VON BEN KRISCHKE am 20. März 2026, 6 MinNeulich bei „Links.Rechts.Mitte“ im österreichischen Servus TV: Anlässlich des Rücktritts des ORF-Chefs wird über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk diskutiert.
Auch darüber, ob das Prinzip ÖRR noch zeitgemäß ist. In Österreich
genauso wie in Deutschland. Die Journalistin Manuela Raidl (Puls24) und der Standard-Redakteur
Eric Frey finden, dass der ÖRR super wichtig sei als Bollwerk gegen
Fake News. Einem deutschen Onlinemedium, das zuletzt häufiger Thema war,
werfen sie wiederum vor, Desinformation zu verbreiten. Der Bitte der
Moderatorin, dem Vorwurf konkrete Beispiele folgen zu lassen, kommen sie
nicht nach. Raidl und Frey fällt schlicht keins ein. Diese Einfallslosigkeit zeigt in a nutshell,
wie das neudeutsch heißt, wie stark die Debatte über etablierte und
sogenannte alternative, also neue Medien geprägt ist von
Selbstgerechtigkeit, Beharrungskräften und davon, dass man wie Raidl und
Frey zwar großkopfert daherreden kann, aber eigentlich nur
unreflektiert – und offenbar auch ungeprüft – nachplappert, was man sich
im eigenen Medienmilieu gegenseitig erzählt. Und zwar am allerliebsten
über neue nicht-linke Medien, weil der Journalist auf Linie nichts so
sehr hasst wie andere Journalisten, die nicht brav auf Linie sind.
Migration, Energiewende, Corona-Politik
An
dieser Stelle lohnt es sich, eine simple Tatsache aufzuschreiben: Alle
Medienskandale und gesellschaftlich weitreichende Desinformationen
wurden in der jüngeren Geschichte nicht von alternativen Medien
produziert, sondern von sogenannten „Qualitätsmedien“. Und zwar nahezu
ausschließlich von linken Journalisten. Von Einzelfällen wie dem des Spiegel-Reporters
Claas Relotius oder der Lüge des ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen,
der ermordete US-Aktivist Charlie Kirk habe dazu aufgerufen, Schwule zu
steinigen, bis zum Versagen vieler Journalisten bei den Themen
Migration, Energiewende und Corona-Politik.
Verlässlich versagt wird auch immer wieder dort, wo Journalismus zu
Aktivismus wird im sogenannten „Kampf gegen rechts“, der eigentlich
„Kampf gegen alles, was nicht links ist“ heißen müsste. Granatenmäßig
war zum Beispiel, wie viele Medien einfach kritiklos das Faesersche
Narrativ von der „gesichert rechtsextremistischen“ AfD übernommen haben,
das die Sozialdemokratin gemeinsam mit dem Bundesamt für
Verfassungsschutz noch rasch gestreut hatte, als sie eigentlich schon
auf dem Sprung zurück in die politische Bedeutungslosigkeit war.
Einsame Warnungen vereinzelter Medien wie Cicero,
dass Faesers ominöses AfD-Geheimpapier ganz viele Seiten, aber ganz
wenig Inhalt hat, verhallten dagegen entweder ungehört oder wurden als
Kumpanei mit der AfD interpretiert. Denn endlich bestätigte eine
Behörde, was man in Journalistenkreisen schon längst wusste über die
AfD. Und endlich konnte man sich auf Vater Staat berufen mit den eigenen
Forderungen nach einem Parteiverbot. Da war es auch völlig wurscht,
dass dasselbe Milieu den Verfassungsschutz wegen dessen ominöser Rolle
beim NSU-Skandal vor wenigen Jahren noch am liebsten abgeschafft hätte.
Plötzlich war der Verfassungsschutz der beste Freund linker
Zeitgenossen.
Haltung sticht Wahrhaftigkeit Die Potsdam-Recherche von Correctiv, für die es gerade die nächste Klatsche vor Gericht gehagelt hat,
ist wiederum ein Musterbeispiel dafür, wie das Verbreiten von
Desinformation im „Kampf gegen rechts“ funktioniert. Nämlich, indem Journaktivisten
reine Behauptungen wie Tatsachen aussehen lassen und den
Journalismusbegriff durch das konsequente Zusammenschreiben der
schlimmstmöglichen Interpretationen und Assoziationen krass
verhohnepiepeln. Und dafür von irgendwelchen Flitzpiepen – darunter die Jury des Stern-Preises (früher Nannen-Preis) – auch noch mit Journalistenpreisen bedacht wurden, weil in Teilen der Medienlandschaft Haltung mehr zählt als Wahrhaftigkeit. Verrückt genug, dass eine linksradikale Plattform wie Correctiv in
Deutschland überhaupt unter „Journalismus“ firmiert. Ein Begriff, der
nicht geschützt ist, weshalb sich auch Tante Gerda mit ihrem
Kaiserschmarrnblog Journalistin nennen darf. Ungleich verrückter aber
ist, dass dieselbe Redaktion im linksgrünen Milieu immer noch ein
gewisses Standing hat. Trotz der vielen Klatschen der vergangenen fast
zwei Jahre. Und obwohl dasselbe Milieu eigentlich stinksauer sein müsste
auf eine Redaktion, die sie unter der Vorspielung falscher Tatsachen
auf die Straße getrieben und der AfD damit rückblickend einen großen
Gefallen getan hat. Stattdessen sitzt die stellvertretende Correctiv-Chefredakteurin Anette Dowideit in der Investigativ-Jury des Stern-Preises 2026. Man darf also gespannt sein, welcher Hoax dieser Jahr wegen Haltung prämiert wird.
Und als wäre all das nicht schon absurd genug – und hochnotpeinlich
für alle, die da irgendwie mit drinhängen –, ist jetzt auch noch
ZDF-Intendant Norbert Himmler für eine weitere Amtszeit
wiedergewählt worden. Ohne Gegenkandidat. Wie Kim Jong-un. Was Himmler
allerdings nicht davon abgehalten hat, in seiner dazugehörigen Rede von
„unserer Demokratie“ zu schwadronieren, die das ZDF angeblich auch
schützen würde, während er anderen Medien vorwarf, was im ZDF sehr
verlässlich gemacht wird: einseitige Berichterstattung. Oder wie es ein
Mitarbeiter beim KI-Fake-Krisentreffen ausdrückte: „Weltbildbestätigungsfernsehen“. Dass die sich am Lerchenberg nicht schämen für so viel Heuchelei, ist fast schon wieder beneidenswert.
Wer soll diese Leute denn noch ernstnehmen?
Eigentlich,
soll das alles heißen, gäbe es mehr als genug gute Gründe im
linksgrünen Qualitätsmedienmilieu, mit mehr Demut durch die Welt zu
gehen. Man hat einfach zu viel Mist gebaut in den vergangenen Jahren.
Man hat Ideen für sakrosankt erklärt, die immer schon schlechte Ideen
waren – wie die grüne Energiewende. Man hat ganze Menschengruppen
diffamiert, weil die die Dinge anders sahen als man selbst – wie
Kritiker der Corona-Politik oder der offenen Grenzen. Und man hat
Politikern und Managern applaudiert, die das Land in den Abgrund
stürzten – wie Bundeskanzlerin Angela Merkel oder VW-Chef Herbert
Diess.
Aber vor allem hat man, und das ist schon auch ein
bisschen irre, nie um Entschuldigung gebeten für die vielen
Desinformationen, die man in den vergangenen Jahren verbreitet hat. Bis
auf ganz wenige Ausnahmen. Frank Plasberg etwa, der sich nach der
Corona-Pandemie bei Svenja Flaßpöhler entschuldigte für eine
Alle-gegen-eine-Ausgabe von „Hart aber fair“. Oder Giovanni di Lorenzo
im Rückblick auf die sogenannte „Willkommenskultur“. Der Rest tut bis
heute so, als wäre er journalistische Elite, obwohl er seit Jahren
falsch liegt mit seinen Prognosen und Analysen – während er gleichzeitig
das eigene Versagen auf andere projiziert, auf neue Medien etwa oder
einfach auf diejenigen, die nicht links genug sind. Wer soll diese Loser
denn noch ernstnehmen?
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