Apokalypse Now: Linke Klimaschützer schlachten die Hitze politisch aus. Lösungen haben sie keine (NZZ)
von
Morten Freidel, 02.07.2025, 3 Min.
Früher gab es kaum etwas Unpolitischeres als das Wetter. Das hat sich geändert. Dem Klimaschutz ist damit nicht gedient.
Seit
Tagen steigt die Temperatur in Deutschland nicht nur draussen
bedenklich, sondern auch in den Redaktionsräumen des
öffentlichrechtlichen Rundfunks und in der Parteizentrale der Grünen.
Ein unüberhörbares politisches Crescendo begleitete die Bürger bis zu
diesem Mittwoch, dem vorerst heissesten Tag dieses Sommers. Politiker
und Journalisten malten eine Katastrophe in düstersten Farben aus.
Um
das Wetter ging es nur noch am Rande. Es ging gleich um das grosse
Ganze, das Klima, verbunden mit der Mahnung, endlich mehr zu dessen
Schutz zu tun. Im ZDF war die Rede von der «Klimakrise», die derzeit
«jeder am eigenen Leib» spüre. Die grüne Parlamentsabgeordnete Lisa
Badum verstieg sich gar zu der Behauptung: «Schatten und Wasser werden
zum Luxus.» Unbestritten ist, dass mit der Klimaerwärmung Hitzewellen
zunehmen. Dass bei Hitze auch der Schatten abnimmt, davon hörte man
allerdings zum ersten Mal.
Seit
einiger Zeit kann man in Deutschland und in der Schweiz ein
wiederkehrendes Ritual beobachten. Sobald das Wetter Kapriolen schlägt, überbieten sich klimabewegte Politiker und Journalisten mit apokalyptischen Zustandsbeschreibungen.
Nach ein paar Tagen Trockenheit wird vor ewiger Dürre gewarnt, bei
Überschwemmungen vor dem Untergang. Immer geht es darum, den Klimaschutz
wieder auf die politische Agenda zu setzen. Früher gab es kaum etwas
Unpolitischeres als das Wetter, heute gibt es kaum etwas Politischeres.
Die Mahner haben kaum Lösungen











