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28 September 2022
Robert Habeck korrigiert seinen Atomkraft-Kurs in Trippelschritten – damit wird er weder Land noch Wählern gerecht (NZZ)
27 September 2022
Generation Z – oder was Faulheit mit Freiheit zu tun hat (NZZ)
Strigls «Gedankenspiele zur Faulheit» fanden in den Medien jedenfalls reges Interesse. Die Autorin gab einige Radiointerviews, in denen auf akademischem Niveau über das Faulenzen, sein kreatives Potenzial, seine sittliche Verortung und seine gesellschaftliche Bedeutung philosophiert wurde. Faulheit sei ein Zustand von Freiheit, sagte sie etwa am Schweizer Radio.
Das Recht auf Faulheit ist laut Strigl allerdings unter Druck, wobei sie Faulheit nicht als uninspiriertes Nichtstun, sondern als Gegenteil von Arbeit versteht. Der Druck auf die Freiheit, faul zu sein, kommt laut Strigl aus zwei Quellen. Zuerst hätten Calvin und Zwingli die Arbeit zu einer Art Gottesdienst umgedeutet. Und den Rest habe dann der «Siegeszug des Kapitalismus» besorgt.
Der Kapitalismus ist laut Strigl eine Gegenbewegung zur Faulheit. Wenn Faulheit tatsächlich einen Zustand der Freiheit beschreibt, muss man daraus folgern, dass der Kapitalismus auch eine Gegenbewegung zur Freiheit ist. Man hört’s, staunt und fragt sich, welches real existierende Wirtschaftssystem denn besser für die individuelle Freiheit sei, bleibt mit dieser Frage in diesem Interview aber sich selbst überlassen.
Hochqualifiziert – aber nicht zu viel Arbeit?
Strigls Schrift erscheint lustigerweise zu einer Zeit, in der in den Medien über ein anderes Phänomen mit ebenso regem Interesse auf ebenso akademischem Niveau diskutiert wird: Es geht um die vermeintliche Faulheit der Generation Z, also jener Generation, die sich – wiewohl in globo mit dem Prädikat «hochqualifiziert» ausgestattet – angeblich nicht mit Arbeit abrackern möchte und die Zeit lieber für das «persönliche Wachstum» verwendet.
Interessant ist, dass dieses Phänomen auf dem mit Wohlstand gedüngten Boden kapitalistischer Wirtschaftssysteme besonders gut zu gedeihen scheint. Hat sich Daniela Strigl also geirrt, und der Kapitalismus ist gar nicht ein Feind der Faulheit, sondern im Gegenteil ihr Ermöglicher?
Scheinbar bodenlose Subventionstöpfe
Mit Blick auf die «soziale Marktwirtschaft» europäischer Prägung lautet die Antwort auf diese Frage Ja. Der Umverteilungsstaat mit seinen progressiven Steuern und seinen scheinbar bodenlosen Subventionstöpfen ist ein Förderer der Faulheit im Striglschen Sinn. Er bestraft die Fleissigen, indem er deren sauer verdientes Geld über Steuern und Zwangsabgaben auch an jene verteilt, die sich bewusst die Freiheit nehmen, das Gegenteil von Arbeit zu tun.
Man kann Faulheit durchaus als Ausdruck von Freiheit sehen, und der Liberale kann gar nicht anders, als jedem seine Freiheit bzw. Faulheit zu gönnen. Doch wenn die Faulheit des einen mit der Arbeit des anderen finanziert wird, ist etwas faul mit der Freiheit. Dann demoralisiert der Staat seine Leistungsträger, und die Frage nach dem Recht auf Faulheit wird sich irgendwann ganz unakademisch von selbst erledigen.
Politik als Simulation - Erfolgreich habecken - jetzt erst recht! (Cicero)
Erfolgreich habecken - jetzt erst recht! (Cicero)
Wichtigste Gaspipelines nach Europa beschädigt – alles deutet auf Anschläge hin (NZZ)
Während
die Nord-Stream-2-Pipeline nach ihrer Fertigstellung nie in Betrieb
genommen wurde, floss durch die Nord-Stream-1-Pipeline bis Anfang
September noch Gas. Nachher verringerte Gazprom die Liefermengen und
stoppte die Lieferungen schliesslich ganz, mit eher fadenscheinigen und
immer wechselnden Begründungen.
Wegen des russischen Lieferstopps ist es für die Gasversorgung in der EU irrelevant, dass nun die wichtigen Pipelines ungeplant komplett ausfallen. Trotz dem geringen Gasfluss durch Nord Stream 1 konnten die europäischen Gasspeicher auf derzeit gut 88 Prozent gefüllt werden.
Dass innerhalb weniger Stunden in beiden Röhren der Druck abfällt, kann indes kein Zufall sein. Ein Unfall ist unwahrscheinlich, weil die beiden Systeme unabhängig sind. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen deutet viel darauf hin, dass die Leitungen gezielt sabotiert wurden. «Es ist schwer vorstellbar, dass dies Zufälle sind», sagte auch die dänische die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.
Drei Lecks entdeckt – Sperrzonen für Schiffe
Die dänischen Behörden haben inzwischen an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 insgesamt drei Lecks eruiert. Laut Medienberichten hatten F-16-Kampfjets die aus dem Wasser aufsteigenden Blasen zuerst entdeckt. Die Lecks waren so gross, dass sie sogar auf den Radaren von Schiffen in der Nähe zu sehen waren. Zwei Lecks habe man bei Nord Stream 1 nordöstlich der Ostsee-Insel Bornholm gefunden. Bei Nord Stream 2 gebe es einen Schaden südöstlich der Insel, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Im Falle von Nord Stream 1 befinde sich das eine Leck in dänischen und das andere in schwedischen Gewässern, bei dem von Nord Stream 2 in dänischen.
Wegen der Zwischenfälle bat die dänische Behörde das staatliche Unternehmen Energinet, im Hinblick auf die Sicherheit ihrer Anlagen besonders aufmerksam zu sein. Brüche in Gasleitungen kämen höchst selten vor. Vorsorglich hebe man das sogenannte Bereitschaftsniveau im Gas- und Stromsektor auf die zweithöchste Stufe «orange» an.
Bei den Lecks blubbern Methanblasen aus dem Meer. Methan ist hochentzündlich, sollte es zu einer Explosion kommen, könnte das für Schiffe gefährlich werden, hiess es. Polizei und Marine haben deshalb eine Fünf-Meilen-Sperrzone für Schiffe eingerichtet, auch der Flugverkehr unter 1000 Metern wurde untersagt.
Kurzfristig keine Umweltschäden erwartet
Jubel, Entsetzen und Gelassenheit: Der Wahlsieg der Postfaschistin Giorgia Meloni wirbelt die EU auf (NZZ)
Noch in der Nacht zum Montag gaben Melonis Verbündete zu verstehen, dass für sie der Spaß jetzt erst beginne. «Wir jubeln mit Italien!», schrieb die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch auf Twitter. «Dieser Sieg ist nicht nur der der italienischen Patrioten, sondern der aller europäischen Völker, die an ihrer Souveränität festhalten», freute sich Hélène Laporte vom französischen Rassemblement national. Und auch der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki gratulierte Meloni herzlich auf Twitter.
«Schwerer Moment für die EU»
Im EU-Parlament sitzen die Fratelli d’Italia und Polens Regierungspartei PiS in derselben Fraktion der «Konservativen und Reformer». Matteo Salvinis Lega, Melonis Koalitionspartner, ist Mitglied der weiter rechts stehenden Fraktion «Identität und Demokratie» – zusammen mit der AfD und dem Rassemblement national. Silvio Berlusconis Forza Italia gehört dagegen der Europäischen Volkspartei an. Dass deren Vorsitzender, der deutsche CSU-Politiker Manfred Weber, den «Cavaliere» im Wahlkampf unterstützt hatte, sorgte in Brüssel für einige Aufregung. Weber wurde vorgeworfen, ein Steigbügelhalter der Ultrarechten zu sein.
Dieser verteidigte sich und nannte die Berlusconi-Partei eine Kraft der Mitte mit proeuropäischer Grundhaltung. Auch der CDU-Europapolitiker Michael Gahler gab sich gelassen. Mit einer Regierungsbeteiligung der Forza Italia könne verhindert werden, dass Italien nach rechts abdrifte. Außerdem gebe es in der Partei vernünftige Leute wie Antonio Tajani, der früher EU-Kommissar und Präsident des Europaparlaments gewesen sei. Laut Gerüchten könnte Tajani Italiens Außen- oder Verteidigungsminister werden.
Wer ist Giorgia Meloni, die künftige Regierungschefin Italiens? (NZZ)
Wer ist Giorgia Meloni, die künftige Regierungschefin Italiens?
Im Ausland kennen die 45-Jährige nur wenige,
doch die schrille Rechtspolitikerin aus dem Römer Arbeiterviertel
Garbatella mischt schon seit Jahrzehnten in der italienischen Politik
mit.
Andrea Spalinger
Noch
vor wenigen Jahren hätte niemand geglaubt, dass ausgerechnet Giorgia
Meloni als erste Frau in den Palazzo Chigi, den Regierungspalast im
Herzen von Rom, einziehen könnte. Ihre Fratelli d’Italia kamen bei
nationalen Wahlen jeweils auf ein paar wenige Prozentpunkte, und wegen
ihrer faschistischen Wurzeln schien die Politikerin mit der
ungeschliffenen Römer Schnauze nicht akzeptabel für das wichtigste
politische Amt im Land.
Das Mädchen aus Garbatella
Möglich
geworden ist ihr Sieg, weil sich seit den letzten Wahlen alle anderen
Parteien mit dem Regieren versucht und keine besonders gute Figur dabei
gemacht haben. Es war auch etwas Glück dabei. Hätte der Lega-Chef Matteo
Salvini seine Popularität nicht so arrogant verspielt, stünde nun wohl
er an der Spitze des siegreichen rechten Lagers. Meloni hat aber auch
härter als alle anderen gearbeitet, um dahin zu kommen.
Erst in der Schule, die sie als gehänseltes, übergewichtiges Mädchen mit
Bestnoten abschloss. Dann im ruppigen, männerdominierten Umfeld
postfaschistischer Jugendorganisationen und Parteien.
Giorgia Meloni wird 1977 in einem wohlhabenden Viertel im Norden von Rom geboren und lernt schon als Kind, dass einem im Leben nichts geschenkt wird. Der Vater kommt aus gutbürgerlichem Haus und arbeitet als Steuerberater. Als sie und ihre ältere Schwester Arianna noch ganz klein sind, verlässt er die Familie jedoch, um die Welt zu umsegeln und sich dann auf den Kanaren niederzulassen.
Für
die Mutter bedeutet die Trennung einen schmerzlichen sozialen Abstieg.
Vom grosszügigen Einfamilienhaus im Norden muss sie in eine kleine
Wohnung im Arbeiterviertel Garbatella im Süden der Hauptstadt ziehen, wo
auch ihre Eltern leben. Sie arbeitet, die Mädchen verbringen viel Zeit
bei den Grosseltern. Als Politikerin wird Meloni später ihre Herkunft
aus Garbatella bei jeder Gelegenheit herausstreichen, um klarzumachen,
dass sie eine aus dem Volk ist.
Ein abwesender Vater und großer Ehrgeiz
25 September 2022
Eigenes Auto wieder wichtiger- Warum grüne Verkehrspolitik völlig an der Realität vorbei geht (Focus-Online)
Auch eine aktuelle Umfrage von YouGov für das Center of Automotive Management (CAM) zur Mobilität der Deutschen zeigt: Für viele bleibt das Auto wichtig oder steigt sogar in seiner Bedeutung:
69 Prozent der Deutschen sagen, dass für sie ein privater PKW angesichts ihrer derzeitigen Mobilitätssituation wichtig sei.
Für junge Städter wird der Wagen wieder wichtiger







