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Scheinobjektiver Journalismus als Methode (Cicero)
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk beeinflusst
Meinungen nach einem altbekannten Rezept der Propaganda. Georg Restle,
Moderator des Magazins Monitor, eignet sich gut für eine Analyse seiner
Berichterstattung. Wie also wird im Schein der Objektivität Meinung
beeinflusst?
VON BERND STEGEMANN am 3. April 2025 5 min„Die Meinung der Massen ist formbar, und die herrschende Minderheit
hat ein mächtiges Instrument entdeckt, mit dem sie die Mehrheit
beeinflussen kann.“ Was Edward Bernays vor hundert Jahren feststellte,
ist für uns heute ein alltägliches Erlebnis.
Jeder
Fernsehzuschauer kennt das Gefühl der Manipulation nach Beiträgen im
öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der Eindruck speist sich vordergründig
aus einseitiger Themenwahl oder einseitigen Kommentaren. Wann haben Sie
zum letzten Mal einen „Tagesthemen“-Kommentar gehört, der die AfD gelobt
hat? Doch das ist harmlos, da die propagandistische Absicht
offensichtlich ist.
Die raffinierteren Techniken wirken unterhalb
der bewussten Wahrnehmung und sind die eigentlichen Manipulationen. Denn
das Wesen der Manipulation besteht darin, dass man sie nicht bemerkt,
sondern glaubt, selbst zu seiner Meinung zu kommen. Das ist das Geschäft
der Propaganda. Bernays Beispiel: Wer Menschen zum Schiffbau bewegen
will, der wecke die Sehnsucht nach fernen Ländern. Eines seiner
Meisterstücke war die Werbestrategie für die amerikanische
Tabakindustrie. In dieser Kampagne griff er das Tabu an, dass Frauen
nicht in der Öffentlichkeit rauchen sollten. Der Wunsch, öffentlich
rauchen zu dürfen, wurde zur Forderung der Emanzipationsbewegung. Der
Trick wirkt. Eine moralische Botschaft macht das zweifelhafte Ziel
verlockend, sodass die Entscheidung für Zigaretten wie ein Akt der
Selbstermächtigung erscheint.
Der manipulierende Dreischritt