Elf Tage vor Alex Prettis Tod: Video zeigt, wie er sich mit ICE-Beamten anlegt
Video zeigt, wie Alex Pretti und ICE-Beamte schon einmal aneinander gerieten (WELT von dpa)
Die Familie des in Minneapolis erschossenen US-Bürgers bestätigt, dass
ein Video Alex Pretti Tage vor seinem Tod im Streit mit Einsatzkräften
zeigt. Der Familienanwalt sagt, dass die tödlichen Schüsse später durch
nichts zu rechtfertigen sind.
Ein neu veröffentlichtes Video zeigt den in Minneapolis erschossenen US-Bürger Alex Pretti bei einer Auseinandersetzung mit Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde einige Tage vor seinem Tod.
Auf Aufnahmen des Portals „The News Movement“ ist zu sehen, wie ein Mann erst in Richtung eines Beamtenautos spuckt und dann zweimal gegen den wegfahrenden SUV der Behörden tritt. Dadurch fliegt ein Rücklicht des Wagens heraus. Ein Beamter bringt ihn daraufhin zu Boden, weitere Einsatzkräfte kommen hinzu. Umstehende Menschen rufen lautstark und hupen.
Prettis Familie bestätigte dem US-Sender CNN, dass es sich bei dem Mann in dem Video um Pretti handelt. Aus den Aufnahmen geht nicht hervor, was vor dem Vorfall passierte. Das Video wurde laut „The News Movement“ am 13. Januar aufgenommen – elf Tage vor dem Tod des 37-Jährigen durch Schüsse von Bundesbeamten.
Nach Angaben von „The News Movement“ sei man gerade dabei gewesen, einen
Dokumentarfilm über die US-Migrationsbehörde ICE in Minneapolis zu
filmen, als man einen Tipp erhalten habe, dass Bundesbeamte eine Straße
blockierten. Die Aufnahmen entstanden demnach gegen 10:15 Uhr Ortszeit.
An Prettis Hosenbund sei auf den Aufnahmen zudem etwas zu sehen, dass
einer Waffe ähnle.
Anwalt: Nichts rechtfertigt den Tod
Steve Schleicher, Anwalt der Familie, sagte dem Sender CNN: „Nichts, was eine ganze Woche zuvor geschehen war, hätte die Tötung von Alex durch ICE am 24. Januar rechtfertigen können.“
Der Krankenpfleger Alex Pretti war am vergangenen Samstag bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich bei einer Konfrontation auf offener Straße und löste eine heftige Debatte über das Vorgehen der Einsatzkräfte aus. In Minneapolis kam es noch am selben Tag zu Trauerkundgebungen und Protesten, die sich rasch auf andere Städte ausweiteten. Der Tod Prettis wurde damit zum Auslöser landesweiter Empörung und erneuter Kritik an föderalen Einsätzen und deren Kontrolle.
dpa/jf
dpa/jf

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