizei nicht.
Die Eltern von Marius fordern nun Konsequenzen.

Den Ermittlungen zufolge habe der Beschuldigte dem 22-Jährigen am Mittwochmorgen aus bisher unbekannten Gründen auf der Straße mit einem Küchenmesser mindestens zweimal in den Oberkörper gestochen. Marius Dick starb trotz sofortiger Reanimation im Krankenhaus – ein plötzlicher Verlust, der für dessen Eltern kaum zu ertragen ist.
Kurz vor der Tat habe Marius seine letzte Klausur im Geschichtsstudium geschrieben – der Bachelorabschluss an der Universität Trier habe unmittelbar bevorgestanden. Anschließend habe er einen Masterstudiengang in Militärgeschichte in Potsdam beginnen wollen. 
Schuldfähigkeit des Beschuldigten wohl beeinträchtigt (Anm.: Wie so oft...)
Der Beschuldigte, der nach der tödlichen Attacke vom Tatort flüchtete und wenig später in der näheren Umgebung vorläufig festgenommen wurde, lebt seit mehreren Jahren in Trier und hat zuletzt in der Nähe des Tatorts gewohnt. Der Afghane hat die Tat eingeräumt, jedoch sonst keine Angaben zur Sache gemacht.
Das Amtsgericht Trier hat die einstweilige Unterbringung des Mannes in der geschlossenen forensischen Psychiatrie angeordnet. Den Ermittlungen zufolge leidet er an einer psychischen Erkrankung, wegen der er in jüngerer Zeit in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung gewesen sei. „Es bestehen daher Anhaltspunkte dafür, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei Begehung der Tat beeinträchtigt war.“ Klarheit soll ein Gutachten bringen.

Deutschland, 15. Juli 2026 - Ein ganz normaler Tag in Deutschland und mediales Schweigen

Deutschland, 15. Juli 2026

Ein ganz normaler Tag in Deutschland und mediales Schweigen
Während ein Afghane in Trier einen deutschen Studenten ersticht, ein Türke in Dresden unter „Allahu Akbar“-Rufen auf Polizisten schießt, ein Syrer in Iserlohn wahllos eine Deutsche vor einem Supermarkt verprügelt und ein Afghane in Ruhpolding Kinder und Bahnmitarbeiter mit einem Messer jagt, bekommt der durchschnittliche ARD- und ZDF-Konsument und der Leser von FAZ, ZEIT, Spiegel, Tagesspiegel und Süddeutsche von alledem nichts mit und auch kein Regierungsmitglied fühlt sich genötigt, zu diesen Zuständen im Land Stellung zu nehmen.
Und ganz nebenbei wird noch berichtet, dass von 2010 - 2023 insgesamt 307.000 ARBEITSLOSE AUSLÄNDER eingebürgert wurden und vermutlich auf Kosten der Steuerzahler leben. 
Diese Gesellschaft ist wirklich ein Fiebertraum, eine Strafkolonie für den wachen Geist.
Dieses Land hat nicht nur wirtschaftliche Probleme.

15 Juli 2026

The Pioneer - Business Class Edition: Kommunikationsstörung: Mehrheit versteht Merz nicht

Business Class Edition
Kommunikationsstörung: Mehrheit versteht Merz nicht
Gabor Steingart, 10.07.2026
Guten Morgen,
knapp eine Woche, nachdem die Regierung ihr Reformpaket als „den großen Sprung“ (Merz) gepriesen hat, liegen erste demoskopische Befunde von Forsa vor, die den Kanzler demütig stimmen müssten.
Zunächst die gute Nachricht für Friedrich Merz: Der Kanzler kann sich über mangelndes Interesse an seiner Arbeit nicht beklagen. Die Aufmerksamkeit der Bürger bewegt sich auf einem neuen Höchststand.
Bedeutet: Für 72 Prozent der Bundesbürger waren die Regierung und ihre Reformanstrengungen das wichtigste Thema der Woche. Das ist – angesichts von Nagelsmanns WM-Debakel, Trumps Fifa-Intervention und zwei Kriegen – keine Kleinigkeit.
Das Problem:
Was bei den Verhandlungen genau beschlossen wurde, hat kaum jemand verstanden. Eine große Mehrheit der Befragten (70 Prozent) versteht weder Neuanfang noch Wirtschaftswunder, sondern Bahnhof.
Auch im eigenen Lager herrscht Verwirrung – ein Großteil der Anhänger von CDU und SPD betrachtet die Reformen als einen politischen Escape Room, aus dem es nur für Clevere und Kundige ein Entkommen gibt. Man hört den Kanzler, aber versteht ihn nicht. Man sieht Bärbel Bas, aber kann sie nicht lesen.
Entsprechend ist das Vertrauen in die Regierung gering ausgeprägt. 65 Prozent der Befragten glauben nicht, dass die Reformen die wirtschaftliche Lage verbessern werden. Merz, der sich in diversen Instagram-Postings selbst als „Reformkanzler“ bezeichnet, ist demnach der große Unverstandene dieser Zeit.
Es sind im Wesentlichen fünf Fehler, die zeitgleich begangen wurden, die den Kommunikationsarbeitern der Regierung ein Armutszeugnis ausstellen. Wer von sich behauptet, er habe an maßgeblicher Stelle den Reformkanzler unterstützt oder gar beraten, gehört später in die Kategorie „schwer vermittelbar“.
#1: Wo ist das Leitbild?

Zahlen über Sozialleistungsbetrüger - Der Kampf gegen Sozialbetrug ist eine Ersatzhandlung der Reformunwilligen (Cicero)

Zahlen über Sozialleistungsbetrüger

Der Kampf gegen Sozialbetrug ist eine Ersatzhandlung der Reformunwilligen (Cicero)
In der Empörung angesichts grassierenden Missbrauchs von Sozialleistungen sind sich alle einig. Doch hinter dem Regierungsaktionismus gegen Betrüger steht die Weigerung der Sozialpolitiker, die strukturelle Wucherung des Sozialstaats endlich radikal abzustellen.
VON FERDINAND KNAUSS am 14. Juli 2026, 3 min
Die Zahlen, die die Bundesregierung zum Sozialleistungsbetrug kürzlich bekannt gegeben hat, entsprechen nicht dem gesamten Ausmaß der missbräuchlichen Zahlungen im deutschen Umverteilungsstaat. Die rund 110.000 Fälle im Jahr 2025 sind nur die per Strafanzeige angezeigten oder eindeutig bestätigten Verdachtsfälle. Und die Jobcenter in ausschließlich kommunaler Trägerschaft sind gar nicht dabei. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sagt selbst in seiner Antwort auf eine Anfrage der Welt am Sonntag: „Leistungsmissbrauch bleibt oft unentdeckt, weil verschiedene betroffene Behörden nicht oder nicht ausreichend miteinander vernetzt sind.“ Tatsächlich wird es also noch sehr viel mehr Fälle geben.
Der auch im Rahmen der Reform vom Bürgergeld zur Grundsicherung verkündete Aktionismus von Bundessozialministerin Bärbel Bas und nicht zuletzt der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die mit großen Razzien gegen das Unwesen der Schrottimmobilien vorgeht, soll die verunsicherten Steuerzahler (und Wähler) beruhigen: Die Politik unternimmt etwas, zeigt Härte gegen Kriminelle.
Diese Maßnahmen kann man schwerlich kritisieren. Aber sie haben vor allem eine Ablenkungsfunktion. Denn sie ersparen es Bas und ganzen Heerscharen von Sozialpolitikern und Funktionären des Umverteilungsstaates, das eigentliche Übel anzugehen: nämlich die Wucherungen eines Systems, das zum Missbrauch einlädt und vor allem zur Einwanderung von Versorgungssuchenden. 
Bas hat aber mit ihrer unvergesslichen Aussage vom Mai – „Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein“ – ein Beispiel gegeben für die anhaltende Weigerung der politisch Verantwortlichen, die grundlegende Fehlkonstruktion des Sozialstaats anzuerkennen. Die deutschen Jobcenter sind nicht nur, aber nicht zuletzt für kriminelle Roma-Clans aus den EU-Mitgliedstaaten Bulgarien und Rumänien zu einer Haupteinnahmequelle geworden.  
Der Sozialstaat als schiefe Ebene

Unnötigerr Eingriff in den Alltag? Münchens Wasserverbote: Echte Krise – oder politisch motivierte Panikmache?

Der neue Oberbürgermeister von München, Dominik Krause, führt sich in sein Amt ein.
Unnötiger Eingriff in den Alltag?
Münchens Wasserverbote: Echte Krise – oder politisch motivierte Panikmache?
Münchens Stadtregierung reagiert mit drastischen Maßnahmen auf die sommerliche Trockenheit und den stark gestiegenen Wasserverbrauch:
Per Allgemeinverfügung hat die Stadt ab sofort umfassende Verbote erlassen. Bei Zuwiderhandeln drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.
Noch nie zuvor in der Geschichte Münchens waren derart weitreichende Einschränkungen der Wassernutzung notwendig: Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat nun das Maßnahmenpaket als Reaktion auf die angebliche Wasserknappheit verordn
et.

14 Juli 2026

Reitz-Thema - Mit Wähler-Beschimpfung überschreitet Steinmeier eine Grenze und - Sparen? Nein! Steinmeier gönnt sich Milliarden-Sanierung (Focus-Online)

Student Steinmeier - stramm links
Reitz-Thema
Mit Wähler-Beschimpfung überschreitet Steinmeier eine Grenze (Focus Online)
Bundespräsident Steinmeier sorgt für Aufsehen. Er sagte, es gebe immer mehr Menschen, die „gegen das System der Demokratie” stimmten. FOCUS-online-Chefkorrespondent Ulrich Reitz kritisiert Steinmeier scharf dafür.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht sein Amt als „Rückversicherung der Demokratie“ gegen stärker werdende populistische Kräfte. Die Rolle des Bundespräsidenten habe sich verändert, sagte er im ZDF-Sommerinterview.
Früher sei der Bundespräsident über den Parteien geschwebt, so Steinmeier. Es gebe heute aber einen erklecklichen Anteil von Menschen, der „gegen das System der Demokratie“ wähle.
„Es ist eine Grenzüberschreitung, was der Bundespräsident hier macht“
FOCUS-online-Chefkorrespondent Ulrich Reitz kritisiert Steinmeier scharf dafür. „Das ist das Geheimnis dieses Bundespräsidenten, was er damit meint.“ Offensichtlich, so Reitz, meine er die Wähler der AfD. „Es ist eine Grenzüberschreitung, was der Bundespräsident hier macht. Es ist eine Wählerdiffamierung von sehr, sehr vielen Leuten.“
Reitz weiter: „Ich würde mir einen Bundespräsidenten wünschen – ich finde, es gehört auch zum guten Ton – der sich vor Wahlen aus der Wahlentscheidung der Bürger einfach raushält.“
Sparen? Nein! Steinmeier gönnt sich Milliarden-Sanierung
Steinmeier verteidigt die Milliarden-Sanierung von Schloss Bellevue. Ulrich Reitz kritisiert die Kosten angesichts der Sparpolitik.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verteidigt die Kosten für die Sanierung seines Amtssitzes mit Hinweis auf das Alter von Schloss Bellevue. Eine Milliarde Euro sollen die Arbeiten kosten.

12 Juli 2026

Der andere Blick mit Daten Die Legende vom Stillstand der französischen Atomkraftwerke: In der Hitze schwächelten vor allem Windräder (NZZ)

Der andere Blick mit Daten

Die Legende vom Stillstand der französischen Atomkraftwerke: In der Hitze schwächelten vor allem Windräder (NZZ)
In den heissen Tagen diskutierte Deutschland vor allem über die Reaktoren in Frankreich und der Schweiz. Doch NZZ-Daten zeigen: Das eigentliche Problem trat im eigenen Land zutage.
Simon Off, Sophia Kissling, ,11.07.2026, 4Min
Vor kurzem stiegen die Temperaturen in Europa bedrohlich an, und deutsche Journalisten und Politiker blickten sorgenvoll nach Frankreich: Die Sonne, hiess es, «knipst» die französischen Atomkraftwerke aus. Beim SWR stand sogar die Frage im Raum, ob der Klimawandel den Atommüll gefährden könnte. Zeitweise klang es so, als würde die globale Erwärmung vollenden, was die deutsche Anti-AKW-Bewegung jenseits des Rheins nie erreichte: die Atomkraft nun auch in Frankreich obsolet zu machen.
Die eigentliche Geschichte rückte dabei in den Hintergrund. Und die spielte nicht an der Rhone oder an der Garonne, sondern vor der eigenen Haustür.
Deutlich anfälliger für die heissen Juniwochen erwiesen sich nämlich nicht die 57 französischen Atommeiler. Es waren die mehr als 30 000 deutschen Windräder.
Die Auswertung der NZZ zeigt: Frankreichs Kernkraftwerke lieferten während der Hitzewelle stabil Strom. Die deutsche Windstromproduktion brach dagegen nach einer starken ersten Junihälfte weitgehend ein. Der Grund: eine sogenannte Hitzeflaute – viel Sonne, kaum Wind.
Auf ihrem Höhepunkt am 23. und 24. Juni war der Kontrast besonders stark: Deutschlands Windräder lieferten im Tagesmittel nur noch rund 45 Gigawattstunden Strom. Frankreichs Kernkraftwerke erzeugten rund 900 Gigawattstunden – etwa zwanzigmal so viel.
Es stimmt: Der französische Energiekonzern EDF drosselte wegen hoher Flusstemperaturen die Leistung einzelner Reaktoren oder nahm sie zeitweise vom Netz. Auch in der Schweiz wurde das AKW Beznau vorübergehend abgeschaltet. Bei flussgekühlten Reaktoren ist das ein bekanntes Vorgehen: Wird das Wasser zu warm, müssen sie ihre Leistung senken – aus Umwelt-, nicht aus Sicherheitsgründen.
Doch gemessen am Junimittel der vergangenen fünf Jahre lag die französische Kernkraftproduktion an diesen beiden Tagen sogar um rund 10 Prozent höher. Die deutsche Windstromproduktion erreichte dagegen nur rund ein Fünftel des üblichen Niveaus.
Solarstrom konnte das Problem nicht lösen