03 Juli 2026

Schwiegermutter des SPD-Politikers Deniz Kurku - Der Sechsfachmord von Stade wird zum Politikum (Cicero)

Wenn in den USA 6 Menschen in einer Einrichtung erschossen werden, rauscht es im Deutschen Blätterwald und im Öffenrlich-Rechtlichen Fernsehen. Wenn das Ganze in Stade passiert, bleibt es erstaunlich ruhig. Keine Sondersendungen, keine Talk-Shows, kein Aufschrei der linken Berufsempörten, die im Fall von sog. digitalen Vergewaltigungen völlig durchdrehten, aber im Amok-Fall von Stade halten sich Luisa Neubauer, Goering-Eckardt, Caren Miosga, Dunja Hayali, Ricarda_Lang, Saskia Esken, Heidi Reichinnek, Gruene_Jugend, Jusos, SPD Bundestagsfraktion, Grüne und Linke Fraktionen und alle anderen, die sich lautstark für Vielfallt und gegen toxische Männlichkeit einsetzen, auffallend zurück.
Warum wohl? Tat und Umfeld passen nicht ins linke Weltbild. Täter ist ein in Deutschland geborener Türke, dessen Flucht von einer Aktivistin einer Migrations-NGO ermöglicht wurde, die die Schwiegermutter des SPD-Politikers und Migrationsbeauftragte von Niedersachsen Deniz Kurku ist. Aber lesen Sie selbst
Schwiegermutter des SPD-Politikers Deniz Kurku 

Der Sechsfachmord von Stade wird zum Politikum (Cicero)
Die Fahrerin des vermutlichen Sechsfachmörders von Stade ist Aktivistin einer Migrations-NGO und Schwiegermutter des SPD-Politikers Deniz Kurku. Der ist außerdem in einen Betrugsskandal um eine andere NGO verwickelt.
VON FERDINAND KNAUSS UND ULRICH THIELE am 3. Juli 2026 6 min
Der sechsfache Mord in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade könnte zu einem Politikum werden. Nach Ansicht vieler Menschen, die sich in den sozialen Medien teilweise raunend äußern, geht es nicht mehr nur um das Gewaltverbrechen eines Vaters, der sich an Behördenmitarbeitern für den Entzug seines Kindes rächt. Im Zentrum der politischen Verbindung steht die 65-jährige Sylvia S., die offenkundig den vermutlichen Täter Fatih G. zum Tatort fuhr und auch am Steuer saß, als dieser nach der Tat auf einer Landstraße bei Stade von der Polizei gestoppt und festgenommen wurde. Sylvia G., die sich als „Patentante“ des betroffenen Babys bezeichnet hat, ist die Schwiegermutter des niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten Deniz Kurku, der außerdem niedersächsischer Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe ist.
Kurku legte die familiäre Verbindung am Donnerstagabend über seinen Anwalt offen und erklärte den Opfern und Angehörigen sein Mitgefühl. Er habe von möglichen Plänen zu der Tat selbstverständlich nichts gewusst. Brisant ist aber, dass Kurkus Anwalt offenbar erst aktiv wurde, als Spiegel und NDR über seine Verbindung zu Sylvia S. schon berichtet hatten. 
Landesregierung und SPD-Fraktion sprachen Kurku das Vertrauen aus. Die familiäre Verbindung von Kurku zur Fluchthelferin soll sich nicht auf sein Ehrenamt auswirken. Aber indirekt tut sie das selbstverständlich zumindest in der Öffentlichkeit der sozialen Medien dennoch. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies wünscht Kurku „die notwendige Kraft für die Bewältigung dieser äußerst schweren Situation“. So konnte man den Eindruck gewinnen, er sorge sich mehr um seinen in die Bredouille geratenen Parteifreund als um die Hinterbliebenen der Mordopfer. 
Kurku unterstützte betrügerische NGO
Sylvia S. ist nicht festgenommen worden, ein Haftbefehl liegt nicht vor, aber es wird gegen sie ermittelt. Offenbar hat sie gegenüber der Polizei behauptet, Fathi G. habe sie vorher nicht in sein Vorhaben eingeweiht und nach der Tat gezwungen, ihn zu fahren. Jedenfalls war sie am Steuer, als der Fluchtwagen mit hoher Geschwindigkeit von der Polizei durch einen Schuss in den Reifen gestoppt wurde. Die Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass erst nach Abschluss der Ermittlungen gesagt werden könne, ob überhaupt ein Tatvorwurf gegen sie erhoben werden muss und wenn ja, welcher strafrechtlich relevant sei.

Was die Reaktionen in den sozialen Medien beherrscht, ist nicht zuletzt die Tätigkeit von Sylvia S. – laut Medienberichten – als Beraterin für die NGO „Verband binationaler Familien und Partnerschaften“. Sie berät in Sachen Familiennachzug, Aufenthaltsrecht und Einbürgerung und wird durch das Förderprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums unterstützt. In den sozialen Medien wird nun über die Herkunft des offenkundig nicht gerade preiswerten Fluchtwagens, eines Mercedes AMG, spekuliert. 

Ihr Schwiegersohn Kurku ist vor der Tat auch vonseiten der CDU in Kritik geraten, da er in den Fördermittel-Skandal um den betrügerischen Verein „Integrationsarbeit Kronsberg e.V.“ und die ehemalige SPD-Politikerin Hülya Iri verwickelt ist. Er hatte in seiner Funktion als Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe die Förderung (insgesamt 1,2 Millionen Euro) „uneingeschränkt und mit großer Überzeugung“ unterstützt.   

Die Leiterin der Mutter-Kind-Einrichtung wurde erschossen

Zum Hergang der Tat: Am Montag, den 29. Juni 2026, hat der 45-jährige Fatih G., ein in Deutschland geborener Türke, bei einem „Hilfeplangespräch“ in der Mutter-Kind-Einrichtung in der Dankersstraße 29 in Stade vermutlich sechs Menschen erschossen – Mitarbeiter der Einrichtung und des Jugendamts der Region Hannover. Die Staatsanwaltschaft sieht in der Tat die Merkmale eines sechsfachen Mordes als erfüllt an, insbesondere Heimtücke und niedrige Beweggründe. Eine Mordkommission wurde eingerichtet. Die drei Monate alte Tochter von Fatih G. und die Mutter des Kindes waren während der Tat im Gebäude, blieben aber unverletzt.

Nach Cicero-Informationen gehört zu den Mordopfern auch die Leiterin der Mutter-Kind-Einrichtung. Die Einrichtung selbst wurde mittlerweile nach Entzug der Betriebserlaubnis geschlossen. Ein anderes Mordopfer ist eine junge Mutter aus Hannover. Laut Hannoverscher Allgemeinen hinterlässt sie zwei kleine Kinder im Alter von drei und vier Jahren. Die Kleinkinder sind durch den Mord zu Vollwaisen geworden, da ihr Vater vor wenigen Wochen starb.

Ein Vorgeschichte voller Bedrohungen

Das Verbrechen hat nach verschiedenen Medienberichten folgende Vorgeschichte: Vor einigen Wochen war das Baby in der Medizinischen Hochschule Hannover als Notfall behandelt worden. Ärzte äußerten den Verdacht auf ein potentiell lebensgefährliches Schütteltrauma, also Gewaltanwendung. Beide Eltern bestritten dies. Die Zeit berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Hannover damals gegen beide Eltern wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen ermittelte. Zusätzlich wurde gegen Fatih G. wegen Bedrohung von Ärzten ermittelt, die sein Kind behandelten. Fatih G. hatte danach seinerseits Strafanzeige gegen fünf Krankenhaus-Beschäftigte gestellt.

Das Amtsgericht Neustadt am Rübenberge hatte den Eltern dann die Gesundheitssorge entzogen, weil sie offenbar die medizinische Behandlung des Kindes verhindert haben. Mutter und Kind wurden auf der Grundlage dieses Gerichtsbeschlusses in die Einrichtung in Stade gebracht, den Ort des späteren Sechsfachmordes. Gegen diese Entscheidung hatten die Eltern Beschwerde beim Oberlandesgericht Celle eingelegt.

Die selbsterklärte Patentante und spätere (womöglich unfreiwillige) Fluchthelferin Sylvia S. hatte drei Tage vor den Morden ihre Sicht auf den Streit in einer Mail an den NDR und andere Medien versucht öffentlich zu machen. Laut NDR schreibt sie mit Blick auf den Aufenthalt im Krankenhaus von „Widersprüchen, Ungereimtheiten und unzulänglichen Dokumentationen des medizinischen Personals“. Unter anderem sei dem „Jugendamt die Darstellung der Eltern des Unfallhergangs offenbar nicht vollständig bekannt“ gewesen. Demnach habe das Kind die Verletzungen nicht durch Schütteln erlitten, sondern durch einen „unbeabsichtigten (...) kräftigen Zusammenstoß“ zwischen Stirn des Vaters und Kopf der Tochter im Bett, wo der Säugling mit den Eltern geschlafen habe. In dem Brief behauptet sie auch, dass vor allem das Klinikpersonal gegenüber Gericht und Jugendhilfeeinrichtung den Kindsvater zu unrecht als aggressiv und bedrohlich geschildert habe. Eine Behauptung, die durch die Tat wohl widerlegt sein dürfte.

Die Rolle der Mutter bleibt völlig im Dunkel

In der Presse kam die Frage auf, warum es keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen in der Einrichtung vor dem Termin mit Fatih G. gab. Das niedersächsische Sozialministerium erklärte daraufhin, es sei bei solchen „Hilfeplangesprächen“ nur üblich, die Polizei einzubinden, wenn die Gefahrenlage entsprechend eingeschätzt werde, was offenbar nicht der Fall war.

Für die bewusste Planung der Mordtat durch Fatih G. spricht, dass er laut NDR-Bericht die verwendete Beretta-Pistole etwa eine Woche vor der Tat illegal in Berlin gekauft hat. Er gab insgesamt 15 Schüsse ab, hat also während der Morde zwischendurch sogar noch nachgeladen.

Erste Vermutungen in öffentlich-rechtlichen Medien, dass Fatih G. zum berüchtigten Miri-Clan gehöre, wurden auf einer Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft ausdrücklich dementiert.

Unklar bleibt nicht nur, ob und wie die Fahrerin, Patentante, NGO-Aktivistin und Kurku-Schwiegermutter Sylvia S. in die Tat und Pläne eingeweiht war, sondern bislang auch die Person und die Rolle der Mutter des Babys. Sie wurde zunächst festgenommen, aber bald wieder entlassen. Auch gegen sie wurde kein Haftbefehl beantragt. 

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