In
Deutschland ist die Gruppe «Palestine Action Germany» bis zu dem
Einbruch bei Elbit kaum öffentlich in Erscheinung getreten. Die
Angeklagten sollen der Organisation erst seit spätestens Mitte August
2025 angehören. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass an der Tat in Ulm
noch mindestens sechs weitere Menschen beteiligt waren. Über die Gruppe
ist sonst öffentlich bis jetzt wenig bekannt.
Auf ihrem Instagram-Kanal bekennt sie sich vor allem zu Vandalismus, etwa Schmierereien an Filialen der Deutschen Bank oder der Versicherungsgesellschaft Axa. Diese sollen laut der Gruppe mit Firmen zusammenarbeiten, welche die «illegale israelische Besetzung, die Apartheid und den Genozid in Palästina» ermöglichten.
In Grossbritannien ist «Palestine Action» verboten
In Grossbritannien sah sich die Regierung bereits zum Handeln gezwungen. Im vergangenen Jahr wurde der britische Ableger von «Palestine Action» nach dem Anti-Terror-Gesetz verboten. Zuvor waren Mitglieder der Gruppe in einen Luftwaffenstützpunkt eingedrungen und hatten Flugzeuge der Royal Air Force mit Farbe besprüht.
«Palestine Action» verfolge das Ziel, die palästinensische Autonomie durch kriminelle Aktionen zu unterstützen, so erläuterte die Regierung damals ihre Entscheidung. Sie warnte zudem vor Folgen für die Sicherheit Europas, da die Gruppe auch Rüstungsunternehmen und Infrastruktur angreife, die für die Unterstützung der Ukraine und die Nato von Bedeutung seien.
Zudem beobachtete man in Grossbritannien eine Radikalisierung der Gruppe. «Ihre Aktivitäten haben seit Beginn des Jahres 2024 an Häufigkeit und Schwere zugenommen; ihre Methoden sind aggressiver geworden, wobei ihre Mitglieder eine Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt zeigen», hiess es seitens der Regierung. Über das Verbot wird derzeit allerdings noch vor Gericht gestritten.
Prozessauftakt versank im Chaos
In Deutschland geht der Prozess gegen «Palestine Action» an diesem Montag weiter. Der Prozessauftakt war Ende April im Chaos versunken. Die Anwälte der Angeklagten unterbrachen die Richterin, redeten wild durcheinander und stellten mehrere Anträge, wie Medien, die den Prozess begleiten, die Szene beschreiben. Zudem verliessen sie geschlossen den Saal, als das Gericht die Personalien feststellen wollte.
«Wir beabsichtigen, das Verfahren zu nutzen, um den Spiess gewissermassen umzudrehen. Wir wollen zeigen, dass nicht unsere Mandanten zur Rechenschaft gezogen werden sollten, sondern vielmehr die Elbit-Chefs, die die Waffenlieferungen selbst während des Genozids fortgesetzt haben», so zitierte der «Guardian» den Anwalt Benjamin Düsberg. Die Gruppe wird also wohl auch die weiteren Termine nutzen, um ihre politische Agenda zu verbreiten.

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