Aber irgendwann verliert der eine oder andere Berliner doch die Ruhe. Als Linksterroristen jüngst für fast eine Woche die Strom- und Wärmeversorgung für 100.000 Einwohner unterbrachen und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner erstmal Tennis spielen ging, immerhin mit der Bildungssenatorin, seiner Lebensgefährtin, da war es mit der sprichwörtlichen Berliner Gelassenheit – „Kannste nüscht machen!“ – dann doch vorbei.
Der Bürgermeister als Bittsteller
Und angesichts des Berliner Dauerfrostes und notorisch vereister Gehwege verloren nicht nur Tausende Berliner ihren Halt und landeten im Krankenhaus – nein, sie verloren auch ein bisschen die Fassung, als sie hörten, wie der Regierende Bürgermeister geradezu darum bettelte, die famosen Mitglieder des Abgeordnetenhauses mögen doch bitte, bitte kurzfristig das gesetzliche Salzstreuverbot aufheben.
Hohn und Spott ergossen sich über den obersten Tennisspieler der Hauptstadt, der in stoischer Ruhe und voller Überzeugung weiter für die Olympia-Bewerbung Berlins 2036 ficht und auch noch eine Weltausstellung ausrichten will. Immerhin sollen beide Veranstaltungen im eisfreien Sommer stattfinden.
Doch die Berliner haben einen ganz anderen Traum. Ein mutiger Regierender Bürgermeister müsste sich eigentlich hinstellen und an die Adresse der Gewerkschaftsfunktionäre sagen: Unter den aktuellen Wetterbedingungen ist ein Streik des gesamten Nahverkehrs unverantwortlich und buchstäblich menschenfeindlich.
Es wird ein Traum bleiben. Und so fahren leere Straßenbahnen durch Berlin, während die Leute frierend über die vereisten Gehwege ihrem Arbeitsplatz entgegenrutschen. Dit ist Berlin.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen