Außer Blitzen gibt es – zumindest in Deutschland – keine natürliche Ursache für Waldbrände. Nüchterner Blick auf die Daten
Waldbrände in Deutschland und weltweit - so ist die Situation wirklich (Epoch Times)
Waldbrände in Deutschland und weltweit - so ist die Situation wirklich (Epoch Times)
Der Klimawandel sorgt für immer mehr Waldbrände - oder doch nicht? Der Blick auf die Daten überrascht. Dennoch gilt: Dort, wo Feuer wüten, herrscht Ausnahmezustand. Menschliches Handeln ist dabei eine der häufigsten Ursachen.
Maurice Forgeng, 16. August 2026, 9 Min
In Kürze:
- Mit dem Sommerwetter kämpfen Feuerwehren in Deutschland und Europa weiter gegen Waldbrände.
- Für mehr als 90 Prozent der Waldbrände ist laut WWF der Mensch verantwortlich.
- Weltweit liegen CO₂-Emissionen und verbrannte Flächen durch Waldbrände bislang unter den Werten vieler Vorjahre.
- In Deutschland liegen die CO₂-Emissionen durch Waldbrände dagegen über den Werten vieler Vorjahre.
- Europäische Versicherungsunternehmen sehen sich wegen Waldbränden mit steigenden Verlusten konfrontiert.
Hochsommerliche
Temperaturen und Trockenheit begünstigen aktuell vielerorts die
Ausbreitung von Waldbränden – in Deutschland und international. Einzelne
Schlagzeilen können dabei schnell den Eindruck einer teils noch nie
dagewesenen Entwicklung der Ausweitung von Bränden erwecken. Diese wird
schließlich oftmals dem Klimawandel zugeschrieben.
Zunächst
vorweg: Jeder Waldbrand stellt eine ernste Gefahr für Mensch und Natur
dar. Feuer, wenn es unkontrolliert lodert, ist oftmals lebensbedrohlich.
Gleichzeitig ist eine richtige Einordnung ebenso wichtig. Der Blick auf
die wahren Ursachen der Brände und der Vergleich mit Daten aus der
Vergangenheit bringt Klarheit.
Am Freitag, 14. August, loderte ein Waldbrand in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Hürtgenwald.
Die Flammen waren bis auf wenige Hundert Meter an den Ortsteil Gey
herangerückt. Wegen der akuten Gefährdung mussten am frühen
Freitagmorgen alle rund 1.800 Bewohner des Ortsteils ihre Häuser und
Wohnungen verlassen.
Darüber hinaus gab es in Deutschland am selben Tag drei weitere größere Waldbrände. Nahe der saarländischen Stadt Ottweiler
im Landkreis Neunkirchen war die Feuerwehr seit Donnerstagnachmittag im
Einsatz. Zwar hatte sie den Waldbrand unter Kontrolle, Andreas Kuhn,
Sprecher der Feuerwehren, gab jedoch noch keine endgültige Entwarnung.
„Auf der rund 3,6 Hektar großen Brandfläche in einem 10 Hektar (ha)
großen Waldstück befinden sich weiterhin zahlreiche Hotspots und
Glutnester“, teilte er mit.
Rund 100
Einsatzkräfte waren mit Löscharbeiten nahe der rheinland-pfälzischen
Ortsgemeinde Bengel beschäftigt. „Der Brand ist unter Kontrolle. Es gibt
nur noch Glutnester“, informierte eine Sprecherin der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich am Freitagmorgen.
Seit Dienstagabend, 11. August, brannten
zudem Waldflächen nahe der sächsischen Kreisstadt Plauen. In der Nacht
zum Freitag waren dort rund 130 Einsatzkräfte im Einsatz. Sie
versuchten, neu aufflammende Glutnester einzudämmen oder zu löschen.
Zudem setzte die Feuerwehr eine Drohne ein, um Glutnester effektiver
aufzuspüren. Nach Angaben der Stadt handelte es sich um einen der
größten Brände der vergangenen Jahrzehnte in der Region.
Feuer auch in Europa
Die hohen Temperaturen begünstigen auch im Ausland zahlreiche Brandherde. Auch am Wochenende kämpften Feuerwehrleute besonders in Frankreich, Kroatien und Griechenland gegen die Feuer.
So
brennt etwa seit Donnerstag, 13. August, ein Waldgebiet bei der
südwestfranzösischen Gemeinde Luglon. Die zerstörte Fläche umfasst
inzwischen rund 1.600 Hektar. Etwa 650 Menschen wurden bislang
vorsorglich evakuiert. Auch in anderen Regionen Frankreichs brennen
kleinere Waldgebiete.
In Kroatien trieb starker Wind am Freitag
einen Waldbrand in den küstennahen Ferienort Omiš nahe der Stadt Split.
Die Feuer erfassten neben Waldgebieten auch Siedlungen. Laut lokalen
Medien wurden 14 Menschen ins Krankenhaus eingeliefert, sieben davon
befanden sich in lebensbedrohlichem Zustand.
Griechenland hat aufgrund mehrerer Waldbrände unlängst landesweit die höchste Waldbrandwarnstufe ausgerufen. Das Mittelmeerland leidet noch immer unter den Folgen von Bränden
in diesem Monat. Bei Kassandria auf der Halbinsel Kassandra waren die
Einsatzkräfte am Wochenende weiterhin mit den Folgen eines Waldbrandes
beschäftigt. Landesweit herrscht
weiterhin eine hohe bis extreme Brandgefahr. In den vergangenen Wochen
haben die Sommer-Waldbrände in Griechenland fünf Menschen getötet und
Tausende Hektar Wald zerstört.
Meist menschengemachte Waldbrände
Dabei
sind Hitze und Trockenheit nicht die unmittelbare Ursache eines
Waldbrandes. Sie schaffen jedoch Bedingungen, unter denen sich ein
entstandenes Feuer schneller ausbreiten kann.
Laut der Umweltorganisation WWF
haben nur rund 4 Prozent der Waldbrände natürliche Ursachen, etwa durch
Blitzeinschläge. Für weit über 90 Prozent ist demnach der Mensch
verantwortlich – beispielsweise durch Unachtsamkeit oder vorsätzliche
Brandstiftung. Immer wieder tauchen Videos auf, die Menschen beim Legen von Feuer zeigen.
In Frankreich hat das Innenministerium kürzlich verkündet,
dass die Behörden in diesem Sommer bereits 420 Personen festgenommen
haben. Ihnen wird vorgeworfen, Brände in den französischen Départements
absichtlich oder versehentlich ausgelöst zu haben. Unter den
Festgenommenen sind 166 Minderjährige.
In
bestimmten Fällen sind Feuer oder Waldbrände allerdings nicht
grundsätzlich als Katastrophe anzusehen. Ökosysteme, die an Feuer
angepasst sind, benötigen gelegentliche Brände, um sich zu verjüngen und
zu regenerieren.
2026 bisher wenig Brände weltweit
Anhand
der Waldbrandmeldungen aus Deutschland, Europa und anderen Regionen
entsteht der Eindruck, dass 2026 ein besonders „feuriges“ Jahr ist. Die
Daten von Copernicus, dem Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen
Union, zeigen jedoch ein anderes Bild.
Bei
weltweiter Betrachtung zeigen die Daten, dass 2026 bisher ein
deutliches Negativrekordjahr ist. Das bedeutet: In diesem Jahr wurden
bislang so wenig CO₂-Emissionen durch Waldbrände verzeichnet wie seit
2003 nicht mehr. Da pro verbrannter Fläche normalerweise ähnlich viel
CO₂ freigesetzt wird, lassen sich aus den Emissionsdaten Rückschlüsse
auf die verbrannte Fläche ziehen.
Vom
1. Januar bis zum 13. August lagen die weltweiten CO₂-Emissionen durch
Waldbrände im vergangenen Jahr bei gut 900 Megatonnen (Mt). In diesem
Jahr waren es im gleichen Zeitraum bisher rund 707 Mt – ein Rückgang von
etwa 22 Prozent. Vor 2025 lagen die Werte sogar noch höher, den
bisherigen Höchststand gab es 2003 mit mehr als 1.400 Mt. Europa hat in
diesem Jahr bislang rund 11 Mt CO₂ durch Waldbrände emittiert.
Die geringe verbrannte Fläche in diesem Jahr bestätigt auch das Datenportal „Our World in Data“. Dieses zeigt die weltweiten jährlichen Gesamtflächen seit 2012, die durch Waldbrände verbrannt wurden.
Auch
hier liegt das laufende Jahr bislang auf dem niedrigsten Niveau und
könnte einen neuen Negativrekord erreichen. Während im vergangenen Jahr
in den ersten 31 Wochen 140 Millionen ha abgebrannt sind, waren es in
diesem Jahr im gleichen Zeitraum 119 Millionen ha.
Deutschland mit hohen Waldbrand-Emissionen
Anders sieht es hingegen in Deutschland aus. Hier zeigen die Copernicus-Daten für das laufende Jahr einen Rekordwert. Waldbrände haben in diesem Jahr bis einschließlich zum 13. August mit 0,21 Mt so viele CO₂-Emissionen freigesetzt wie seit 2003 nicht mehr. Von diesem Aspekt her könnte man eine Rekordzahl an Waldbränden vermuten.
Bei der Betrachtung der verbrannten Fläche ist die Bundesrepublik jedoch laut „Our World in Data“ noch klar vom Rekord der vergangenen Jahre entfernt. Hier liegt das Jahr 2026 in den ersten 31 Wochen mit rund 6.000 ha auf Platz 3 – hinter 2022 und dem Spitzenreiter 2025, die zu diesem Zeitpunkt bereits jeweils mehr als 8.000 ha verbrannte Fläche aufwiesen.
Bei der Betrachtung der verbrannten Fläche ist die Bundesrepublik jedoch laut „Our World in Data“ noch klar vom Rekord der vergangenen Jahre entfernt. Hier liegt das Jahr 2026 in den ersten 31 Wochen mit rund 6.000 ha auf Platz 3 – hinter 2022 und dem Spitzenreiter 2025, die zu diesem Zeitpunkt bereits jeweils mehr als 8.000 ha verbrannte Fläche aufwiesen.
Geringe Margen bei europäischen Versicherern
Die
aktuellen Waldbrände sind derweil auch für europäische
Versicherungsunternehmen ein akutes Thema. Laut der „Global Insurance
Database“ des Informationsportals „GlobalData“ sehen sich diese mit steigenden Verlusten konfrontiert.
Besonders
knapp wurde es 2024 in Frankreich. Dort beliefen sich die Prämien für
Naturkatastrophen- und Brandversicherungen auf insgesamt 2,07 Milliarden
Euro, während die Schadenssumme auf 1,9 Milliarden Euro kletterte.
Dies
verdeutlicht, wie gering die Margen in diesem Hochrisikosegment sein
können und wie schwierig das Jahr 2026 für die Versicherer werden
könnte. Denn bezogen auf die verbrannte Landesfläche hat Frankreich mit
rund 99.100 ha bis zur 31. Woche bereits alle Jahre seit 2012
übertroffen. Dabei dauern die Waldbrände im Nachbarland noch an. Je
näher sie Ortschaften und Städte erreichen, desto höher können die
Schäden ausfallen.



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