Flughafen München lahmgelegt
„Ohne Konsequenzen wird das nicht bleiben“
„Ohne Konsequenzen wird das nicht bleiben“
Hunderte Passagiere mussten auf dem Münchner Flughafen die Nacht zu Freitag in Flugzeugen verbringen. Wegen des starken Schneefalls erhielten die Flieger keine Starterlaubnis. Es
war zu spät, die Menschen zurück zum Terminal zu bringen. Busfahrer hatten schon Feierabend. Zunächst war
die Rede von 500 betroffenen Passagieren gewesen. Nun äußert sich der
Flughafen erstmals ausführlich, spricht von 600 Betroffenen – und
gesteht Fehler ein:
"Starke
Schneefälle haben den Flughafenbetrieb in der Nacht vom 19. auf 20.
Februar 2026 vor große Herausforderungen gestellt. Die Winterdienste
waren mit allen verfügbaren Mitteln im Einsatz. Dennoch kam es zu
Verspätungen und Annullierungen. Besonders betroffen waren die
Passagiere in sechs startbereiten Flugzeugen, die in den frühen
Morgenstunden keine Starterlaubnis bekommen haben", heißt es in einer
Mitteilung.
123 Menschen. Acht Stunden. Eingesperrt in einem Flugzeug. Ich habe das heute Morgen gelesen und es hat mich nicht losgelassen.
Nicht, weil Schnee gefallen ist. Schnee passiert. Nicht, weil ein Flug gestrichen wurde. Das kommt vor.
Sondern wegen der Frage, die niemand stellt?
Wie kann es sein, dass man alte Menschen, Kinder, Familien acht Stunden in einem Flugzeug sitzen lässt und „leider keine Busfahrer mehr verfügbar“ als Erklärung akzeptiert? Ich bin selbst gerade erst von München aus nach Bangkok geflogen. Ich weiß, wie eng es in so einer Maschine ist. Ich weiß, wie schnell aus „unangenehm“ körperlicher und psychischer Stress wird. Und ich weiß: Acht Stunden Stillstand sind kein Detail. Das ist eine Zumutung.
Was mich wirklich fassungslos macht.Es soll niemand in der Lage gewesen sein, einen Bus zum Terminal zu fahren.
Niemand?
Nicht die Flughafenfeuerwehr, die hochkomplexe Einsatzfahrzeuge bewegt? Nicht das Technische Hilfswerk? Nicht irgendein Notfallplan, der greift, wenn Menschen offensichtlich feststecken?
Im Notfall hätte man diese Menschen ja auch evakuieren müssen. Aber offenbar war es kein „Notfall“ genug, weil es billiger war, nichts zu tun?
Und genau das ist das eigentliche Problem. Wir leben in einem Land, in dem für jede Parkminute ein Regelwerk existiert, aber wenn Menschen festgehalten werden, heißt es plötzlich:„Unannehmlichkeiten.“
Nein.
Das sind keine Unannehmlichkeiten. Das ist ein Versagen von Verantwortung.
Wenn Systeme nur noch funktionieren, solange alles nach Plan läuft, aber kollabieren, sobald Menschlichkeit gefragt ist, dann läuft etwas grundsätzlich schief.
Vielleicht sollten wir uns wieder öfter fragen? Was ist wichtiger, Prozesse oder Menschen?
Und vielleicht sollte man genau dort anfangen, wo es am unbequemsten ist, bei Entscheidungen.
Frank Wilde
123 Menschen. Acht Stunden. Eingesperrt in einem Flugzeug. Ich habe das heute Morgen gelesen und es hat mich nicht losgelassen.
Nicht, weil Schnee gefallen ist. Schnee passiert. Nicht, weil ein Flug gestrichen wurde. Das kommt vor.
Sondern wegen der Frage, die niemand stellt?
Wie kann es sein, dass man alte Menschen, Kinder, Familien acht Stunden in einem Flugzeug sitzen lässt und „leider keine Busfahrer mehr verfügbar“ als Erklärung akzeptiert? Ich bin selbst gerade erst von München aus nach Bangkok geflogen. Ich weiß, wie eng es in so einer Maschine ist. Ich weiß, wie schnell aus „unangenehm“ körperlicher und psychischer Stress wird. Und ich weiß: Acht Stunden Stillstand sind kein Detail. Das ist eine Zumutung.
Was mich wirklich fassungslos macht.Es soll niemand in der Lage gewesen sein, einen Bus zum Terminal zu fahren.
Niemand?
Nicht die Flughafenfeuerwehr, die hochkomplexe Einsatzfahrzeuge bewegt? Nicht das Technische Hilfswerk? Nicht irgendein Notfallplan, der greift, wenn Menschen offensichtlich feststecken?
Im Notfall hätte man diese Menschen ja auch evakuieren müssen. Aber offenbar war es kein „Notfall“ genug, weil es billiger war, nichts zu tun?
Und genau das ist das eigentliche Problem. Wir leben in einem Land, in dem für jede Parkminute ein Regelwerk existiert, aber wenn Menschen festgehalten werden, heißt es plötzlich:„Unannehmlichkeiten.“
Nein.
Das sind keine Unannehmlichkeiten. Das ist ein Versagen von Verantwortung.
Wenn Systeme nur noch funktionieren, solange alles nach Plan läuft, aber kollabieren, sobald Menschlichkeit gefragt ist, dann läuft etwas grundsätzlich schief.
Vielleicht sollten wir uns wieder öfter fragen? Was ist wichtiger, Prozesse oder Menschen?
Und vielleicht sollte man genau dort anfangen, wo es am unbequemsten ist, bei Entscheidungen.
Frank Wilde

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