Diese Schieflage besteht beim ZDF schon länger. Besonders augenfällig wurde sie im Oktober 2022, als das Satiremagazin «ZDF Magazin Royale» eine Sendung über Arne Schönbohm ausstrahlte. Der Moderator Jan Böhmermann unterstellte dem damaligen Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Verbindungen zu russischen Geheimdiensten. Die damalige sozialdemokratische Innenministerin Nancy Faeser liess ihn von seinem Amt abberufen.
Doch auch Inhalte von Satiresendungen müssen mit Fakten belegt sein. Weil Böhmermann für seine Vorwürfe keinen einzigen Beleg vorweisen konnte, verklagte ihn Schönbohm auf Unterlassung. Vor zwei Jahren verbot das Landgericht München Böhmermann vier von fünf Falschbehauptungen, die er in der Sendung getätigt hatte. Das Oberlandesgericht München bestätigte an diesem Dienstag dieses Urteil.
KI-Fakes und falsche Steinigungsvorwürfe
Die linksideologische Schlagseite des ZDF zeigt sich auch an der Berichterstattung seiner Journalisten aus den USA. Dort liess sich der Korrespondent Elmar Thevessen in der Talkshow «Markus Lanz» zu der Behauptung hinreissen, der im September ermordete nationalreligiöse Aktivist Charlie Kirk habe die Steinigung von Homosexuellen befürwortet. Tatsächlich hatte Kirk in einer Diskussion über Homosexualität nur eine entsprechende Bibelstelle zitiert.
Weiter ging es im Februar mit einer Sendung des «Heute-Journals», die zeigen sollte, wie brutal die amerikanische Grenzkontrollbehörde ICE gegen Migranten vorgehe. Doch die Videos weinender Kinder, die das ZDF eingeblendet hatte, waren nicht echt. Sie waren die Erzeugnisse einer künstlichen Intelligenz. Nichts davon hatte sich in Wirklichkeit so ereignet, alle Personen waren frei erfunden. So weit hätte es nie kommen dürfen.
Das ZDF hätte die Russland-Kontakte des von Schönbohm mitgegründeten Vereins «Cyber-Sicherheitsrat Deutschland» thematisieren können, ohne ihm diese persönlich in die Schuhe zu schieben. Es hätte Kirks christlichen Aktivismus kritisch einordnen können, ohne ihn zu dämonisieren. Und es hätte ohne falsches Videomaterial aufzeigen können, was an den Einsätzen der ICE-Behörde rechtsstaatlich fragwürdig war. Dass es all das unterliess, ist nur damit zu erklären, dass im ZDF besonders gern «Weltbild-Bestätigungs-Sendungen» produziert werden.
Mit diesem gelungenen Ausdruck hatte einmal ein ZDF-Journalist in einer internen Aussprache seinen Arbeitgeber belegt. Doch dieser hat daraus offenkundig nichts gelernt. Dabei diskutieren deutsche Liberale und Konservative schon seit längerem über die Frage, wozu es neben dem riesigen Apparat der ARD noch einen zweiten grossen öffentlichrechtlichen Sender brauche. Schon im September könnte eine neue Landesregierung im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt den Rundfunkstaatsvertrag kündigen, falls dort die AfD die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament erringt. Den Verantwortlichen in Mainz sollte das eine Warnung sein.

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