DGB & SPD: Ewige (Tarif-)Treue
Gasbor Steingart, 26.02.2026, 14 Min
Der Staat begünstigt die Gewerkschaften zulasten seiner eigenen Staatsbürger. Er wird jenen untreu, die ihn finanzieren. Bei Haustieren sagt das Gesetz der Biologie: Der Hund beißt nicht die Hand, die ihn füttert. Für Vater Staat gilt das nicht mehr. Er beißt jetzt gnadenlos zu.
#2 Der Staat fördert den Bürokratie-Aufbau
Die Bundesregierung ignoriert mit diesem Gesetz die anhaltende wirtschaftliche Schwächephase und widerspricht dem eigenen Bekenntnis zum Bürokratieabbau. Auch kleine und mittlere Unternehmen werden aufgrund der komplexen Dokumentationspflichten sowie des Haftungsrisikos für Subunternehmer zum Aufbau neuer Verwaltungsarbeit gezwungen.
Damit der Staat das Gebot der Tariftreue überprüfen kann, soll eine eigene Prüfstelle
entstehen. Die Kosten auf Bundesebene schätzt das Arbeitsministerium
auf jährlich 1,5 Millionen Euro und einmalig auf 7,1 Millionen Euro. Das
wäre die erste Kostenschätzung des Staates, die nicht überschritten würde.
#3 Staat mischt sich in die Lohnfindung ein
Die Tarifautonomie ist ein wesentlicher Bestandteil unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Der Staat hat sich bei der Lohnfindung herauszuhalten.
So sprach Ludwig Erhard in seinen Reden zur Wirtschaftspolitik – 1953.
Das gilt jetzt nicht mehr. Der Staat sitzt zwar weiterhin nicht am Verhandlungstisch, wird aber dennoch zum Vollstrecker von Gewerkschaftsforderungen. Tariftreue bedeutet im Umkehrschluss, man kann den Abschlüssen der Gewerkschaften nicht mehr entgehen.
Gibt es konkurrierende Tarifverträge, kann das Arbeitsministerium die tariflichen Arbeitsbedingungen einer Tarifvertragspartei auf Antrag sogar im Verordnungswege als verbindlich für Vergaben des Bundes festsetzen.
#4 Der Staat fördert die Kartellbildung
Die im Grundgesetz (Artikel 9 Absatz 3) festgelegte Tarifautonomie beinhaltete auch die Freiheit,
den Arbeitgeberverbänden fernzubleiben und die Arbeitsbedingungen (auch
die Löhne) in der eigenen Firma auszuhandeln. Die Gewerkschaften haben
diese Freiheit zum Haustarif immer wieder als „Tarifflucht“ gegeißelt.
Das Treuegesetz zwingt die Unternehmen nun in Verbandstrukturen, die sie vorher gemieden haben. Selbst wer weiterhin dem Arbeitgeberverband fernbleibt, ist jetzt de facto assoziiertes Mitglied. Der Verbändestaat triumphiert – auch auf der Arbeitgeberseite.
#5 Der Staat gefährdet die Geldwertstabilität
Künftig muss bei öffentlichen Aufträgen mehr gezahlt werden als bisher. Das nennt man Geldentwertung.
Die künstlich hochgehaltenen Lohnkosten bei Staatsaufträgen blähen eben nicht nur die Staatsausgaben auf, sondern stellen nunmehr auch ein Inflationsrisiko dar. Dazu hätte man gern die Stimme des Bundesbank-Chefs und SPD-Genossen Joachim Nagel gehört.
Fazit: Bärbel Bas hat sich durchgesetzt und dem Standort Deutschland – diese Prognose sei gewagt – damit Schaden zugefügt. Oder um es mit Ludwig Erhard zu sagen:
Wenn es besser kommt als vorausgesagt, verzeiht man sogar den falschen Propheten.

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