Dabei muss man dem ZDF nicht gleich schlechte Motive unterstellen. Wahrscheinlich hat ein Mitarbeiter einfach nur schlampig gearbeitet und die Fälschung übersehen. Möglicherweise hat jemand seine journalistische Sorgfaltspflicht in dem Bedürfnis vernachlässigt, den Beitrag mit möglichst dramatischen Bildern zu untermauern. Dass die Redaktionen der öffentlichrechtlichen Sender linkslastig besetzt sind, ist kein Geheimnis.
Das alles ist schlimm genug. Die Reaktionen des ZDF auf die Berichterstattung machten indes die Sache noch schlimmer.
Zunächst hiess es, man habe lediglich versäumt, das KI-Video zu kennzeichnen. Das klang so, als habe das ZDF mit voller Absicht ein KI-generiertes Video verwendet. Etwas später teilte der Sender dann mit, eigentlich sei es in der Sendung darum gegangen, «dass sowohl mit echten als auch mit KI-generierten Inhalten Angst erzeugt wird». Darauf gibt die Sendung aber keinen Hinweis.
Erst am Nachmittag entschuldigte sich der Sender «in aller Form für diese Fehler». Der Beitrag «hätte in dieser Form nicht gesendet werden dürfen». Der Schaden aber war da längst angerichtet.
Der BBC-Skandal als warnendes Beispiel
Die späte Einsicht des ZDF ist bemerkenswert. In mehreren europäischen Ländern steht der öffentlichrechtliche Rundfunk unter Beschuss. Erst im November hatte ein Skandal die BBC in Grossbritannien in ihren Grundfesten erschüttert.
Damals kam heraus, dass der Sender für eine Dokumentation eine Rede des damals abgewählten amerikanischen Präsidenten Donald Trump aus dem Jahr 2021 irreführend zugeschnitten hatte: Der Beitrag erweckte den Eindruck, Trump habe direkt zum Sturm auf das Kapitol aufgerufen. Tatsächlich liegen zwischen den zusammengeschnittenen Aussagen fünfzig Minuten. Auch auf amerikanischen Druck hin traten sowohl der Direktor als auch die Nachrichtenchefin umgehend zurück, um weiteren Schaden von der Institution abzuwenden.
Auch in der Schweiz ist eine Diskussion über den öffentlichrechtlichen Rundfunk entbrannt. Die Bürger stimmen am 8. März darüber ab, ob die Rundfunkgebühren halbiert werden sollen. Aus Sicht vieler Bürger werden die Sender ihrem Auftrag, überparteilich zu berichten, nicht vollumfänglich gerecht.
Das zeigt, dass das Vertrauen in einstmals eherne Institutionen ins Wanken gerät. Doch bei den Verantwortlichen in Deutschland scheint das Problembewusstsein gering zu sein.
Die Deutschen sollten sich an der Schweizer Initiative ein Beispiel nehmen. Nur politischer Druck wird die öffentlichrechtlichen Sender dazu bewegen, ihrem Programmauftrag wieder gerecht zu werden.

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