10 September 2026

Mail von Martenstein - Sehr geehrter Herr Bundeskanzler - 10.09.2026

Mail von Martenstein
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
gestern Ihre Bundestagsrede. Also, wir haben uns im häuslichen Kreis stellenweise fast weggeschmissen vor Lachen. Ich meine natürlich die Stelle, in der Sie dem sachsen-anhaltinischen Gottseibeiuns Ulrich Siegmund vorwerfen, er begehe „Wahlbetrug“.
Vor der Wahl hatte er gesagt, er wolle nur mit absoluter Mehrheit regieren. Jetzt, nach der Wahl, sucht  dieser Schlingel sich doch glatt eine Regierungsmehrheit.

Siegmund „täuscht die Wähler“, behaupten Sie. Was ist mit Ihrem Gedächtnis los?

Ich glaube, Sie haben nach Ihrer Wahl zum Links-ist-vorbei-Kanzler bis ins letzte Detail das exakte Gegenteil dessen getan, was Sie den Leuten vorher versprochen hatten. Okay, ich übertreibe, aber nur leicht. Ihr Vorwurf ist etwa so abwegig, als ob ausgerechnet Donald Trump einer Filmdiva vorwirft, sie schwindele mit ihrem Alter.

Die AfD plant, laut ihrer Aussage, „ethnische Säuberungen“. Mit diesem Wort ist die gewaltsame Vertreibung von Bevölkerungsgruppen gemeint. Gibt es dafür einen Beleg? Wieso nennen Sie ihn nicht? Falls ja, muss diese Partei verboten werden. Falls nein, sagen Sie die Unwahrheit. Sie sollten Verständnis haben für Leute, die’s mit der Wahrheit nicht genau nehmen.

Ich weiß, Ihnen steht das Wasser bis zum Hals. Sie werden auf diese Art aber keinen einzigen AfD-Wähler zurückholen. Sich selbst retten Sie so auch nicht.

Hochachtungsvoll

Harald Martenstein

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