Von Ulf Poschardt, Freiester Mitarbeiter, 01.11.2026, Lesedauer: 4 Minuten
Berlin ist das Laboratorium für eine linke Bundesregierung im Jahr 2029. Mit den Werten der Bundesrepublik wird sie nur noch wenig zu tun haben. Die Bürgerlichen schauen bei der Machtübernahme zu.
Wäre nicht alles so traurig, man könnte sich köstlich amüsieren über den Niedergang der deutschen Hauptstadt als Ouvertüre zum Niedergang des ganzen Landes. Ein Wirtschaftslobbyist und kämpferischer Intellektueller der Mitte bringt es auf den Punkt: „Die Antisemiten der Linken werden von Antisemiten für ihren Antisemitismus gewählt, müssen aber nach der Wahl so tun, als seien sie gegen Antisemitismus, damit SPD und Grüne rechtfertigen können, mit ihnen in eine Regierung zu gehen. Und nun sind die Hardcore-Antisemiten sauer, dass sie sich vorübergehend verleugnen müssen.“ Am Samstag hat die Linkspartei entschieden, mit Sozialdemokraten und Grünen in Berlin eine Regierung zu bilden – auf einem kotzlangweiligen Parteitag, auf dem sich Radikalismus und Antisemitismus wie in einer Travestie in ihrer spießig-bürokratischen Form artikulierten. Enteignungen und zynische Lippenbekenntnisse zum Existenzrecht Israels wurden auf ödeste Art abgenickt, während sich auf den Straßen Berlins längst das wahre Gesicht der Partei zeigte: migrantisch, aggressiv, antiwestlich, dumm.
Es läuft so, wie es in der DDR auch lief: Aus radikaler Revolutionsenergie wird ein autoritäres, bürokratisches Spießerprojekt. Die Berliner Linke steht aber nicht am Rand der politischen Landschaft, sondern bildet das neue Sinnzentrum der Linken. In ihr steckt das Laboratorium einer künftigen bundesdeutschen Regierung, die nur noch wenig mit den Werten der Bundesrepublik zu tun haben wird.
Die autoritäre Macht der NGOs
Überall in den linken Parteien arbeiten die sogenannten Vordenker mit ihren bürgerlichen Hornbrillen in spießiger Ernsthaftigkeit an einem Umsturz der Werte der Bonner und Berliner Republik. Das Ziel ist 2029. Dann sollen dreißig Jahre Kulturkampf und die Umwertung aller Werte gegen das einst normale und vernünftige Deutschland vollendet werden. Die Zeichen stehen gut für die Linken. Dass aktuell eine solche Koalition mit derart radikalen Kräften, wie sie in der Berliner Linkspartei zu finden sind, nicht auf breiten Widerstand stößt, hat mit den totalitären Zügen des vorpolitischen Raums zu tun. Die „Demos gegen rechts“, orchestriert von staatsnahen Medien, staatsfinanzierten sogenannten NGOs und jenem Tümpel der Zivilgesellschaft, der sich längst autoritär formiert hat, waren die Probe aufs Exempel. Es war der finale Zusammenbruch bürgerlicher Widerstandskräfte gegen die Zerstörer des Landes.
Die Dummheit der Bürgerlichen, damals mitzumachen, obwohl auf den Plakaten expressis verbis stand, dass auch sie gemeint waren, hat den Boden für das bereitet, was jetzt in Berlin passiert. Die „Brandmauer“ gegen alles rechts von Merkels linker CDU führte dazu, dass die Diskussionen in der Bundesrepublik signifikant nach links gerutscht sind. Links der Mitte ist inzwischen die vermeintliche Mitte. Alles rechts davon ist „Nazi“.
SPD und Grüne haben nicht, wie einige konservative Kommentatoren meinen, ihre Unschuld verloren, sondern sie kommen jetzt ganz bei sich selbst an: im Hass auf den Kapitalismus, im Antiamerikanismus, im Antisemitismus, in all jenen „Antis“, die nur deshalb regierungsfähig sind, weil die Menschen, die nicht „Anti“ sind, das Ganze mit ihrem Fleiß, ihrer Innovationskraft, ihrer Ausdauer und ihrer Hingabe an eine funktionierende Marktwirtschaft überhaupt erst ermöglichen.
Mit der Linkspartei springt die Bundesrepublik zurück in eine kaputte Utopie aus dem 19. Jahrhundert – toxisch angereichert durch die neueste antikoloniale Verblödungsmaschinerie. Es ist die ungebildetste Linke seit 200 Jahren – und zugleich die gefährlichste, weil sie in ihrer Führung und bei ihren Wählern auf umfassende Verblödung setzen kann.
Es ist eine Ironie der Geschichte, dass das Milieu dieser Linken am Abend jenes Parteitags, auf dem die Partei beschließt, die Geschicke des Landes zu übernehmen, überall in der Bundesrepublik zeigt, was es von der herrschenden Ordnung hält: nichts. In deutschen Städten werden Polizisten verletzt, Läden geplündert, antisemitische Parolen gerufen und Barrikaden angezündet – und es findet sich immer ein weltanschaulich verblendeter Journalist, der das Ganze rechtfertigt.
Deutschlands wirtschaftlicher Niedergang wird sich mit einer linksradikalen Landesregierung beschleunigen. Die lächerlichen Wachstumszahlen angesichts von 900 Milliarden Euro Sonderschulden sind nicht der Rede wert, und die notwendigen strukturellen Reformen fallen aus. Dass die Union die NGOs nicht finanziell trockengelegt hat, erweist sich als fataler strategischer Fehler. Er rührt daher, dass die Konservativen aufgehört haben, eigene Vordenker hervorzubringen, und stattdessen bei ihrer eigenen Demontage mitmachen. Grüne und Gewerkschaften, Jusos und Linke sind längst untergehakt, um die gute alte Bundesrepublik und ihren Wohlstand zu vernichten.
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