05 Januar 2026

Linksterrorismus - Sowas kommt von sowas (WELT)

Linksterrorismus

Sowas kommt von sowas (WELT)
Von Ulf Poschardt, Herausgeber WELT, „Politico“, „Business Insider“, 04.01.2026, 3 Min
Dass eine linksextremistische Gruppe mit einem Anschlag zehntausenden Berlinern den Strom nimmt, kommt nicht von ungefähr. Über Jahre konnte die militante Linke ihre Infrastruktur im vorpolitischen Raum nahezu unbehelligt ausbauen.
Der Feind steht rechts. Alle erinnern sich noch daran, als drei, vier angetrunkene Popper geschmacklos auf Sylt feierten und das Video einer Sangeseinlage in Deutschland viral ging. „Stern“-Cover („Champagner-Nazis“), Ansprachen des Bundeskanzlers („eklig“) und ein wochenlang tosender Entrüstungssturm, der immer wieder neu befeuert wurde – vor allem von der großen, antifaschistischen NGO-Industrie, die ihre eigene Existenz vor allem der Phantomjagd nach einer bald zu erwartenden Machtübernahme vermeintlicher Nazis verdankt.
Währenddessen konnte die militante Linke – mit ideologischer Unterstützung der Grünen Jugend, der Linkspartei und der Klima-Aktivist:innen – ihre Infrastruktur im vorpolitischen Raum nahezu unbehelligt ausbauen. Die „Hammerbande“ jagte Andersdenkende in Ungarn und setzte brutale und blutige Gewalt ein. Ihre intellektuellen Stichwortgeber erhielten derweil Künstlerpreise und Stipendien. Und während die „Letzte Generation“ das Gewaltmonopol des Rechtsstaates offen infrage stellte, war erstaunlich, wie Kirchen, Gerichte, ja sogar der Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang und natürlich immer wieder die Medien, nicht nur die öffentlich-rechtlichen, das linke, linksradikale und linksextremistische Treiben in Schutz nahmen oder gar unterstützten.
Die Kriegserklärung der Linksextremisten, die sich nun im Stromausfall im Berliner Südwesten offenbart, war lange absehbar. Während des 1. Mais gab es immer wieder erschreckende Demonstrationen durch den Grunewald, wo gescheiterte Faulenzer den Erfolgreichen die Enteignung androhten. Schon die Nazis vertrieben dort in den späten Dreißigerjahren das jüdische Bürgertum. Die linksextremistischen Nullen haben sich zuletzt weiterentwickelt: Sie haben sich mit den radikalen Verlierern aus der Palästina-Bewegung solidarisiert und nach dem 7. Oktober 2023 Straßen, Plätze und Universitäten mit ihren antisemitischen Aufläufen entstellt.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), steht dem eher unbeholfen gegenüber. Die Medien berichten erstaunlich zurückhaltend darüber. Die Anschläge auf die Infrastruktur in Adlershof und auch bei Tesla werden von manchen linken Journalisten mit erstaunlichem Wohlwollen begleitet. Der vulgäre Antikapitalismus, der bis in die bürgerlichen Blätter hinein gewuchert ist, kann nicht anders verstanden werden denn als Einladung, mit dieser Art von Terror weiterzumachen.
In Zehlendorf, Lichterfelde, Schlachtensee, Wannsee und Nikolassee sieht man nach dem Stromausfall die Reichen ihre Range Rover vollpacken und dann ab nach Mitte ins Hotel fahren, der Gärtner übernimmt die Wacht im Haus, und die Armen müssen sich irgendwie durchkämpfen. Die Linke ist in all ihren Erscheinungsformen voller Verachtung für die Unterschicht und die Schwachen. Die baden auch diese Art des Extremismus aus, so wie die meisten Opfer der RAF unschuldige Fahrer und Polizisten aus dem einfachen Volk waren.

Wenn der Linksextremismus und seine kulturellen Vorbereiter und Brandbeschleuniger in den Medien, im Kulturbetrieb und den Universitäten nicht bald auf echten Widerstand treffen und die nach Linksaußen offene NGO-Struktur jegliche staatliche Förderung verliert, droht den Deutschen am Ende der Zwanzigerjahre jede Menge extremistischer Gewalt – besonders von links.

Ulf Poschardt ist Herausgeber von WELT, „Politico“ und „Business Insider“ und ist als Anwohner selbst vom Stromausfall betroffen.

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