Stromausfall
Auf den Staat ist kein Verlass (WELT)
Von Fatina Keilani, Redakteurin im Ressort Meinungsfreiheit, 05.01.2026
Auf den Staat ist kein Verlass (WELT)
Von Fatina Keilani, Redakteurin im Ressort Meinungsfreiheit, 05.01.2026
Während Hochbetagte mit Pflegegrad auf Feldbetten in der Turnhalle frieren, gibt Berlin Milliarden für die Hotelunterbringung von Flüchtlingen aus. Das hat Symbolwert. Der Stromausfall zeigt, warum Bürger das Vertrauen in den Staat verlieren.
Der Stromausfall im Berliner Südwesten ist ein Stresstest, bei dem der Staat durchfällt. Besonders deutlich wird das in einem Bild: Menschen mit Pflegegrad 4 und 5 müssen auf Feldbetten in Turnhallen liegen, während allein im Land Berlin jährlich eine Milliarde Euro für die Hotelunterbringung von Flüchtlingen ausgegeben wird.
Der schwache und völlig instinktlose Bürgermeister Kai Wegner (CDU) lässt sich am „Bett“ einer fast Hundertjährigen in der Turnhalle sogar noch fotografieren und das Bild in den sozialen Medien posten. Offenbar bemerkt er die Zumutung gar nicht. Immerhin ist er vor die Tür getreten. Die ersten zehn Stunden seit Beginn des Stromausfalls war von dem Mann gar nichts zu sehen oder zu hören. Dabei betrifft der Anschlag eine Gegend, in der seine bürgerliche Kernwählerschaft wohnt.
In dieser Krise wird zweierlei sichtbar. Erstens: Der Gemeinsinn der Privatleute, ihre Hilfsbereitschaft, ist riesig. Sie schulden einander nichts und geben dennoch alles.
Der schwache und völlig instinktlose Bürgermeister Kai Wegner (CDU) lässt sich am „Bett“ einer fast Hundertjährigen in der Turnhalle sogar noch fotografieren und das Bild in den sozialen Medien posten. Offenbar bemerkt er die Zumutung gar nicht. Immerhin ist er vor die Tür getreten. Die ersten zehn Stunden seit Beginn des Stromausfalls war von dem Mann gar nichts zu sehen oder zu hören. Dabei betrifft der Anschlag eine Gegend, in der seine bürgerliche Kernwählerschaft wohnt.
In dieser Krise wird zweierlei sichtbar. Erstens: Der Gemeinsinn der Privatleute, ihre Hilfsbereitschaft, ist riesig. Sie schulden einander nichts und geben dennoch alles.
Zweitens: Auf den Staat ist kein Verlass. Er schuldet seinen Bürgern Schutz und Versorgung, die sogenannte Daseinsvorsorge, und versagt im Notfall auf ganzer Linie. Die Krise trifft ihn schlicht unvorbereitet, obwohl seit Jahren auf jene Risiken für die kritische Infrastruktur hingewiesen wird, die sich jetzt verwirklicht haben. Auch wenn der Anschlag diesmal „nur“ von Linksextremisten kam, wie Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) verräterisch formulierte.
Dass in der Hauptstadt eines der reichsten Länder der Welt Hundertjährige auf Feldbetten in Turnhallen übernachten müssen, während parallel Hotelzimmer für Flüchtlinge angemietet werden, ist kein Betriebsunfall, sondern eine politische Botschaft. Ein Symbol.
Dass in der Hauptstadt eines der reichsten Länder der Welt Hundertjährige auf Feldbetten in Turnhallen übernachten müssen, während parallel Hotelzimmer für Flüchtlinge angemietet werden, ist kein Betriebsunfall, sondern eine politische Botschaft. Ein Symbol.
Der Staat zeigt dadurch, wen er zuerst sieht – und wen zuletzt. Das offenbart sich etwa auch darin, dass einer der wenigen Verwaltungsvorgänge, die in Berlin vollständig digitalisiert funktionieren, die Einbürgerung ist. Vorsprache auf dem Amt ist nicht nötig. Eben erst feierte sich die zuständige Behörde dafür, die Einbürgerungszahlen massiv gesteigert zu haben.Das Kernproblem ist nicht Migration, sondern Staatsversagen. Seit Jahren mahnen Sicherheitsbehörden, Rechnungshöfe und Experten, dass die kritische Infrastruktur in Deutschland unzureichend geschützt ist: Stromnetze, Umspannwerke, Kommunikationsknoten. Seit Jahren wird vor Sabotageakten, auch aus dem linksextremen Spektrum, gewarnt. Klaus Müller, Chef der eigentlich für Infrastruktur zuständigen Bundesnetzagentur, erklärte einen massiven Stromausfall in Deutschland noch im April 2025 für „sehr unwahrscheinlich“ – offenbar war seine Behörde eher damit beschäftigt, sich um die Einsetzung von Meldestellen gegen „Hass und Hetze“ und offiziellen „Trusted Flaggern“ zu kümmern, die seit der Ampel-Regierung in ihren Zuständigkeitsbereich fallen.
Eine Mahnung für die Institutionen
Und nun reicht ein gezielter Anschlag, um ganze Stadtteile lahmzulegen. Betroffen waren am Wochenende 45.000 Haushalte, am Montag immer noch rund 30.000. Schon bei diesen Größenordnungen wird die Lage nicht beherrscht. Insgesamt hat Berlin mehr als 2,2 Millionen Haushalte. Wie sähe es wohl aus, wenn ein größerer Teil der Stadt betroffen wäre?
Es geht um Resilienz: Ein funktionierender Staat erkennt Bedrohungen, bevor sie Realität werden. Er schützt kritische Infrastruktur nicht erst nach dem Anschlag. Zumal es im September 2025 bereits einen ähnlichen Anschlag aus dem linksextremen Spektrum gegeben hatte: Damals fiel für sechzig Stunden im Berliner Südosten der Strom aus, allerdings nicht bei Minusgraden.
Der Strom wird wiederkommen. Die Erinnerung an diese Tage aber bleibt. Für viele ältere Menschen wird sie bitter sein. Sie haben sich ihr Leben lang auf den Staat verlassen und sind nun auf dem Hallenboden der Realität gelandet. Für die staatlichen Institutionen sollte es eine Mahnung sein: Das Vertrauen in sie entsteht nicht durch wohlfeile Reden im Stil unseres Bundespräsidenten, sondern vergeht in Situationen wie dieser.
Eine Mahnung für die Institutionen
Und nun reicht ein gezielter Anschlag, um ganze Stadtteile lahmzulegen. Betroffen waren am Wochenende 45.000 Haushalte, am Montag immer noch rund 30.000. Schon bei diesen Größenordnungen wird die Lage nicht beherrscht. Insgesamt hat Berlin mehr als 2,2 Millionen Haushalte. Wie sähe es wohl aus, wenn ein größerer Teil der Stadt betroffen wäre?
Es geht um Resilienz: Ein funktionierender Staat erkennt Bedrohungen, bevor sie Realität werden. Er schützt kritische Infrastruktur nicht erst nach dem Anschlag. Zumal es im September 2025 bereits einen ähnlichen Anschlag aus dem linksextremen Spektrum gegeben hatte: Damals fiel für sechzig Stunden im Berliner Südosten der Strom aus, allerdings nicht bei Minusgraden.
Der Strom wird wiederkommen. Die Erinnerung an diese Tage aber bleibt. Für viele ältere Menschen wird sie bitter sein. Sie haben sich ihr Leben lang auf den Staat verlassen und sind nun auf dem Hallenboden der Realität gelandet. Für die staatlichen Institutionen sollte es eine Mahnung sein: Das Vertrauen in sie entsteht nicht durch wohlfeile Reden im Stil unseres Bundespräsidenten, sondern vergeht in Situationen wie dieser.

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