Bei der CDU wird das Einknicken zur Gewohnheit (WELT+)
Einmal ganz abgesehen davon, dass es langsam murmeltiertagstauglich wird, Merz’ gebrochene Wahlkampfversprechen aufzuzählen, ist die Erinnerung an die 551 Fragen, die die Union noch im Wahlkampf zu besagter NGO-Finanzierung hatte, schon ziemlich bitter. „Der Betrag dient dazu, das Programm nach der im Koalitionsvertrag vereinbarten Evaluation und Wirksamkeitsüberprüfung inhaltlich und strukturell neu auszurichten“, sagte Familienministerin Karin Prien auf Nachfrage von „Bild“ zu den erhöhten Finanzspritzen.
Denn der Einwand, dass diese Summe doch nichtig sei, dass es sich also quasi um Peanuts handle, ist schon einigermaßen unverschämt (vom Einwand, ohne dieses Programm stünde der Demokratie-Untergang bevor, ganz zu schweigen). Steuergeld ist – in egal welch geringer Dosis – niemals Peanuts, sondern Steuergeld, das nach dem Willen doch so einiger Steuerzahler eher nicht für Antifa-Sesselkreise und sonstige Weltverbesserungs-Spompanadeln zur Verfügung steht. Solange auch nur ein Euro in der Rentenkasse fehlt, sollte man sich über die finanzielle Glückseligkeit unter anderem der Amadeu Antonio Stiftung eigentlich keine Gedanken machen, zumindest dann, wenn man sich als dem Bürgerwohl verpflichteter Politiker ausgibt.
Außerdem geht es viel mehr darum, was das erneute Einknicken der CDU für ein Signal sendet. Entweder, man hat verstanden, worum es geht – und zwar auch im Kleinen – oder eben nicht. Aber darüber sowie über die Frage, wer denn nun wirklich vorbei ist, entscheidet am Ende eh der Wähler. Wenn er mal wieder ganz unbezahlt Demokratie lebt.
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