06 Februar 2026

Der Fall Maja T. ÖRR – weit jenseits der politischen Mitte (WELT)

"Wer wissen will, wie die Opfer der Hammerbande und anderer Antifa-Gruppierungen aussehen: Im Internet sind Bilder zu finden, die ihre zertrümmerten Gesichter zeigen."
Der Fall Maja T.
ÖRR – weit jenseits der politischen Mitte
Von Ulf Poschardt Herausgeber WELT, „Politico“, „Business Insider“, Stand: 05.02.2026, Lesedauer: 3 Minuten
Die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk reißt nicht ab – und das aus guten Gründen. Man nehme nur die aktuelle Berichterstattung über Maja T. und die Verbrechen der sogenannten Hammerbande.
Man stelle sich vor, eine Wehrsportgruppe hätte in Spanien linksextreme Aktivisten mit Hämmern so brutal traktiert, dass deren Köpfe hätten zusammengenäht werden müssen. Man stelle sich weiter vor, sie wären dafür in einem Spanien mit linker Regierung verurteilt worden – und der einzige Politiker, der dazu in der „Tagesschau“ zu Wort käme, wäre ein Mitglied der AfD, das zusätzlich darauf hinweist, es gebe wohl politische Gründe für diesen Prozess. Sehr richtig: Das ist in Deutschland vollkommen undenkbar. Glücklicherweise.
Wenn es jedoch um Simeon Maja T. geht, einen Linksterroristen oder eine Linksterroristin (je nachdem, wie sich die Person gerade definiert), dann übernehmen Teile der Medien eine Form der Geschichtsschreibung, die angesichts der Verbrechen der sogenannten Hammerbande bemerkenswert ist. In einer Version der „Tagesschau“ heißt es beispielsweise, die heute verurteilte „non-binäre deutsche Person“ sei nicht etwa linksradikal oder linksextrem, wie unbedarfte Bürger denken könnten, sondern lediglich der „linken Szene“ zuzuordnen. In einem Artikel der „Tagesschau“ werden Taten und Opfer nur in Spurenelementen erwähnt. Stattdessen kommen vor allem Vater und Anwalt des Täters zu Wort. Gleichzeitig richtet sich der Fokus maßgeblich darauf, Zweifel am ungarischen Rechtsstaat zu betonen. „Zeit“ und „Stern“ nennen Maja T. eine „deutsche Aktivistin“ – so wie Marla-Svenja Liebich?
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist bis heute nicht reformiert worden. Wer einmal das Pech hat, eine Woche lang viel Auto fahren zu müssen und beim Radiohören auf den ÖRR angewiesen zu sein, kann daran verzweifeln: eine Aneinanderreihung opportunistischer Schlagworte, immer wieder versehen mit den gleichen grün-rot-roten Pointen. Das Ganze wirkt wie ein Alptraum, bei dem man wochenlang in einem Evangelischen Kirchentag eingesperrt ist, während an den Türen non-binäre, linksradikale Antifaschisten und bürgerliche Funktionäre gleichermaßen verhindern, dass jemand diesen Umerziehungsraum verlässt.

«Heirate mich einfach», schrieb Sarah Ferguson an Jeffrey Epstein (NZZ)

"Vielleicht ist es bereits sexistisch, über die Frauen, die viel mehr wussten und dennoch geschwiegen haben, erstaunt zu sein. Und zu meinen, die weibliche Natur kenne keine Abgründe."
«Heirate mich einfach», schrieb Sarah Ferguson an Jeffrey Epstein -
wieso Frauen der High Society die Nähe zum Sexualstraftäter suchten (NZZ)
Die neu veröffentlichten Epstein-Akten räumen auf mit dem Mythos, dass Frauen zusammenhalten, weil sie Frauen sind. Die Anziehung mächtiger Männer war in diesen Fällen stärker.
Birgit Schmid, 06.02.2026, 6 Min
Im November machte die bekannte amerikanische Journalistin Megyn Kelly eine Aussage, die unter Frauen Empörung auslöste. In ihrem Podcast «The Megyn Kelly Show» stellte sie die Frage, ob Epstein ein Pädophiler gewesen sei. Dabei sagte sie: Es gebe einen Unterschied zwischen einer Fünfzehnjährigen und einer Fünfjährigen.
Epstein habe Fünfzehnjährige «gemocht» und nicht jüngere. Er habe sich in Mädchen verliebt, die bereits in der Pubertät und also in einem «fast legalen Altersbereich» gewesen seien. Dies entschuldige nichts und sei ekelhaft, aber es sei eine Tatsache.
Die Bemerkung war für viele auch deshalb empörend, weil sie von einer Frau kam. In den sozialen Netzwerken ging ein Sturm der Entrüstung über Kelly nieder.
Eine Frage «von Mutter zu Mutter»
Ausgerechnet sie, eine erwachsene Frau, die auch einmal ein fünfzehnjähriges Mädchen gewesen sei, verharmlose sexuellen Missbrauch, wurde ihr vorgehalten. Sie, die selber Mutter einer Tochter und zweier Söhne sei, solle sich daran zurückerinnern, wie verletzlich, abhängig und leicht manipulierbar man in diesem Alter sei.
Die Schauspielerin und Aktivistin Cynthia Nixon schrieb auf Instagram: «Megyn Kelly, ich habe eine Frage an Sie, von Mutter zu Mutter. Wenn Jeffrey Epstein noch am Leben wäre, würden Sie sich wohl dabei fühlen, wenn Ihre Tochter im Teenageralter mit ihm allein in seiner Villa wäre?»
Wider den feministischen Mainstream
Es ist eine Frage, die man auch all den Frauen stellen möchte, die es gut mit Epstein konnten. Auch dann noch, nachdem er 2008 zum ersten Mal wegen Anstiftung zur Prostitution Minderjähriger schuldig gesprochen worden war. So kommen in den Ende Januar veröffentlichten neuen Dokumenten, die Einblick in das Netzwerk des Financiers und Sexualstraftäters geben, weitere prominente Frauen namentlich vor.
Wie können Frauen diesen Verrat an anderen Frauen begehen?, möchte man fragen. Was ist mit weiblicher Solidarität? Da hat der Feminismus jahrzehntelang die Schwesternschaft beschworen, weil das Patriarchat nur gemeinsam zu besiegen sei. Und gab es nicht schon damals die Übereinkunft, dass der ältere privilegierte Mann für alle gesellschaftlichen Missstände verantwortlich sei?
Dennoch stellten Frauen ihre Loyalität zu einem Vergewaltiger über alles. Sie fühlten sich geehrt, mit diesem reichen, charismatischen, einmal höflichen, dann wieder bestimmten Mann bekannt zu sein, der alles zu erhalten schien, was er haben wollte.
Mette-Marit und Sarah Ferguson

Nach dem U-Bahn-Mord von Wandsbek - Seine Delegitimation besorgt der Staat selbst (Cicero)

Nach dem U-Bahn-Mord von Wandsbek
Seine Delegitimation besorgt der Staat selbst (Cicero)
Der Schutz der eigenen Bürger ist der erste Daseinsgrund jedes Staates. Ein Staat, der Menschen aktiv im eigenen Staatsgebiet ansiedelt und alimentiert, die dann Verbrechen bis hin zum Mord begehen, arbeitet an seiner eigenen Delegitimation.

02 Februar 2026

Verdi-Streik - Die Straßenbahnen fahren, aber leer – dit is Berlin (WELT)

Verdi-Streik
Die Straßenbahnen fahren, aber leer – dit is Berlin (WELT)
Von Reinhard Mohr, 02.02.2026, Lesedauer: 3 Minuten
Obwohl im Nahverkehr gestreikt wird, fahren die Berliner Trams quer durch die Hauptstadt, damit die Oberleitungen nicht wieder einfrieren. Aber die Türen bleiben fest verschlossen – is ja Streik! Man fasst es nicht.
Es ist bundesweiter Verdi-Streik im Nahverkehr, und so fährt in ganz Deutschland auch keine Straßenbahn. In ganz Deutschland? Nein. In Berlin fahren die Straßenbahnen kreuz und quer durch die Stadt. Aber es sitzt außer dem Fahrer niemand drin. Es darf auch niemand einsteigen.
Es gilt die Parole: Geh‘n Se weiter, hier jibt et nüscht zu sehen, wir müssen die Oberleitungen daran hindern, wieder zu vereisen, nachdem wir sie in mühevoller Handarbeit eine Woche lang abgeschrubbt haben, und so fahren wir wie Emma, die Lokomotive, durch Lummerland von Weißensee bis Moabit und zurück, eine Runde nach der anderen. Wir nennen dit „Betriebsfahrt“.
Die leeren Züge fahren an den großen staunenden Augen der Menschen vorbei, die womöglich glauben, bei minus acht Grad und Dauerfrost würde sich vielleicht doch irgendjemand erbarmen, anhalten und die Türen aufmachen: „Komm‘ Se rin, is ja zu kalt für de Oma!“
Aber nein. Da könnte ja jeder kommen und einsteigen, um zur Arbeit zu fahren. Die Gewerkschaft Verdi kämpft um bis zu zwölf Prozent höhere Löhne für ihre Klientel mit den bombensicheren Jobs im Nahverkehr, und da kann es keine Ausnahme geben, kein Pardon und schon gar kein Zurückweichen vor den sturen Arbeitgebern.
Aber halt, wer sind noch mal die Arbeitgeber? Genau, die Kommunen, die gerade Zeter und Mordio schreien, weil sie wegen ausufernder Sozialausgaben schon mit 30 Milliarden im Minus sind; also wir alle, wir Fahrgäste, Steuerzahler und ach so „fleißigen“ Arbeitnehmer, wie der Herr Laumann von der CDU betont.
Eigentlich ist Berlin gefühlt immer uff „Betriebsfahrt“, das heißt: Man steht da, und es kommt nix. Es passiert nix, bis auf die bunten Verdi-Fähnchen, die im eisigen Wind vor dem Roten Rathaus wehen, dazu die unvermeidlichen Trillerpfeifen und die kämpferischen Plastik-Leibchen, die sich über den kleinen, aber zum Kampf entschlossenen Bäuchlein von Gewerkschaftssekretären und Gleichstellungsbeauftragt*innen wölben.

01 Februar 2026

Cicero Podcast Wirtschaft: „Wir brauchen kantige und starrköpfige Politiker“

Ökonom Jochen Andritzky im Gespräch mit Carsten Korfmacher
   Cicero Podcast Wirtschaft: „Wir brauchen kantige und starrköpfige Politiker“
Die Bundesrepublik steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. Warum Visionen fehlen, in der Politik zu viele Apparatschiks unterwegs sind und sich die Gesellschaft in kleinteiligen Pseudodebatten verliert, erläutert Ökonom Jochen Andritzky im Podcast.

29 Januar 2026

Tage vor den tödlichen Schüssen Video zeigt, wie Alex Pretti und ICE-Beamte schon einmal aneinander gerieten (WELT)

Elf Tage vor Alex Prettis Tod: Video zeigt, wie er sich mit ICE-Beamten anlegt
Tage vor den tödlichen Schüssen

Video zeigt, wie Alex Pretti und ICE-Beamte schon einmal aneinander gerieten (WELT von dpa)
Stand: 29.01.2029, 13:08 UhrLesedauer: 2 Minuten
Die Familie des in Minneapolis erschossenen US-Bürgers bestätigt, dass ein Video Alex Pretti Tage vor seinem Tod im Streit mit Einsatzkräften zeigt. Der Familienanwalt sagt, dass die tödlichen Schüsse später durch nichts zu rechtfertigen sind.
Ein neu veröffentlichtes Video zeigt den in Minneapolis erschossenen US-Bürger Alex Pretti bei einer Auseinandersetzung mit Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde einige Tage vor seinem Tod.
Auf Aufnahmen des Portals „The News Movement“ ist zu sehen, wie ein Mann erst in Richtung eines Beamtenautos spuckt und dann zweimal gegen den wegfahrenden SUV der Behörden tritt. Dadurch fliegt ein Rücklicht des Wagens heraus. Ein Beamter bringt ihn daraufhin zu Boden, weitere Einsatzkräfte kommen hinzu. Umstehende Menschen rufen lautstark und hupen.
Prettis Familie bestätigte dem US-Sender CNN, dass es sich bei dem Mann in dem Video um Pretti handelt. Aus den Aufnahmen geht nicht hervor, was vor dem Vorfall passierte. Das Video wurde laut „The News Movement“ am 13. Januar aufgenommen – elf Tage vor dem Tod des 37-Jährigen durch Schüsse von Bundesbeamten.
Nach Angaben von „The News Movement“ sei man gerade dabei gewesen, einen Dokumentarfilm über die US-Migrationsbehörde ICE in Minneapolis zu filmen, als man einen Tipp erhalten habe, dass Bundesbeamte eine Straße blockierten. Die Aufnahmen entstanden demnach gegen 10:15 Uhr Ortszeit. An Prettis Hosenbund sei auf den Aufnahmen zudem etwas zu sehen, dass einer Waffe ähnle.
Anwalt: Nichts rechtfertigt den Tod
Steve Schleicher, Anwalt der Familie, sagte dem Sender CNN: „Nichts, was eine ganze Woche zuvor geschehen war, hätte die Tötung von Alex durch ICE am 24. Januar rechtfertigen können.“
Der Krankenpfleger Alex Pretti war am vergangenen Samstag bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich bei einer Konfrontation auf offener Straße und löste eine heftige Debatte über das Vorgehen der Einsatzkräfte aus. In Minneapolis kam es noch am selben Tag zu Trauerkundgebungen und Protesten, die sich rasch auf andere Städte ausweiteten. Der Tod Prettis wurde damit zum Auslöser landesweiter Empörung und erneuter Kritik an föderalen Einsätzen und deren Kontrolle.
dpa/jf

Minneapolis: Älteres Video zeigt Alex Pretti bei Auseinandersetzung mit US-Beamten (ZEIT)

Minneapolis

Älteres Video zeigt Alex Pretti bei Auseinandersetzung mit US-Beamten (ZEIT)
29.01.2025
Der "friedliche Demonstrant" Alex Pretti, wenige Tage vor seinem Tod. 
Tatsächlich ein offensichtlich gewalttätiger, instabiler Mensch, der sich mit Pistole im Hosenbund hochagressiv mit ICE-Beamten anlegt. Wird der ÖRR berichten? Oder Spiegel, FAZ, SZ, Focus...?
Das Video ist vom 13. Januar, Tage vor den tödlichen Schüssen. Das spätere Opfer Pretti, mit einer Pistole im Hosenbund, spuckt und tritt gegen das Rücklicht eines mit Bundesbeamtem besetzten Fahrzeugs.
BBC Video

28 Januar 2026

Teilzeit-Debatte - Die Ausbeutung der Fleißigen durch die Freizeit-Optimierer muss enden (Cicero)

Teilzeit-Debatte
  
Die Ausbeutung der Fleißigen durch die Freizeit-Optimierer muss enden (Cicero)
Der Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels gegen das Recht auf Teilzeit-Arbeit hat die Kritik der üblichen Sozialstaatsbewahrer erfahren. Aber es ist keine „Schnapsidee“ und schon gar nicht unsozial, die im heutigen System ermöglichte Ausbeutung der Vollzeitarbeitenden zu beenden.
VON HUGO MÜLLER-VOGG am 27. Januar 2026 6 min
Was immer vom Wirtschaftsflügel der CDU/CSU vorgeschlagen wird – Kürzung der Grundsicherung für Arbeitsverweigerer, Verlängerung der Wochen- oder der Lebensarbeitszeit – die Antwort von links ist immer dieselbe: Der Abbau des Sozialstaats stehe bevor, es drohten Armut und Verelendung. So auch jetzt beim Vorstoß der Mittelstandsvereinigung von CDU/CSU, das Recht auf Teilzeit auf solche Fälle zu beschränken, in denen familiäre Umstände oder eine Aus- oder Weiterbildung einer Vollzeittätigkeit im Wege stehen.
Absehbare Kritik und Teilrückzüge
Die Reaktion von SPD, Grünen und Linkspartei, „wissenschaftlich“ flankiert von Marcel Fratzscher, dem Hausökonomen des linksgrünen Spektrums, war absehbar. Nicht völlig unerwartet kommt auch Kritik aus den Reihen der Union. Das Ganze sei eine „Schnapsidee“, schimpfte der Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen CDU, Gordon Schnieder. „Mit einer solchen Einschränkung zäumen wir das Pferd von der falschen Seite auf“, sagte der Vorsitzende des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke. Dies sei der falsche Weg, ließ der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) aus München verlauten.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, einst selbst Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung und Befürworter einschneidender Arbeitsmarktreformen, rückte von dem Vorstoß ebenfalls ab. „Der Antrag und seine verunglückte Wortwahl gehen am Kern der Debatte vorbei.“ Er bezog sich dabei auf den vom Wirtschaftsflügel verwendeten Begriff „Lifestyle-Teilzeit“. Auch einige weniger bekannte CDU-Politiker nutzen die Gelegenheit, sich als fortschrittlich und sozial zu präsentieren – auf Kosten der CDU.