"Dann ist unser deutscher Beitrag 0,015 Grad Celsius bis 2100" Fritz Fahrenhold bei WELT TV
War alles nicht so gemeint
Der Weltklimarat: IPCC-Autoren sagen Klimakatastrophe ab (TE)Von
Fritz Vahrenholt, 12.05.2026
Jahrzehntelang wurde der Weltuntergang an die Wand gemalt. Generationen
von Schülern wurde Angst gemacht. Klimaschutz hat in Deutschland gar
Verfassungsrang. Auf dieser Grundlage wurde die Energieversorgung
zerstört, die in der Folge zu einer beispiellosen Deindustrialisierung
geführt hat. Jetzt heißt es: War nicht so gemeint.
Am 7. April 2026 veröffentlichten 44 IPCC-Autoren, die für die
Klimaszenarien des Weltklimarates verantwortlich sind, eine
bahnbrechende Veröffentlichung. Unter der Federführung von Prof. Detlef
van Vuuren erklärten die Wissenschaftler, dass die bislang in den
letzten beiden Klimaberichten von
2013/2014 (AR5) sowie von 2021 bis 2023 (AR6) aufgeführten Szenarien, die zu Temperaturerhöhungen bis zu 5 Grad Celsius im Jahre 2100 führen sollten, „unplausibel“ (implausible) sind.
IPCC-Autoren verabschieden sich von den Katastrophenszenarien der letzten beiden Weltklimaberichte
In diesen Szenarien (RCP 8.5) wurde angenommen, dass die Emissionen
an CO2 sich im Verlaufe dieses Jahrhunderts mehr als verdreifachen
würden. Da der Weltklimarat in seinen Modellen das CO2 als den
wesentlichen Klimafaktor zugrunde legt, kam man so auf erschreckende
Temperaturanstiege. Im Modell RCP 8.5 sollte es nach dem letzten Bericht
(AR6) bis zum Jahre 2100 um 4,4 bis 5,7 Grad wärmer werden.
Seit vielen Jahren weisen Wissenschaftler, darunter auch ich (hier, hier und in einem eigenen Kapitel in „Unerwünschte Wahrheiten„,
Kapitel 39, Langen-Müller, 2020) darauf hin, dass in diesem
Extremszenario schon 2080 der weltweite Kohlenstoff in Form von Öl, Gas
und Kohle erschöpft wäre. Trotzdem hielt man an diesem Szenario fest und
beschrieb es sogar als „business as usual„. Der Trick ging weitgehend auf: Das Schreckensszenario beherrschte die Schlagzeilen der Medien („Bis zu 5 Grad Erwärmung …„).
Mit diesem Szenario wurde im politischen Raum gearbeitet und wurden
Gesetze zur Einführung der CO2-Steuer, Klimaschutzprogramme und
Verbrennerverbote begründet. 
Das
Bundesverfassungsgericht nimmt also als Basis seiner Entscheidung eine
Temperaturprognose, die mittlerweile als unplausibel verworfen worden
ist. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von den Wissenschaftlern, die
für die Szenarien des Weltklimaberichts verantwortlich sind. Hätte das
Bundesverfassungsgericht und nachfolgend die Bundesregierung die damals
schon vorhandene Kritik an den völlig ungeeigneten Katastrophenszenarien
des IPCC zur Kenntnis genommen – wie man es bei einer solch
folgenschweren Entscheidung eigentlich voraussetzen sollte – , hätte
man einen solch schwerwiegenden Fehler, der Deutschland ins Unglück
stürzt, vermeiden können. Die federführende Richterin Britz schrieb
lieber in den Beschluss Formulierungen hinein, die auch schon ihr
Ehemann, der damalige Vorsitzende der Grünen in Frankfurt, Bastian
Bergerhoff nahezu wortgleich auf seiner persönlichen Webseite Monate vor
dem Beschluss veröffentlicht hatte.
Was sind die neuen IPCC-Weissagungen?Der US-Klimawissenschaftler Roger Pielke Jr.
hat die Veröffentlichung der 44 Wissenschaftler vom 7. April 2026
untersucht. Die Veröffentlichung behandelt nur noch sieben Szenarien mit
hohen, mittleren und niedrigen CO2-Emissionen. Das neue hohe
Emissionsszenario wird von den Autoren selbst als unwahrscheinlich
bezeichnet. Denn danach wird die Emission noch einmal um 30 Prozent
ansteigen und im Verlaufe dieses Jahrhunderts auch nicht mehr absinken.
Dieses neue Hoch-Szenario ist schon deswegen absurd, weil es eine
Bevölkerungsexplosion von heute 8,2 Milliarden auf 14,5 Milliarden
annimmt. Die heutigen Bevölkerungsprognosen gehen von einer maximalen Bevölkerung von 9 bis 10 Milliarden Menschen in diesem Jahrhundert aus.
Das mittlere Szenario orientiert sich an den aktuellen Prognosen der Internationalen Energieagentur IEA (current policy)
und ist wohl die wahrscheinlichste Entwicklung. Sie wird beschrieben
als Fortsetzung der heutigen Politik und führt bis 2050 zu ähnlichen
hohen Emissionen wie heute und danach zu einem Abflachen der
CO2-Emissionen. Nach den Berechnungen der 44 Wissenschaftler wird damit
eine Erwärmung bis zum Jahre 2100 von 2,56 Grad Celsius gegenüber dem Jahre 1860 erreicht. Da im Jahre 2025 gegenüber dem Basisjahr 1860 bereits eine Erwärmung von 1,45 Grad Celsius
festgestellt wurde, geht das mittlere und wahrscheinlichste Szenario
von nur noch einer Erwärmung um 1,1 Grad bis zum Jahre 2100 aus.
Das wäre alles andere als eine Katastrophe. Wenn man wie der IPCC
annimmt, dass die Erwärmung im Wesentlichen vom CO2 bestimmt wird, dann
kann man auch den Anteil Deutschlands an dieser Erwärmung bis 2100
berechnen. Deutschland hat einen Anteil von 1,46 Prozent an der CO2-Emission der Welt. 1,46 Prozent von 1,1 Grad machen 0,016 Grad bis zum Jahre 2100 aus.
Und für die nicht sicher messbare Veränderung zerstört grüne und linke Politik den Wohlstand des eigenen Landes?
Die schlimmste Erfahrung der letzten Wochen ist aber, dass die doch
so gute Nachricht, dass die Klimakatastrophe abgesagt werden kann, in
Deutschland nicht diskutiert wurde. Täte man das ernsthaft, müssten alle
Gesetze, Programme, Subventionen, die den angeblich zu erwartenden
Klimanotstand bekämpfen sollen, rigoros abgeschafft werden. Das wäre
zwar mehr als peinlich für unsere Klimakämpfer in Regierungen und
Medien. Aber es wäre der Beginn eines neuen deutschen
Wirtschaftswunders.
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