„Die SPD verliert die x-te Wahl und bleibt trotzdem die mächtigste Partei“ Etwa 86,5 Prozent der wahlberechtigten Deutschen haben bei der Bundestagswahl 2025 nicht SPD gewählt. Bei den Landtagswahlen in BW und RhPf gab es für sie ein Fiasko. Und dennoch ist die SPD die mächtigste Partei Deutschlands, denn wenn die SPD eines beherrscht, dann ist es die Personalpolitik. Es gibt kein anderes Feld, auf dem die Sozialdemokratie derart erfolgreich taktiert und finalisiert.
Unser
Staatsoberhaupt, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier , trägt das
SPD -Parteibuch dicht am Herzen. Dass die Menschen ihn nicht sonderlich
mögen, hat er schriftlich. Er holte 2009 mit 23 Prozent der abgegebenen
Stimmen das zweitschlechteste SPD-Wahlergebnis der Nachkriegsgeschichte.
Nur Martin Schulz war schlechter. Den Vizekanzler und Finanzminister stellt mit Lars Klingbeil bekanntlich ebenfalls die SPD . Das
Militär der Bundesrepublik – vor allem also die Bundeswehr mit ihren
mehr als 250.000 Mitarbeitern und der Militärische Abschirmdienst – wird
geführt von Boris Pistorius, Sozialdemokrat . Über
das größte Budget im Bundeshaushalt , den Sozialetat, verfügt Bärbel Bas, Sozialdemokratin. Eben erst ist es ihr gelungen, das Bürgergeld als Grundsicherung zu erhalten. Der Notenbank-Präsident des Landes
und damit der Chef der Deutschen Bundesbank und unser ranghöchster
Vertreter in der EZB heißt Joachim Nagel, langjähriges Mitglied der
Sozialdemokraten . Die Bundesanstalt für Arbeit –
eine Behörde mit knapp 100.000 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von
38 Milliarden Euro in 2022 – wird von der ehemaligen SPD-Vorsitzenden
Andrea Nahles geführt. Die
Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates ist Malu Dreyer, SPD. Frühere Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.
Seit 2023 ist alles noch schöner für die SPD. Da übernahm Kai Gniffke den
ARD-Vorsitz , SPD-Mitglied seit Anfang der achtziger Jahre. Gelebte
Staatsferne, ganz wie vom Verfassungsgericht gewünscht. Die
Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, immerhin 1,9 Millionen
Mitglieder zählt Deutschlands zweitgrößte Gewerkschaft Verdi, hören auf
das Kommando von Frank Werneke , SPD. Zusammen mit Malu Dreyer sitzt er
im ZDF Verwaltungsrat. Doppelt hält besser. Die
IG-Metall, Europas größte Einzelgewerkschaft, befindet sich ebenfalls
fest in SPD-Hand . Die Sozialdemokratin Christiane Benner hat hier das Sagen. An der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes steht die ehemalige SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Europas
größter Automobilkonzern, die Volkswagen AG, ist dank der Stimmen von
IG Metall Christiane Benner, SPD Ministerpräsident Olaf Lies und den
Mandaten zahlreicher SPD-Betriebsratsmitglieder sozialdemokratisch
dominiert. Um nicht allein auf ihre gut
nachbarschaftlichen Beziehungen zu ARD und ZDF angewiesen zu sein,
besitzt die SPD über die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg)
Beteiligungen an über 40 deutschen Tageszeitungen , darunter die Dresdner
Neueste Nachrichten, die Frankfurter Rundschau, die Hannoversche
Allgemeine Zeitung, die Kieler Nachrichten, die Leipziger Volkszeitung,
die Lübecker Nachrichten, Ostsee-Zeitung, die Märkische Allgemeine
Zeitung, die Morgenpost Sachsen, Sächsische Zeitung, die Neue Presse
Coburg, die Neue Presse Hannover und die Neue Westfälische. Chef des
sozialdemokratischen Mediengeschäfts ist der SPD-Schatzmeister Dietmar
Nietan. Auch das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) der Madsack
Mediengruppe in Hannover – das über 60 Zeitung mit einer
Gesamtreichweite von rund 7 Millionen Lesern mit News und Kommentaren
aus der Bundeshauptstadt beliefert – gehört zum Reich der SPD
Medienbeteiligungen. Die größte Kommanditistin von Madsack ist mit 23,1
Prozent die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft der SPD , siehe oben. Last
but not least: Auch im DFB ist die SPD würdig vertreten. Sie stellt mit
Bernd Neuendorf den DFB-Präsidenten. In seinem Vorleben war er Sprecher
des SPD-Parteivorstands und davor Geschäftsführer der NRW-SPD . Ein
studierter Soziologe, also in Sachen Fußball vom Fach.
Fazit:
Diese Übermacht der SPD muss man nicht gleich bösartig oder gefährlich
nennen. Aber sie ist zumindest ungewöhnlich – und angesichts der
geschrumpften Bedeutung der SPD für die Wähler auch unangemessen. Der
Wunsch der Gesellschaft und insbesondere auch der SPD nach „Diversity“
verhallt in den eigenen Reihen ungehört. Es klingt wie eine Polemik und
ist nichts als die Wahrheit: Die wichtigsten Positionen im Lande sind
nicht vielfältig besetzt, sondern rot.
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