21 Juli 2026

30.Januar: Zufall? Doppelmoral zum Zweiten

Jetzt wird's plötzlich interessant:
30.Januar: Zufall? Doppelmoral zum Zweiten

 
 
Als der AfD-Parteitag in Erfurt auf einen Termin fiel, der angeblich historische Parallelen zur NSDAP aufweisen sollte, wurde daraus sofort ein Politikum. Dabei hatte die Messe den Termin vorgegeben. Trotzdem wurde eifrig über Symbolik, Geschichtsbilder und vermeintliche Botschaften diskutiert.
 
Und jetzt? Nun findet die Bundesversammlung zur Wahl des neuen Bundespräsidenten ausgerechnet am 30. Januar 2027 statt exakt an dem Datum, an dem Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde.

Wie gehen wir nun mit dieser zeitlichen Übereinstimmung um? Gelten historische Bezüge plötzlich nur dann als skandalös, wenn sie ins gewünschte politische Narrativ passen? Oder messen wir künftig mit demselben Maßstab für alle?
 
Vielleicht zeigt dieser Fall vor allem eines: Ein Datum allein beweist keine Absicht. Wer jeder Terminüberschneidung automatisch eine politische Botschaftunterstellt, sollte diesen Maßstab konsequent anwenden oder einräumen, dass organisatorische Entscheidungen nicht automatisch historische Inszenierungen sind.
Geschichte sollte ernst genommen werden. Aber sie sollte nicht je nach politischer Gelegenheit unterschiedlich ausgelegt werden. Sonst entsteht der Eindruck, dass weniger das Datum zählt als die Frage, wen es gerade trifft.

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