The Pioneer Business Class Edition -
Scholz baut sich seine Welt, wie sie ihm gefällt - das wird teuer für uns
Scholz: Warum leugnet der Kanzler die Probleme der dt. Volkswirtschaft?
Gabor Steingart, Mittwoch, 24.04.2024
Guten Morgen,
„Gute Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit“, hat einst der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher gesagt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Schlechte Politik beginnt mit dem Negieren der Wirklichkeit.
Womit wir bei Olaf Scholz wären.
Wer begreifen möchte, warum dieser Kanzler die Interessen der
Wirtschaft so umfassend ignoriert, muss seine Sicht der Dinge verstehen.
Und seine Sicht besteht im Wesentlichen darin, dass er gar nichts
sieht. In der Psychoanalyse spricht man bei fortgesetzter
Wirklichkeitsverweigerung von „Verleugnung“.
Die Wirtschaftsmedien sind für Scholz professionelle Übertreiber,
der Industrieverband bildet in seinen Augen eine lebende Klagemauer und
die Mittelständler hält er unisono für Lobbyisten in eigener Sache.
Bürokratieaufwand und Steuerlast, hohe Strompreise, Fachkräftemangel und explodierende Rohstoff- und Vorproduktpreise sind für Olaf Scholz schon
deshalb kein Problem, weil er um sich herum eine Mauer der
Realitätsverweigerung gebaut hat. Aus den Fertigbauteilen seiner
Floskelsprache setzt sich diese zusammen, sodass der Regierungschef
blickdicht abgeschottet scheint:
„Man darf da jetzt nicht das Kind mit dem Bade ausschütten“, belehrte er schon Theo Koll im Sommerinterview des ZDF, als dieser ihn auf die Stagnation der Volkswirtschaft hinwies.








