29 Januar 2026

Tage vor den tödlichen Schüssen Video zeigt, wie Alex Pretti und ICE-Beamte schon einmal aneinander gerieten (WELT)

Elf Tage vor Alex Prettis Tod: Video zeigt, wie er sich mit ICE-Beamten anlegt
Tage vor den tödlichen Schüssen

Video zeigt, wie Alex Pretti und ICE-Beamte schon einmal aneinander gerieten (WELT von dpa)
Stand: 29.01.2029, 13:08 UhrLesedauer: 2 Minuten
Die Familie des in Minneapolis erschossenen US-Bürgers bestätigt, dass ein Video Alex Pretti Tage vor seinem Tod im Streit mit Einsatzkräften zeigt. Der Familienanwalt sagt, dass die tödlichen Schüsse später durch nichts zu rechtfertigen sind.
Ein neu veröffentlichtes Video zeigt den in Minneapolis erschossenen US-Bürger Alex Pretti bei einer Auseinandersetzung mit Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde einige Tage vor seinem Tod.
Auf Aufnahmen des Portals „The News Movement“ ist zu sehen, wie ein Mann erst in Richtung eines Beamtenautos spuckt und dann zweimal gegen den wegfahrenden SUV der Behörden tritt. Dadurch fliegt ein Rücklicht des Wagens heraus. Ein Beamter bringt ihn daraufhin zu Boden, weitere Einsatzkräfte kommen hinzu. Umstehende Menschen rufen lautstark und hupen.
Prettis Familie bestätigte dem US-Sender CNN, dass es sich bei dem Mann in dem Video um Pretti handelt. Aus den Aufnahmen geht nicht hervor, was vor dem Vorfall passierte. Das Video wurde laut „The News Movement“ am 13. Januar aufgenommen – elf Tage vor dem Tod des 37-Jährigen durch Schüsse von Bundesbeamten.
Nach Angaben von „The News Movement“ sei man gerade dabei gewesen, einen Dokumentarfilm über die US-Migrationsbehörde ICE in Minneapolis zu filmen, als man einen Tipp erhalten habe, dass Bundesbeamte eine Straße blockierten. Die Aufnahmen entstanden demnach gegen 10:15 Uhr Ortszeit. An Prettis Hosenbund sei auf den Aufnahmen zudem etwas zu sehen, dass einer Waffe ähnle.
Anwalt: Nichts rechtfertigt den Tod
Steve Schleicher, Anwalt der Familie, sagte dem Sender CNN: „Nichts, was eine ganze Woche zuvor geschehen war, hätte die Tötung von Alex durch ICE am 24. Januar rechtfertigen können.“
Der Krankenpfleger Alex Pretti war am vergangenen Samstag bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich bei einer Konfrontation auf offener Straße und löste eine heftige Debatte über das Vorgehen der Einsatzkräfte aus. In Minneapolis kam es noch am selben Tag zu Trauerkundgebungen und Protesten, die sich rasch auf andere Städte ausweiteten. Der Tod Prettis wurde damit zum Auslöser landesweiter Empörung und erneuter Kritik an föderalen Einsätzen und deren Kontrolle.
dpa/jf

Minneapolis: Älteres Video zeigt Alex Pretti bei Auseinandersetzung mit US-Beamten (ZEIT)

Minneapolis

Älteres Video zeigt Alex Pretti bei Auseinandersetzung mit US-Beamten (ZEIT)
29.01.2025
Der "friedliche Demonstrant" Alex Pretti, wenige Tage vor seinem Tod. 
Tatsächlich ein offensichtlich gewalttätiger, instabiler Mensch, der sich mit Pistole im Hosenbund hochagressiv mit ICE-Beamten anlegt. Wird der ÖRR berichten? Oder Spiegel, FAZ, SZ, Focus...?
Das Video ist vom 13. Januar, Tage vor den tödlichen Schüssen. Das spätere Opfer Pretti, mit einer Pistole im Hosenbund, spuckt und tritt gegen das Rücklicht eines mit Bundesbeamtem besetzten Fahrzeugs.
BBC Video

28 Januar 2026

Teilzeit-Debatte - Die Ausbeutung der Fleißigen durch die Freizeit-Optimierer muss enden (Cicero)

Teilzeit-Debatte
  
Die Ausbeutung der Fleißigen durch die Freizeit-Optimierer muss enden (Cicero)
Der Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels gegen das Recht auf Teilzeit-Arbeit hat die Kritik der üblichen Sozialstaatsbewahrer erfahren. Aber es ist keine „Schnapsidee“ und schon gar nicht unsozial, die im heutigen System ermöglichte Ausbeutung der Vollzeitarbeitenden zu beenden.
VON HUGO MÜLLER-VOGG am 27. Januar 2026 6 min
Was immer vom Wirtschaftsflügel der CDU/CSU vorgeschlagen wird – Kürzung der Grundsicherung für Arbeitsverweigerer, Verlängerung der Wochen- oder der Lebensarbeitszeit – die Antwort von links ist immer dieselbe: Der Abbau des Sozialstaats stehe bevor, es drohten Armut und Verelendung. So auch jetzt beim Vorstoß der Mittelstandsvereinigung von CDU/CSU, das Recht auf Teilzeit auf solche Fälle zu beschränken, in denen familiäre Umstände oder eine Aus- oder Weiterbildung einer Vollzeittätigkeit im Wege stehen.
Absehbare Kritik und Teilrückzüge
Die Reaktion von SPD, Grünen und Linkspartei, „wissenschaftlich“ flankiert von Marcel Fratzscher, dem Hausökonomen des linksgrünen Spektrums, war absehbar. Nicht völlig unerwartet kommt auch Kritik aus den Reihen der Union. Das Ganze sei eine „Schnapsidee“, schimpfte der Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen CDU, Gordon Schnieder. „Mit einer solchen Einschränkung zäumen wir das Pferd von der falschen Seite auf“, sagte der Vorsitzende des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke. Dies sei der falsche Weg, ließ der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) aus München verlauten.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, einst selbst Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung und Befürworter einschneidender Arbeitsmarktreformen, rückte von dem Vorstoß ebenfalls ab. „Der Antrag und seine verunglückte Wortwahl gehen am Kern der Debatte vorbei.“ Er bezog sich dabei auf den vom Wirtschaftsflügel verwendeten Begriff „Lifestyle-Teilzeit“. Auch einige weniger bekannte CDU-Politiker nutzen die Gelegenheit, sich als fortschrittlich und sozial zu präsentieren – auf Kosten der CDU.

Sozialstaat und Arbeitsmarkt - Wir können uns Eure Lifestyle-Teilzeit nicht mehr leisten (Cicero)

Sozialstaat und Arbeitsmarkt

Wir können uns Eure Lifestyle-Teilzeit nicht mehr leisten (Ciceero)
Teilzeit aus Freizeitgründen, alimentiert durch den Staat: Dieses Modell rechnet sich für immer mehr Arbeitnehmer. Doch kann man einen Sozialstaat, der Work-Life-Balance subventioniert und dafür Leistung entwertet, wirklich als solidarisch bezeichnen?
VON MATHIAS BRODKORB am 25. Januar 2026 5 min
Wie das Magazin Stern berichtet, will die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU den „Rechtsanspruch auf Teilzeit abschaffen“. Aus den eigenen Reihen gab es dazu prompt Kritik. Dennis Radtke, der Vorsitzende des CDU-Sozialflügels, verteidigte die „Wahlfreiheit“ der Arbeitnehmer. Allerdings wird dadurch kein einziges der objektiv bestehenden Probleme gelöst. Bereits seit einigen Jahren weisen wissenschaftliche Institute darauf hin, dass das insgesamt geleistete Arbeitsvolumen in Deutschland im historischen Trend ansteigt. Im Jahr 2024 belief es sich auf etwa 55 Milliarden Zeitstunden. Im Jahr 2005 waren es nur 47 Milliarden.
Gleichzeitig allerdings nimmt die Teilzeitquote zu. Sie liegt heute bei ungefähr 40 Prozent. Als Folge hiervon sinken die geleisteten Arbeitsstunden je Arbeitnehmer. Im Jahr 2024 waren es rund 1.300 Stunden je Kopf. Zum Vergleich: In Frankreich waren es etwa 1.500 Stunden und in den USA fast 1.800 Stunden. Hinzu kommt ein weiteres Problem - und vor allem so erklärt sich die von der MIT angestoßene Debatte. 
Bei selben Stundenlohn
Irgendwer muss die Party bezahlen
Deutschland ächzt bereits seit Jahren unter einem Fachkräftemangel, der sich in den nächsten Jahren immer weiter vergrößern wird: weniger Arbeitsstunden je Arbeitnehmer bei gleichzeitigem Fachkräftemangel und größerem Finanzbedarf durch historisch einmalige Verrentungen. Diese Rechnung kann auf Dauer nicht aufgehen. Irgendwer muss die Party auch bezahlen. Dabei will die MIT das Recht auf Teilzeit gar nicht „abschaffen“ oder „kippen“, wie es verschiedene Schlagzeilen dieser Tage nahelegen. Was sie tatsächlich abschaffen will, ist der „Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“.
Gemäß „Teilzeit- und Befristungsgesetz“ entscheidet der Arbeitnehmer nämlich selbst, warum er in Teilzeit gehen will. Gesundheitliche Probleme, die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Familienangehörigen kommen als Gründe ebenso in Frage wie die eigene Work-Life-Balance. Nach einer wissenschaftlichen Studie entfallen auf dieses Motiv etwa 27 Prozent aller Teilzeitgründe. Blickt man ins Gesetz, muss der pauschale Vorstoß des MIT trotzdem Staunen machen. Ausdrücklich heißt es in Paragraf 8, der Arbeitgeber müsse dem Antrag auf Teilzeit nur stattgeben, „soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen“. Wenn die ganze Debatte keinen sadistischen, sondern wirtschaftspolitischen Motiven folgt, haben die Arbeitgeber – theoretisch – längst alle Hebel in der Hand, um ihre Interessen gegen den „Lifestyle“-Wahn zu verteidigen.
Mehr Geld in Teilzeit als in Vollzeit

Gasmangellage? Viele Gasspeicher in Deutschland sind so leer wie nie zu Jahresbeginn

Gasmangellage?
Viele Gasspeicher in Deutschland sind so leer wie nie zu Jahresbeginn
Trotzdem: Für die Tagesschau am 18.01.2026 kein Grund zur Sorge. 
ChatGPT: Aktuelle Lage – gibt es eine Gasmangellage?
🔹 Noch keine offizielle Mangellage
In Deutschland wurde die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen, was bedeutet, dass eine Verschlechterung der Versorgung möglich ist, aber noch keine Mangellage offiziell festgestellt wurde.
Eine "offizielle" Gasmangellage würde in Deutschland eintreten, wenn die Gasspeicher unter etwa 20 % Füllstand fallen. Dann könnte die Versorgung großer Verbraucher und – in extremen Fällen – auch Teile der Industrie eingeschränkt werden.
🔹 Gasspeicher sind deutlich niedriger gefüllt als üblich
Der Füllstand aller deutschen Gasspeicher liegt nur noch bei rund 37 % (27. Januar 2026).


Ganz anders sieht es der Insider Marcel Baldauf:
Gasmangelage/Gasnotstand Deutschland 2026
Hallo zusammen,
ich verfolge seit Wochen die meteorologischen Modelle und die täglichen Gas-Speicherdaten der europäischen Infrastruktur (GIE/AGSI). Was sich dort gerade in den Rohdaten abzeichnet, deckt sich leider nicht mit der relativen Ruhe in den Nachrichten.
Hier ist der technische Status Quo zum Wochenende (Stand 24.01.) und mein persönlicher Fahrplan für die nächsten Wochen.
  • Die Speicher-Lüge: "38% gefüllt" ist nicht die ganze Wahrheit
    Offiziell sind deutsche Gasspeicher zu ca. 38% gefüllt. Das klingt sicher. Aber wenn man in die Einzeldaten der Speicher (CSV-Rohdaten) schaut, sieht man eine gefährliche Schieflage:
    Süden (Bayern): Die Puffer sind weg. Speicher wie Wolfersberg sind technisch leer (unter 6%), Inzenham ist unter die kritische Druckmarke gefallen (<19%). Der Süden hängt jetzt fast komplett am Leitungsnetz.
    Norden: Unser größter Speicher Rehden ist quasi leer (11%).
    Osten/Sachsen (Bernburg/Lauchstädt) stützt gerade das System. Aber hier verlieren wir aktuell 1,5% Füllstand pro Tag! Bei diesem Tempo sind wir im Osten in 10 Tagen dort, wo Bayern heute ist.
    Niederlande: Unser "Notfall-Puffer" aus dem Westen ist bereits leerer als wir selbst. Von dort kommt keine Rettung. Die Niederlande ist bei 33%.
    Was denkt ihr wie lange sie das aufrechterhalten?
    Bis 30% ? Oder bis 25% ?
  • Die LNG Lüge: Warum uns die Schiffe nicht retten
    Oft hört man: "Dann kommt eben LNG aus Wilhelmshaven oder Rügen."
    Vergesst das. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Der Bedarf: In einer Kältewelle verbraucht Deutschland über 4000-4200 GWh Gas pro Tag.
    Die LNG-Kapazität: Alle unsere Terminals zusammen schaffen im besten Fall nur ca. 400 GWh Einspeisung pro Tag.
    Das LNG deckt also gerade mal 10-12% unseres Spitzenbedarfs. Wenn die Speicher leer sind, kann LNG das riesige Loch physikalisch gar nicht füllen. Es fehlt schlicht an Einspeise-Leistung, egal wie viele Schiffe draußen warten.
  • Die "Fernwärme-Falle": Warum wir Gaskraftwerke nicht einfach abschalten können
    Ein oft gehörtes Argument ist: "Dann schalten wir eben die Gaskraftwerke ab und nutzen Kohle oder Import-Strom."
    Das ist technisch oft unmöglich.
    Viele große Gaskraftwerke arbeiten mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Das heißt: Sie produzieren nicht nur Strom, sondern sind die zentrale Heizung für ganze Stadtviertel (Fernwärme).
    Selbst wenn wir den Strom nicht bräuchten, sind diese Anlagen "Must-Run". Sie müssen laufen und Gas verbrennen, damit die angeschlossenen Wohnungen nicht auskühlen. Wir können den Gasverbrauch im Kraftwerkssektor also nicht beliebig drosseln, ohne dass Tausende Haushalte ihre Heizung verlieren. Das macht das System in einer Kältewelle extrem unflexibel.
Das Wetter-Setup (Der "Polarwirbel-Split")

26 Januar 2026

IRAN - „Die Rede ist von mehr als 30.000 Toten – an zwei Tagen“ (NZZ)

WARUM berichten unsere Qualitätsmedien und der ÖRR nicht über den verzweifelten Kampf der IRANER gegen das verbrecherische Mullah-Regime?
Ich würde mir so viel Berichterstattung über die "Einzelfälle" der Opfer migrantischen Gewalt in Deutschland und die 30.000 vom Mullah-Regime im Iran Umgebrachten wünschen wie über die 2 Opfer von ICE-Polizisten in den USA.
Auch am 26.01.2026
IRAN: Die neusten Entwicklungen
Proteste in Iran: Offenbar mehr als 30 000 Tote an zwei Protesttagen (NZZ)
Der israelische Geheimdienst soll den USA Informationen über Menschenrechtsverletzungen im Iran übermittelt haben. Demnach kam es zu Hinrichtungen von Demonstranten und zum Einsatz scharfer Munition.
NZZ-Redaktion, 25.01.2026
Bei den Massenprotesten in Iran könnten nach Informationen des «Time-Magazin» allein an zwei Tagen mehr als 30 000 Menschen getötet worden sein. Das Magazin beruft sich am Sonntag (25. 1.) auf zwei ranghohe Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums. Demnach sollen am 8. und 9. Januar so viele Menschen von iranischen Sicherheitskräften getötet worden sein, dass die staatlichen Behörden mit der Bergung und Beseitigung der Leichen überfordert gewesen seien. Laut den Beamten gingen Leichensäcke aus und statt Krankenwagen seien LKWs genutzt worden. Das Menschenrechtsnetzwerk Hrana mit Sitz in den USA meldete nach eigenen Angaben 5495 bestätigte Todesopfer, unter ihnen 5149 Protestierende. Zusätzlich prüft Hrana 17 031 weitere
 mutmassliche Fälle. Die Aktivisten weisen darauf hin, dass Auswertung und Überprüfung von Todeszahlen Zeit in Anspruch nehmen. Seit drei Wochen gebe es Internetabschaltungen. Das genaue Ausmass der Gewalt sei deshalb noch unklar. Nach offizieller Darstellung gab es bei den Aufständen 3117 Tote. Mehr als 2400 Menschen seien bei «terroristischen Aktivitäten» ums Leben gekommen, behauptete der iranische Botschafter in Genf.
Die USA wollen mit Öl-Sanktionen die iranische Führung unter Druck setzen. Das berichtete die Deutsche-Presseagentur am Freitag (23. 1.). Im Fokus stehen neun Schiffe und deren Eigentümer und mehrere Managementfirmen, die iranisches Öl und Erdölprodukte im Wert von Hunderten Millionen Dollar transportierten, wie das amerikanische Finanzministerium mitteilte. Die USA gehen davon aus, dass damit Terror finanziert werde. Die Vereinigten Staaten wollen mit den Sanktionen Ölverkäufe verhindern und die Führung Irans finanziell schwächen.

Die Internetsperre in Iran ist gelockert, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag (23. 1.) berichtete. Nach einer zweiwöchigen Blockade können viele Nutzer allmählich wieder online kommunizieren. Laut Daten des IT-Unternehmens Cloudflare erreichte der landesweite Datenverkehr beim Aufrufen von Webseiten inzwischen wieder rund 30 Prozent des üblichen Niveaus. «Seit Freitagmorgen ist die breitere Verfügbarkeit von Messaging-Apps bestätigt und es werden mehr VPN-Tunnel aus dem Iran hergestellt», schrieb die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf X. Das Netz werde jedoch stark zensiert und die beobachtbare internationale Konnektivität bleibe gering.

23 Januar 2026

Netzfund - Kommentar zur Trump-Rede in Davos

Nachdem er DAVOS aufgemischt und den Globalisten die Schau gestohlen hat, mit seinem Grönland-Deal alles erreicht hat, was er wollte, ist DONALD TRUMP wohlbehalten in Washington gelandet.
Netzfund - Kommentar zur Trump-Rede in Davos
Von Peter Heinz 22.01.2026 auf FB
Das ist der Moment, in dem Menschen merken: Es geht auch anders.
Was Trump in Davos gemacht hat, war kein Ausrutscher – es war eine offene Abrechnung mit einer Weltordnung, die sich selbst überlebt hat. Und ja: Das erfordert Rückgrat. Denn es bedeutet, den Raum zu betreten, in dem seit Jahren über Milliarden, Regeln und “Zukunft” gesprochen wird – und dort auszusprechen, was viele Menschen längst im Alltag spüren: Die Entscheidungen von gestern haben die Probleme von heute nicht gelöst. Sie haben sie verschärft.
Wir reden nicht mehr über kleine Fehljustierungen. Wir reden über Schäden, die sich über Jahre aufgebaut haben – schleichend, systematisch, “alternativlos” erklärt – bis es irgendwann nicht mehr schleichend ist. Bis es knallt. Nicht als Explosion, sondern als Dauerzustand: Druck, Überforderung, Misstrauen, Angst, Resignation.

Er hat den Kontrollwahn benannt, der sich durch Europa frisst: immer mehr Regeln, immer weniger Freiheit, immer weniger Verantwortung beim Einzelnen. Das Bittere ist: Es wurde verkauft als Fortschritt. Als Sicherheit. Als “Schutz”. Aber was ist daraus geworden? Ein Alltag, in dem der Bürger immer mehr Nachweise liefern muss, immer mehr Vorschriften befolgt, immer mehr Abgaben trägt – und gleichzeitig das Gefühl hat, dass die wirklich wichtigen Dinge trotzdem schlechter werden. Nicht trotz der Bürokratie – wegen ihr.

Die Folge ist ein Zustand, der unter die Haut geht: Du arbeitest. Du stehst früh auf. Du zahlst. Du hältst dich an Regeln. Und du siehst zu, wie sich das Leben trotzdem verteuert, wie Infrastruktur bröckelt, wie Behörden kollabieren, wie Schulen überlastet sind, wie Pflegekräfte auf dem Zahnfleisch gehen – und dir erklärt wird, du müsstest einfach noch “mehr Verständnis” haben. Während oben weiter geplant, verteilt und umetikettiert wird. Das ist der Punkt, an dem Vertrauen stirbt. Nicht in einem Skandal. Sondern in tausend kleinen Enttäuschungen.

Dazu kommt eine Migrationspolitik, die zu oft weder human noch vernünftig ist, sondern unkontrolliert wirkt, Konflikte importiert, Integration überfordert und die Sicherheitslage in vielen Regionen spürbar verändert. Nicht, weil jeder Einzelne ein Problem ist – sondern weil Systeme Grenzen haben. Wenn ein Land seine Zuwanderung nicht steuert, nicht konsequent integriert, nicht klar entscheidet, wer bleiben darf und wer nicht, dann entsteht Chaos. Und Chaos trifft immer zuerst die Normalen: Familien, die abends unsicherer werden. Frauen, die Wege meiden. Menschen, die im Alltag merken, dass die Regeln für manche strenger gelten als für andere. Das vergiftet das soziale Klima. Und das ist brandgefährlich.

Er hat die fehlgeleitete Wirtschaftspolitik offengelegt: Deindustrialisierung, Energie-Ideologie statt Versorgungssicherheit, Klimadogmen statt Wettbewerbsfähigkeit. Das ist längst nicht mehr nur “ein schwieriges Jahr” oder “eine Krise”. Es ist ein struktureller Abriss. Wenn Energie teuer und unzuverlässig wird, wenn Investitionen abwandern, wenn Produktion schließt, dann geht nicht nur ein Werkstor zu. Dann verschwinden Ausbildungsplätze. Dann sterben Zulieferer. Dann kippt eine ganze Region – langsam, aber sicher.

Nächstes Kapitel über Daniel Günthers Auftritt bei Lanz - Wenn die Realität zum Hirngespinst erklärt wird und andersrum (Cicero)

Nächstes Kapitel über Daniel Günthers Auftritt bei Lanz
Wenn die Realität zum Hirngespinst erklärt wird und andersrum (Cicero)
Nach seinem Lanz-Auftritt geht „Nius“ juristisch gegen Daniel Günther vor. Der lässt nun erklären, er sei gar nicht als Ministerpräsident in der Sendung gewesen – obwohl er das selbst behauptete. Für wie doof halten Günther und seine Anwälte die Öffentlichkeit eigentlich?

22 Januar 2026

Tagesschau und "heute" ein Auslandsjournal? Deutschland findet dort kaum noch statt

Tagesschau und "heute" ein Auslands-Journal? 
Deutschland findet dort kaum noch statt
22.01.2026
Die Nachrichtensendungen der Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunkanstalten verkommen zu Auslandsjournalen. Sie sind geprägt von Berichten aus dem Ausland bis zu hintersten Winkeln der Welt. Deutschland findet so gut wie nicht mehr statt. Gestern zum Beispiel 2 Kurzberichte mit Deutschlandbezug: Russische Spionin festgenommen, Drogenlabore ausgehoben. Das war´s. Ansonsten Grönland, Ukraine, Iran, Syrien und Regen in Südafrika.
Es hat schon Nachrichtensendungen gegeben ohne eine einzige Meldung aus Deutschland. Dafür vor dem Wetter einen ausführlichen Bericht über eine Schwulen- und Lesbenparade in Taiwan.
 

  • Der größte Bankraub der Nachkriegsgeschichte in Gelsenkirchen - ein paar Kurzberichte über Versicherungsprobleme. Wieso in einer Bank der ärmsten Stadt Deutschlands Vermögenswerte im Wert von mehreren hundert Millionen Euro versteckt waren? - nur nicht dran rühren, könnte die Bevölkerung beunruhigen.
Aktuell:
  • Schwere Ausschreitungen bei einer Kurden-Demo am 20.01.2026 in Dortmund. Demo-Teilnehmer warfen Steine und Böller auf Einatzkräfte und griffen syrische Imbissbetriebe an. Einige zogen Messer - lokales Problem, Bericht schürt nur Ausländerhass


Die Liste ließe sich unbegrenzt fortsetzen im besten Deutschland, das es je gegeben hat...

Raub, Diebstahl, Körperverletzung - Anführer sind erst elf Jahre alt – Kinderbande terrorisiert Leipzig (WELT)

Raub, Diebstahl, Körperverletzung
Anführer sind erst elf Jahre alt – Kinderbande terrorisiert Leipzig (WELT)
Stand: 21.01.2026Lesedauer: 2 Minuten
In Leipzig bedrängt eine Bande Anwohner und Geschäftsleute, teils kommt es zu Körperverletzungen. Die Anführer sollen Kinder sein, mit Migrationshintergrund, aber deutscher Staatsbürgerschaft. Die Polizei hat ein Problem: Die Angreifer sind strafunmündig.
Zuerst berichtet hatte die „Leipziger Volkszeitung“: Eine Gruppe von Kindern soll in mehreren Stadtteilen der sächsischen Metropole immer wieder Straftaten begehen. Zur Last gelegt werden ihnen demnach bis zu 150 Straftaten, darunter Eigentumsdelikte, aber auch Körperverletzung. „Aktuell haben wir mehrere strafunmündige Kinder als Tatverdächtige, vorwiegend bei Gewaltdelikten“, sagte ein Polizeisprecher der „Leipziger Volkszeitung“. Die Kriminalitätsserie habe im Herbst 2025 begonnen.
Die zumeist kindlichen Täter – die Anführer sollen zehn und elf Jahre alt sein – treiben laut Polizei vor allem in der Plattenbausiedlung Grünau ihr Unwesen, aber zunehmend auch im restlichen Stadtgebiet. Auch WELT TV berichtet bereits vor Ort. Die Reporter sprachen mit einem Ladenbesitzer, der in einem nahe gelegenen Einkaufszentrum sein Geschäft hat. Er berichtete, dass immer wieder Hausverbote ausgesprochen worden seien, die Kinder sich jedoch nicht daran hielten.
Betroffen von den Übergriffen seien auch die Schüler einer nahe gelegenen freien Schule in Grünau. Ende des Jahres 2025 seien mehrere Montessori-Schülerinnen und -Schüler auf dem Weg zur Schule oder auf dem Heimweg bedroht oder sogar überfallen worden. Ein Roller und ein Fahrrad seien direkt entwendet, beziehungsweise aus einem Unterstand gestohlen worden.
„Es geht nicht mehr nur um den Schlag ins Gesicht“
Die „Köpfe“ der Bande sind dem Medienbericht zufolge Kinder mit Migrationshintergrund: zwei elfjährige Brüder, deren Familie aus dem Südsudan stammt. Die Zwillinge seien in Leipzig geboren und besäßen die doppelte Staatsbürgerschaft, heißt es weiter. Die Familienverhältnisse werden als problematisch beschrieben, der Schulbesuch der Kinder erfolge allenfalls sporadisch. Zwei andere „führende“ Bandenmitglieder seien gebürtig aus Tschetschenien.

21 Januar 2026

The Pioneer - Im Stress Bodo Hombach: Die Notwehr der Freiheit

Im Stress
Bodo Hombach: Die Notwehr der Freiheit
Wo sich Menschen nicht mehr gehört fühlen, verändert sich der Klang der Demokratie. Bodo Hombach analysiert eine überforderte Gesellschaft, in der Meinungsdruck, Reaktanz und Vertrauensverlust aufeinandertreffen – und warnt vor der Erosion ihrer demokratischen Grundlage.
Von Gabor Steingart, 21.01.2021, 4 Min
In Zeiten wie diesen ist es modern geworden, den Philosophen Sören Kierkegaard zu zitieren:
            "Das Leben wird nach vorn gelebt und rückwärts verstanden"
Bodo Hombach ist einer – und auch das verbindet uns –, der dieses Rückwärtsverstehen für eine Kapitulation vor der Gegenwart hält. Er bemüht sich – ob als SPD-Kanzleramtsminister, als späterer Chef der WAZ-Mediengruppe und heute als Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung – um Erkenntnisgewinn im Hier und Jetzt. So entstand der Essay „Die überstresste Gesellschaft. Betrachtung zur Notwehr der Freiheit“, den er exklusiv für die Leserin und den Leser von The Pioneer verfasst hat.
Die Langfassung gibt es in der The-Pioneer-App, die kuratierte Kurzfassung lesen Sie hier. Bodo Hombach hat das Wort:
Reaktanz ist ein schlichtes, fast sympathisches Phänomen. Sie beschreibt den inneren Widerstand, der entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben: „Ihr schränkt unsere Freiheit ein, ihr verengt den erlaubten Rahmen der Meinungen“.
Es ist der Trotz der Autonomie gegen das Meinungskorsett. Wo Freiheit normal ist, wird Bevormundung zur Zumutung. Ein „Du musst“ erzeugt ein „So nicht“. Ein moralisch aufgeladenes „Man sagt heute“ erzeugt ein trotziges „Ich nicht“.
Demokratien 
brauchen diesen Reflex. Ohne Reaktanz gäbe es keinen Widerspruch gegen Unsinn, keine Zivilcourage, keine Resistenz gegen Ideologen und Dilettanten. Reaktanz ist die erste, leise Form der Notwehr der Freiheit.

Gefährlich wird es,
 wenn Reaktanz nicht abfließen kann. Wenn Menschen über lange Zeit etwas denken, fühlen oder sagen sollen, was nicht zu ihrer Erfahrung passt. Wenn sie Formeln wiederholen sollen, die an ihrem eigenen Erlebten geprüft nicht standhalten.

Wenn sie merken:
 Der erlaubte Meinungskorridor wird schmaler – und wer draußen steht, wird markiert. Dann beginnt der Effekt des Rückfederns. Man passt sich an, weil es bequemer scheint. Man lächelt, wo man zweifelt. Man schweigt, wo man reden möchte. Die Überzeugungen verschwinden nicht. Sie werden nur nach unten gedrückt – wie eine Feder.

Je länger der Druck anhält, desto größer wird die Spannung. Aus Irritation wird Ärger. Aus Ärger wird Groll. Aus Groll wird der Wunsch, es „jetzt erst recht“ anders zu machen.
Wenn dann der Moment kommt – ein Skandal, ein Bruch, ein Sprachmächtiger, eine sichtbare Mehrheit –, schnellt die Feder zurück. Aber sie bleibt nicht in der Mitte stehen. Sie schießt darüber hinaus. Die Gegenbewegung will nicht Null, sie will Plus.

The Pioneer - Die überstresste Gesellschaft

The Pioneer
Die überstresste Gesellschaft
Warum Reaktanz ein Schutzreflex der Freiheit ist – und wann sie zum Rückstoß wird, der demokratische Grundlagen ins Wanken bringt, beschreibt Ex-Kanzleramtschef Bodo Hombach in einem Essay.

Von Bodo Hombach, 21.01.2026, 5 Min

Der Ausgangspunkt: Sorge statt Pose

Dieses Essay entsteht aus einer Sorge. Aus der Sorge, dass aus berechtigter Kritik an der Einengung des Meinungsspektrums ein Rückstoß wird, der mehr zerstört als er an Notwendigem korrigiert.

Reaktanz: Der Trotz der Autonomie
Reaktanz ist zunächst ein schlichtes, fast sympathisches Phänomen. Sie beschreibt den inneren Widerstand, der entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben: Ihr schränkt unsere Freiheit ein, ihr verengt den erlaubten Rahmen der Meinungen. Es ist der Trotz der Autonomie gegen das Meinungskorsett.
Wo Freiheit normal ist, wird Bevormundung zur Zumutung. Ein „Du musst“ erzeugt ein „So nicht“. Ein moralisch aufgeladenes „Man sagt heute“ erzeugt ein trotziges „Ich nicht“.

Warum Demokratien diesen Reflex brauchen

Demokratien brauchen diesen Reflex. Ohne Reaktanz gäbe es keinen Widerspruch gegen Unsinn, keine Zivilcourage, keine Resistenz gegen Ideologen und Dilettanten. Reaktanz ist die erste, leise Form der Notwehr der Freiheit.

Wenn Reaktanz nicht abfließen kann: Der innere Druck

Gefährlich wird es, wenn Reaktanz nicht abfließen kann. Wenn Menschen über lange Zeit etwas denken, fühlen, sagen sollen, was nicht zu ihrer Erfahrung passt. Wenn sie Formeln wiederholen sollen, die an ihrem eigenen Erlebten geprüft nicht standhalten. Wenn sie merken: Der erlaubte Meinungskorridor wird schmaler – und wer draußen steht, wird markiert.

Dann beginnt der Rückfedern-Effekt. Nach außen ein filigraner Konsens, nach innen wachsendes Unbehagen. Man passt sich an, weil es bequemer scheint. Oder weil Nachteile drohen. Man lächelt, wo man zweifelt. Man schweigt, wo man reden möchte.

Die Überzeugungen verschwinden nicht. Sie werden nur nach unten gedrückt – wie eine Feder.

Je länger der Druck anhält, desto größer wird die Spannung. Aus Irritation wird Ärger. Aus Ärger wird Groll. Aus Groll wird der Wunsch, es jetzt erst recht anders zu machen.
Rückfedern: Wenn Entlastung zum Überschuss wird

20 Januar 2026

The Pioneer - Edition Erbschaftssteuer: Die Irrtümer der Linken

Business Class Edition
Erbschaftssteuer: Die Irrtümer der Linken
Gabor Steingart, 19.01.2026
Guten Morgen,
es gibt viele Motive, die Erbschaftssteuer zu erhöhen. Aber ausnahmslos alle – man muss das so deutlich sagen – beruhen auf Irrtümern. Diese Motive bleiben auch dann Irrtümer, wenn Politiker sie für Fakten ausgeben, Wissenschaftler ihnen nach dem Munde reden und viele Medien in Unkenntnis der ökonomischen Zusammenhänge es den beiden nachbeten.

Irrtum #1: Unser Staat braucht mehr Geld

Hierbei handelt es sich um die Mutter aller Irrtümer. Frisches Geld ist genau das, was unser Staat nicht braucht. Der deutsche Staat mit seinen hohen Steuern, seinen exorbitanten Abgaben und seiner neuerdings auch rekordverdächtigen Verschuldungsquote hat schon heute ein Ausgaben-, kein Einnahmenproblem.
Dieser Staat ist kein Spargeltarzan, wie die Politiker uns glauben machen wollen, sondern ein schwerer Fall von Adipositas.
Der staatliche Heißhunger nach dem Geld anderer Leute ist nicht die Folge echter Finanznot, sondern Ausdruck der eigenen Ineffektivität. Unternehmen in Staatsbesitz – früher die Post, heute Bahn und Bundeswehr – sind nur noch bedingt einsatzfähig. Großprojekte in staatlicher Regie – der Flughafen BER oder der Bahnhof Stuttgart 21 – sprengen erst die Zeitpläne und dann den Kostenrahmen.
Das jüngste Beispiel staatlicher Ineffektivität liefert das Bürgergeld. In den vergangenen zehn Jahren erhöhten sich die Kosten für die Verwaltung um 39 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Regional landen bis zu 70 Prozent der Hilfsgelder in der Verwaltung und nicht bei den Bedürftigen. Das sind die schockierenden Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung.
Irrtum #2: Der Erbe ist träge und steckt das Geld in den Konsum
Das Gegenteil ist richtig. Die Erben tragen das Geld nachweislich nicht in die Champagnerabteilung des KaDeWe oder zum Uhrenhersteller Rolex, sondern investieren es – in der Absicht einer weiteren Vermehrung.

Der liberale Rechtsstaat in der Günther-Falle Die Demokratie retten durch die Einschränkung der Meinungsfreiheit? (Cicero)

„Alles für das Volk, möglichst wenig durch das Volk“ 
Der liberale Rechtsstaat in der Günther-Falle
Die Demokratie retten durch die Einschränkung der Meinungsfreiheit? (Cicero)
Selbsterklärte Verteidiger der Demokratie wollen offenbar die Meinungsfreiheit beschränken, um eine Ersatzrealität zu schaffen. Nichts korrumpiert so sehr wie Herrschaft, die sich nicht mehr vor einer kritischen Öffentlichkeit verantworten muss.
VON RONALD G. ASCH am 20. Januar 2026 9 min
Man hat in diesen Tagen den nachhaltigen Eindruck, dass Deutschland sich politisch an einem Scheideweg befindet. Signifikante Teile der politischen Klasse – offenbar zum Teil nicht weit entfernt von einem regelrechten Nervenzusammenbruch oder am Rande der Hysterie – sind anscheinend der Meinung, dass man die Demokratie in diesem Land nur noch retten kann, indem man wesentliche Grundrechte einschränkt. Dazu gehört etwa die Pressefreiheit, aber auch das Wahlrecht. 
Denn wenn man Kandidaten, die wegen letztlich politischer Vergehen, wie es Meinungsdelikte nun einmal sind, verurteilt worden sind, das passive Wahlrecht entzieht (das wird ja zur Zeit durchaus diskutiert), ist das natürlich eine bewusste Steuerung demokratischer Prozesse. Die Möglichkeit der Bürger, Kandidaten ihrer Wahl in die Parlamente zu schicken, wird eingeschränkt. Ein Parteiverbot, noch dazu auf der Grundlage von Analysen des Verfassungsschutzes, die in wesentlichen Teilen politisch gesteuert sind, ist ebenfalls ein problematisches Mittel, namentlich wenn man bedenkt, dass die meisten demokratischen Staaten in Europa diese Option gar nicht kennen oder allenfalls gegen Parteien anwenden würden, die nicht nur offen einen gewaltsamen Umsturz anstreben, sondern auch in Akte der politischen Gewalt verwickelt sind.
Die Parole der Rettung der Demokratie ist gefährlich
Allerdings war die politische Kultur in Deutschland nach 1945 immer durch ein Geburtstrauma gekennzeichnet, das Scheitern der Weimarer Republik und die NS-Diktatur. Nie wieder sollte die Demokratie auf diese Weise scheitern, und hier war und ist die Ansicht einflussreich, dass die Republik 1932/33 auch deshalb kollabierte, weil Justiz und Behören gegenüber rechtsradikalen Umtrieben viel zu nachsichtig gewesen waren. Diesen Fehler will man jetzt nicht wiederholen. Es stimmt in der Tat, dass zwischen 1918 und 1933 politische Attentate, Umsturzversuche oder Gewaltaktionen von Parteimilizen, wenn sie aus dem rechten Milieu kamen, von der Justiz oft eher nachsichtig – wenn überhaupt – geahndet wurden. Richter und Beamte sympathisierten gar nicht so selten mit solchen Aktionen und handelten entsprechend.
Nur, stehen wir heute wirklich vor einer vergleichbaren Situation? Wohl kaum, denn hier und heute geht es in erster Linie eben doch um Meinungsäußerungen, nicht um echte Umsturzversuche oder um Straßenschlachten mit Toten. Wenn in einer solchen Situation von Vertretern des linken Spektrums, das ja durchaus Teile der CDU namentlich im Norden und Westen Deutschlands mit umfasst, die Parole ausgegeben wird, dass es jetzt nicht mehr um Details der politischen Auseinandersetzung gehe, sondern um die ultimative Rettung der Demokratie vor ihren vermeintlichen rechten Feinden, dann ist das durchaus gefährlich. Es droht dann zu einer Politik zu kommen, die der Logik folgt: Der gute Zweck heiligt die Mittel, und allem Anschein nach nähern sich Politiker wie zum Beispiel der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Günther einem solchen Denken an; das machte sein jüngster Aufritt bei Markus Lanz, wie immer man ihn im Einzelnen bewertet, doch deutlich.

19 Januar 2026

Zensur-Debatte - Günthers unwürdige Ausflüchte (WELT)

Zensur-Debatte
Günthers unwürdige Ausflüchte (WELT)
Von Karl-Heinz Paqué , 19.01.2026, Stand: 18:12 Uhr, Lesedauer: 5 Minuten
Erst attackiert Daniel Günther bei Markus Lanz die Meinungsfreiheit und bejaht eine Zensur von Portalen wie „Nius“ – dann bestreitet er solche Forderungen. Sorry, das ist eines Ministerpräsidenten unwürdig!

Es war der große liberale Intellektuelle Ralf Dahrendorf, der in den frühen Sechzigerjahren die These aufstellte, dass die Fähigkeit, Konflikte auszutragen und auszuhalten, das Wesen eines demokratischen Gemeinwesens ausmache. Und der in dieser Hinsicht damals zu Recht schwere Defizite in Deutschland feststellte.
Seither hat sich die politische Welt in Deutschland grundlegend verändert. Die scharfe Kontroverse gilt als selbstverständlicher Teil der öffentlichen Auseinandersetzung, natürlich im Rahmen der strafrechtlichen Begrenzungen. Kein vernünftiger Mensch mit demokratischen Überzeugungen käme auf die Idee, daran zu rütteln.
Keiner? Doch, es gibt einen: Daniel Günther, der jugendlich auftretende CDU-Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Jahrgang 1973, lenkte das Gespräch jüngst in der Talk-Sendung „Markus Lanz“, als es eigentlich um die Frage eines Social-Media-Verbots für Jugendliche unter sechzehn Jahren ging, auf „politische Agitation“ in digitalen Medien um. Dabei benannte er ausdrücklich „‚Nius‘ und solche Portale“, die auch von „Abgeordneten meiner Union“ genutzt würden, und forderte, man müsse endlich „aufwachen“ und erkennen, „dass das unsere Gegner und auch die Feinde von Demokratie sind“, gegen die man sich „wehren“ müsse. Auf die sichtlich erstaunte Nachfrage von Lanz, ob er meine, man müsse „das regulieren, notfalls zensieren und im Extremfall sogar verbieten“, antwortete Günther unmissverständlich mit einem: „Ja!“
Offenbar erschrak er selbst über seine Worte, denn er weiß natürlich, dass im Grundgesetz – Artikel 5, Absatz 1 – steht: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Klarer geht es nicht. Im offensichtlichen Bemühen, von dem unerquicklichen Thema Zensur wegzukommen, redete Günther dann sofort wieder über ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter sechzehn Jahren, die bekanntermaßen nicht im Bundestag sitzen – ganz abgesehen davon, dass es solch einem Gesetzesvorhaben nicht um das Zensieren von Inhalten geht, sondern um eine allgemeine Altersbeschränkung für bestimmte Plattformen.
Soweit die Fakten. Es gab anschließend eine riesige Aufregung um Günthers Einlassungen zur Zensur. Scharfe Kritik an ihm stand dabei wohlwollendem Verständnis gegenüber, Günther behauptete, er habe „ein Verbot oder eine Zensur von Medienportalen zu keinem Zeitpunkt thematisiert“, und selbst Markus Lanz verteidigte Daniel Günther mit der Behauptung, dieser hätte keine Zensur gefordert.
Sorry, das stimmt nicht! Er hat es durch sein Ja zur Nachfrage von Lanz ganz eindeutig getan – das kann jeder nachprüfen, und Günther sollte es einfach zugeben (in der Sendungsaufzeichnung des ZDF beginnt die Passage bei Sekunde 01:10:04, die Frage stellt Lanz bei 01:12:21).