Jetzt wird's plötzlich interessant:
30.Januar: Zufall? Doppelmoral zum Zweiten
Als der AfD-Parteitag in Erfurt auf einen Termin fiel, der angeblich historische Parallelen zur NSDAP aufweisen sollte, wurde daraus sofort ein Politikum. Dabei hatte die Messe den Termin vorgegeben. Trotzdem wurde eifrig über Symbolik, Geschichtsbilder und vermeintliche Botschaften diskutiert.
Und jetzt? Nun findet die Bundesversammlung zur Wahl des
neuen Bundespräsidenten ausgerechnet am 30. Januar 2027 statt exakt an
dem Datum, an dem Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde.
Wie gehen wir nun mit dieser zeitlichen Übereinstimmung um? Gelten historische Bezüge plötzlich nur dann als skandalös, wenn sie ins gewünschte politische Narrativ passen? Oder messen wir künftig mit demselben Maßstab für alle?
Vielleicht
zeigt dieser Fall vor allem eines: Ein Datum allein beweist keine
Absicht. Wer jeder Terminüberschneidung automatisch eine politische
Botschaftunterstellt, sollte diesen Maßstab konsequent anwenden oder einräumen, dass organisatorische Entscheidungen nicht automatisch historische Inszenierungen sind.
Geschichte
sollte ernst genommen werden. Aber sie sollte nicht je nach politischer
Gelegenheit unterschiedlich ausgelegt werden. Sonst entsteht der
Eindruck, dass weniger das Datum zählt als die Frage, wen es gerade
trifft.


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