Bundeskanzler Friedrich Merz redet gern über Reformen, aber er liefert sie nicht.
Deutschland braucht keine Dampfplauderei am Aschermittwoch, sondern handfeste Reformen (NZZ)
Gebrochene
Versprechen, ausbleibende Reformen, kriselnde Wirtschaft - die Bürger
und die Unternehmen sind von der Bundesregierung masslos enttäuscht. Das
lässt sich durch derbe Aschermittwoch-Rhetorik nicht übertünchen.
Von Malte Fischer, 18.02.2026
An
diesem Mittwoch ist es wieder so weit: Landauf, landab heizen die
Politiker aller Parteien zum politischen Aschermittwoch ihren
Parteifreunden mit krachledernen Sprüchen gegen die politische
Konkurrenz ein. Dass sie damit die Parteiseele wärmen und die Stimmung
im Saal zum Kochen bringen, darf als gesichert gelten.
Dass
sie mit ihrer Dampfplauderei auch die Bevölkerung von den Stühlen
reissen, ist hingegen weniger wahrscheinlich. Lediglich 42 Prozent der
Deutschen haben noch Vertrauen in die Regierung, wie eine aktuelle
Umfrage der Kommunikationsagentur Edelman zeigt.
Die Autorität politischer Institutionen leidet seit mehreren Jahren. Ämterpatronage, Vetternwirtschaft, dubiose Erinnerungslücken, Plagiats-Doktorarbeiten
und gebrochene Versprechen, die meist ohne persönliche Konsequenzen für
die Delinquenten geblieben sind, haben sie erodieren lassen.
Wachsende Existenzängste
Jenseits
der Schar treuer Parteisoldaten dürften die Bürger den verbalen
Schlagabtausch in aufgeheizter Bierzelt-Atmosphäre daher mit Gefühlen
zwischen Überdruss und Gleichgültigkeit betrachten.
Denn
den Alltag vieler Menschen prägen inzwischen Existenzängste. Sie nähren
sich aus der Überforderung durch die jahrelang ungesteuerte Migration, wachsende Kriminalität
und durch die schlechte wirtschaftliche Lage. Die täglichen
Hiobsbotschaften aus der Unternehmenswelt, die von Stellenabbau und
Produktionsverlagerungen künden, lassen mehr als jeden zweiten
Arbeitnehmer um seinen Job fürchten, wie die Edelman-Umfrage zeigt. Nur
noch 8 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass die künftige
Generation über einen höheren Wohlstand verfügen wird als die heutige.
Dieser Zukunftspessimismus ist alarmierend.
Kaum besser sieht es in den Unternehmen aus. Laut einer aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK)
unter 26 000 Unternehmen fürchtet ein Viertel der Befragten, dass sich
ihre Geschäfte in den nächsten 12 Monaten verschlechtern werden. Nur 16
Prozent rechnen mit einer Verbesserung. 31 Prozent der Befragten wollen
daher weniger investieren, 23 Prozent Stellen abbauen.
Wirkmächtige Softpower






