Merz sollte handeln, statt dem Land Optimismus zu verordnen. Vom Schönreden allein wird sich die Wirtschaft nicht erholen (NZZ)
- Die Zahl der ausländischen Investitionsprojekte ist 2025 das achte Jahr in Folge gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit 2009.
- Die Industrieproduktion ist im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge zurückgegangen. Seit 2018 ist sie um insgesamt 15 Prozent geschrumpft. Ein Grund dafür sind die Energiepreise, die seit Jahren höher sind als in anderen Industriestaaten.
- Allein seit Beginn der Amtszeit von Merz haben Dutzende deutsche Unternehmen angekündigt, Stellen abzubauen. Darunter auch Traditionsunternehmen wie Volkswagen (50 000), Bosch (22 000), Daimler (5000) und Lufthansa (4000).
- Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen hat in den vergangenen Jahren besorgniserregende Ausmasse angenommen.
Verordneter Optimismus wird nicht helfen
Natürlich hat Merz den Zustand des Landes nicht allein zu verantworten. Er kann nichts dafür, dass der Krieg in Iran die Energiepreise in die Höhe treibt. Viele Probleme, etwa die überbordende Bürokratie, hat er von seinen Vorgängern geerbt. Doch er hat es nun selbst in der Hand, die Stimmung im Land zu verbessern.
Dabei werden keine Motivationsreden, keine Appelle und kein verordneter Optimismus helfen. Es gibt für ihn nur einen Weg: Er muss die wirtschaftliche Lage durch sein Handeln sichtbar verbessern. Dann wird auch die Zuversicht zurückkehren.
Wer nicht mehr um seinen Job bangen muss und erlebt, dass der eigene Arbeitgeber wieder Gewinne macht, wird ganz von allein wieder Vertrauen fassen.
Dafür braucht es allerdings die kraftvolle und mutige Politik, die Merz nun seit Monaten vollmundig verspricht. Wer von den Bürgern mehr Optimismus fordert, muss ihnen dafür auch einen Anlass geben.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen