10 April 2026

Ex-Geheimdienstagenten - Nordstream-Pipelines: Von der CIA ausgebildete Ukrainer sollen hinter dem Anschlag stecken (Apollo News)

Ex-Geheimdienstagenten -
Nordstream-Pipelines: Von der CIA ausgebildete Ukrainer sollen hinter dem Anschlag stecken  (Apollo News)
In einem neuen Buch wird die verantwortliche Gruppe hinter dem Nordstream-Anschlag im September 2022 ausgemacht: Die beiden Hauptdrahtzieher sollen Ukrainer sein, die von der CIA ausgebildet wurden.
Wer steckt hinter dem Anschlag auf die Nordstream-Pipelines im September 2022? Diese Frage wurde bislang nicht endgültig geklärt – doch genau darauf will das neue Buch „Die Sprengung – Der Nord-Stream-Anschlag, die Jagd nach den Tätern und Deutschlands Verrat an der Ukraine“ der beiden renommierten Investigativjournalisten Oliver Schröm und Ulrich Thiele eine umfassende Antwort liefern. In einem Interview mit T-Online berichten die beiden von ihren wichtigsten Erkenntnissen.
Demnach soll die Sprengung der Pipeline nicht direkt durch einen Geheimdienst durchgeführt worden sein, sondern durch eine kleine Gruppe, angeführt von zwei ehemaligen ukrainischen Geheimdienstagenten, die jedoch durch den amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA ausgebildet worden waren.
Die beiden Drahtzieher des Anschlags sollen in erster Linie unabhängig gehandelt haben – der derzeitigen ukrainischen Regierung um Präsident Wolodymyr Selenskyj sollen sie kritisch gegenüberstehen. Denn bei seiner Wahl 2019 stand der heutige Kriegspräsident nämlich eher für eine Entspannungspolitik gegenüber dem Kreml-Regime – die beiden Drahtzieher, die bislang mit Operationen gegen prorussische Kräfte in der Ostukraine betraut waren, wurden rasch aussortiert und staatlich verfolgt.
Als Motiv für die Sprengung durch die kleine, CIA-nahe ukrainische Gruppe haben Schröm und Thiele den ukrainischen Patriotismus der Täter ausgemacht – man habe Russland sein größtes Druckmittel im Krieg nehmen wollen.

Inwieweit die jeweiligen Geheimdienste der USA und der Ukraine involviert waren, ist derweil noch größtenteils unklar, doch die CIA soll den Drahtziehern zumindest Unterstützung angeboten haben, wie Schröm und Thiele berichten. Als der niederländische Geheimdienst Wind von dem Plan der Gruppe bekommen haben soll, soll die CIA jedoch umgeschwenkt sein und eine Warnung an die europäischen Partner herausgegeben haben. Der ukrainische Präsident Selenskyj selbst soll über die geplante Operation nicht informiert worden sein – ihm hätten nur unkonkrete Informationen vorgelegen.

Anders sieht es laut Schröm und Thiele bei der deutschen Bundesregierung aus: Der Kanzleramtschef des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz, Wolfgang Schmidt, der in dieser Funktion auch für die Geheimdienste verantwortlich ist, soll bereits im Vorfeld des Anschlags eine sehr konkrete Warnung durch den niederländischen Geheimdienst erhalten haben.

Schröm und Thiele legen außerdem nahe, dass Schmidt im Nachgang des Anschlags seine Kontakte in den Medien genutzt habe, um die Ukraine als für den Anschlag verantwortlich darzustellen – und somit eine politische Ablehnung von Waffenlieferungen an das Land vertretbar zu machen. Die beiden werfen vielen Journalisten enge Verbindungen zum Kanzleramtschef vor – als Name fällt dabei explizit der des Zeit-Journalisten Holger Stark.
Dieser hat am Mittwoch rasch auf die nahegelegten Vorwürfe reagiert – auf LinkedIn wies Stark den Vorwurf zurück, seine Berichterstattung zum Nordstream-Anschlag würde auf Informationen von Schmidt oder der Bundesregierung basieren. Die Darstellungen im Buch von Schröm und Thiele seien „grundfalsch“.

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