04 Juli 2026

Sechsfachmord von Stade - Wenn Ideologie Verbrechen in Kauf nimmt (Cicero)

Sechsfachmord von Stade
Wenn Ideologie Verbrechen in Kauf nimmt (Cicero)
In Stade wurden am vergangenen Montag sechs Menschen getötet. Die bisherige Faktenlage zeigt, dass diese Tat durch behördliche Nachlässigkeit und ein migrationsfreundliches Aktivistenmilieu erst ermöglicht wurde.
VON ALEXANDER GRAU am 4. Juli 2026 4 min
Es gibt Ereignisse, da lohnt es sich, erst einmal alle Fakten in Ruhe Revue passieren zu lassen. Um einen Überblick zu gewinnen, aber auch um die Ungeheuerlichkeit der Geschehnisse zu erfassen. Das Massaker von Stade ist so ein Fall. Also der Reihe nach.
Am vergangenen Montag erschießt der 45-jährige Fatih G. in einer Eltern-Kind-Einrichtung im niedersächsischen Stade sechs Menschen. Darunter die Leiterin der Einrichtung und die 32-jährige Mutter von zwei Kindern, die nun Vollwaisen sind, da ihr Vater im April verstarb.
Der Tat vorausgegangen war ein Rechtstreit. Nach Berichten verschiedener Medien hatte Fatih G. seine damals fünf Wochen alte Tochter zusammen mit deren Mutter als Notfall in die Medizinische Hochschule Hannover gebracht. Im Zuge der Untersuchungen soll ein behandelnder Arzt den Verdacht geäußert haben, das Kind leide unter den Folgen eines Schütteltraumas – einer potenziell lebensgefährlichen Hirnverletzung, die durch gewaltsames Schütteln des Babys entstehen kann. Die Eltern bestritten diesen Vorwurf. In der Folge kam es zu kontroversen Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Ärzten.
Laut Staatsanwaltschaft Hannover erstatteten Ärzte der renommierten Klinik am 22. April bei der Polizei Anzeige gegen den Fatih G., weil sie sich durch sein aggressives Verhalten bedroht fühlten. Am 18. Mai stellte wiederum der Vater Strafanzeige gegen fünf Krankenhaus-Beschäftigte. Schließlich entzog das Amtsgericht Neustadt am Rübenberge den Eltern die Gesundheitssorge. Mutter und Kind wurden in die Eltern-Kind-Einrichtung in Stade gebracht, wogegen die Eltern Beschwerde beim Oberlandesgericht Celle einlegten.
Vermutlich nicht erst in diesem Moment erfolgt der Auftritt von Sylvia S. in diesem Drama. Diese ist die Schwiegermutter des niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten Deniz Kurku und – was ungleich interessanter ist – eine von zwei Teilzeit-Mitarbeiterinnen der Bremer Stelle des „Verbandes binationale Familien und Partnerschaften“, einer NGO, die nach eigenen Angaben „an den Schnittstellen von Familien-, Migrations-, Bildungs- und Antidiskriminierungspolitik“ arbeitet – finanziert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.
Kein unbeschriebenes Blatt
Drei Tage vor der Tat wandte sich Sylvia S. an verschiedene Medien, bezeichnete sich als Patentante des Kindes und warf der Medizinischen Hochschule Hannover eine unzulängliche und widersprüchliche Dokumentation des Falles vor. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Fatih G. allerdings schon in Berlin illegal eine Schusswaffe samt 21 Schuss Munition gekauft. Ohnehin ist der Täter zumindest für türkische Behörden kein unbeschriebenes Blatt. Nach Angaben der Bild-Zeitung stand er in der Türkei schon 2007 wegen eines schweren Sexualdelikts unter Verdacht. 2021 habe er in Untersuchungshaft gesessen, sei dann allerdings ausgebrochen und seitdem flüchtig. Die türkische Polizei fahnde nach ihm. Im Juni 2022 soll Fatih G. dann eine Tochter aus einer früheren Verbindung sexuell missbraucht haben.

Am Tattag nun fuhr Sylvia S. Fatih G. zum Tatort und saß auch am Steuer, als der Fluchtwagen durch Schüsse von der Polizei gestoppt wurde. Fathi G. habe sie, so Sylvia S. gegenüber der Polizei, nicht in sein Vorhaben eingeweiht und nach der Tat gezwungen, ihn zu fahren.

Der Fall zeigt wie unter einem Brennglas, was in Deutschland falsch läuft und wie eine Mischung aus behördlicher Nachlässigkeit und ideologischer Verblendung in eine Katastrophe führen. Denn wie kommt es, dass ein in der Türkei gesuchter Straftäter, sich hierzulande frei bewegt? Wie ist es möglich, dass ein solcher Mann eben mal eine Beretta nebst Munition kauft? Warum fördert der Bund Organisationen, deren Mitarbeiter den Verdacht erwecken, dass ihnen Ideologie über Recht und Gesetz geht? Was treibt Menschen wie Frau Sylvia S. an?

Teil eines aktivistischen Milieus

Vermutlich war Sylvia S. an der Tat weder direkt noch indirekt beteiligt. Gleiches gilt für den „Verband binationale Familien und Partnerschaften“. Viel wichtiger und entscheidender ist jedoch, dass sie Teil eines aktivistischen Milieus sind, dessen Blauäugigkeit (freundliche Lesart) oder gesellschaftlicher Umgestaltungswille (realistischere Einschätzung) immer wieder schwerste Straftaten und Gewaltverbrechen ermöglicht – und bewusst in Kauf nehmen.

Dazu passt, dass Sylvia S. Schwiegersohn Deniz Kurku in den Fördermittel-Skandal um den Verein „Integrationsarbeit Kronsberg e.V.“ und die ehemalige SPD-Politikerin Hülya Iri verwickelt ist. Es ist kein böswilliges Geraune oder Spiel mit Andeutungen, wenn man zu der nüchternen Feststellung kommt, dass sich in Deutschland inzwischen ein hochsubventioniertes Migrationsunterstützungs-Gewerbe etabliert hat, das nicht nur die Folgen von Masseneinwanderung verharmlost, sondern auch ganz konkret verantwortlich ist für steigende Kriminalität. Und im schlimmsten Fall für ein Massaker und den Tod von sechs Menschen.

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